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Kapitel 13

Jetzt bezeugt der Apostel Johannes, was er selbst gesehen hat. In so manchen Übersetzungen wurde an dieser Stelle irrtümlicherweise der vorhergehende Vers hinzugezogen, um ihn so zu verbinden. Dann betrifft er jedoch nicht mehr den Drachen, sondern den Seher, was nach meiner Überzeugung allerdings keineswegs richtig ist. Er beginnt jetzt mit den Worten:

Und ich sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte zehn Hörner und sieben Häupter und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern lästerliche Namen. Das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie Bärenfüße und sein Rachen wie eines Löwen Rachen. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht. Und ich sah seiner Häupter eines, als wäre es tödlich wund, und seine tödliche Wunde ward heil. Und die ganze Erde verwunderte sich des Tieres, und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann wider es streiten? Und es ward ihm gegeben ein Maul, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ward ihm gegeben, daß es mit ihm währte zweiundvierzig Monate lang. Und es tat sein Maul auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und sein Haus und die im Himmel wohnen. Und ihm war gegeben, zu streiten wider die Heiligen und sie zu überwinden; und ihm ward gegeben Macht über alle Geschlechter und Völker und Sprachen und Nationen. Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht geschrieben sind von Anfang der Welt in dem Lebensbuch des Lammes, das erwürget ist. Hat jemand Ohren, der höre! Wenn jemand andre in das Gefängnis führt, der wird selber in das Gefängnis gehen; wenn jemand mit dem Schwert tötet, der muß mit dem Schwert getötet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen! (Offb. 13, 1-10).

In der Lutherbibel erklärt heißt es dazu: Der Antichrist und sein Prophet (Kap. 13). Schon Daniel sah die Weltmächte als Raubtiere, nur einen als den "Menschensohn" (Dan. 7, 3 + 13). Das Sprichwort erfüllt sich hier in besonderem Maße: Humanität (= Menschlichkeit) ohne Divinität (= Göttlichkeit) wird zur Bestialität (= Grausamkeit). Im Buche des Propheten Daniel werden die vier Weltreiche beschrieben, die zusammen die Zeit der Heiden bilden, die bis zur Wiederkunft Jesu Christi reicht.

Jesus hatte zu seinen Jüngern gesagt: ... und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis daß der Heiden Zeit erfüllt ist. (Luk. 21, 24). Damals war bereits Jerusalem von den Heiden zertreten; es war schon seit fast einhundert Jahren von den Römern besetzt. Diese Zeit hatte mit der Babylonischen Gefangenschaft ihren unheilvollen Anfang genommen, als Nebukadnezar, der König von Babel, Jerusalem belagerte und eroberte. Nach siebzig Jahren durften die Juden zwar wieder zurückkehren, sind jedoch seit dieser Zeit von anderen Mächten abhängig. Heute ist es noch nicht anders, denn Israel muß besonders auf die U.S.A. Rücksicht nehmen.

Daniel hat in Kapitel 2 seines Buches einen Traum beschrieben, den niemand deuten konnte: Du, König, hattest einen Traum, und siehe, ein großes und hohes und hell glänzendes Bild stand vor dir, das war schrecklich anzusehen. Das Haupt dieses Bildes war von feinem Gold, seine Brust und seine Arme waren von Silber, sein Bauch und seine Lenden waren von Kupfer, seine Schenkel waren von Eisen, seine Füße waren teils von Eisen und teils von Ton. Das sahst du, bis ein Stein herunterkam, ohne Zutun von Menschenhänden; der traf das Bild an seinen Füßen, die von Eisen und Ton waren, und zermalmte sie. Da wurden miteinander zermalmt Eisen, Ton, Kupfer, Silber und Gold und wurden wie Spreu auf der Sommertenne, und der Wind verwehte sie, daß man sie nirgends mehr finden konnte. Der Stein aber, der das Bild zerschlug, wurde zu einem großen Berg, so daß er die ganze Welt füllte.

Das ist der Traum. Nun wollen wir die Deutung vor dem König sagen. Du, König, bist ein König aller Könige, dem der Gott des Himmels Königreich, Macht, Stärke und Ehre gegeben hat und dem er alle Länder, in denen Leute wohnen, dazu die Tiere auf dem Felde und die Vögel unter dem Himmel in die Hände gegeben und dem er über alles Gewalt verliehen hat. Du bist das goldene Haupt. Nach dir wird ein anderes Königreich aufkommen, geringer als deines, danach das dritte Königreich, das aus Kupfer ist und über alle Länder herrschen wird. Und das vierte wird hart sein wie Eisen; denn wie Eisen alles zermalmt und zerschlägt, ja, wie Eisen alles zerbricht, so wird es auch alles zermalmen und zerbrechen. Daß du aber die Füße und Zehen teils von Ton und teils von Eisen gesehen hast, bedeutet: das wird ein zerteiltes Königreich sein; doch wird etwas von des Eisens Härte darin bleiben, wie du ja gesehen hast Eisen mit Ton vermengt.

Und daß die Zehen an seinen Füßen teils von Eisen und teils von Ton sind, bedeutet: zum Teil wird's ein starkes und zum Teil ein schwaches Reich sein. Und daß du gesehen hast Eisen mit Ton vermengt, bedeutet: sie werden sich zwar durch Heiraten miteinander vermischen, aber sie werden doch nicht aneinander festhalten, so wie sich Eisen mit Ton nicht mengen läßt. Aber zur Zeit dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das nimmermehr zerstört wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk kommen. Es wird alle Königreiche zermalmen und zerstören; aber es selbst wird ewig bleiben, wie du ja gesehen hast, daß ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden vom Berg herunterkam, der Eisen, Kupfer, Ton, Silber und Gold zermalmte. So hat der große Gott dem König kundgetan, was dereinst geschehen wird. Der Traum ist zuverlässig, und die Deutung ist richtig. (Dan. 2, 31-45).

Das goldene Reich ist eindeutig Babylon, das silberne Medo-Persien (zweigeteilt, die zwei Arme), das kupferne Griechenland unter Alexander dem Großen und das eiserne das Römische Reich, das später geteilt wurde (die zwei Schenkel). Durch die Füße und Zehen werden dessen Ausläufer in West- und Osteuropa dargestellt, wobei die Zahl zehn sicherlich nicht buchstäblich zu verstehen ist. Der Stein wird hier bereits auf das Tausendjährige Friedensreich Jesu Christ gedeutet, das nimmermehr zerstört wird. Die Größe der einzelnen Teile stellt in etwa deren Dauer dar; die Beschaffenheit oder Festigkeit der Materialien weist auf die Qualität der einzelnen Reiche hin. Zum Schluß besteht nur noch das ewige Reich des Himmels.

Durch die damalige Krönung des Kaisers Karl I., des Großen (2.4.742-28.1.814), und die Wiederaufnahme dieser Tradition durch Otto I., den Großen (23.11.912-7.5.973), war man bald der Meinung, daß mit dem Kaisertum das Römische Reich über die Franken an die Deutschen übertragen worden sei (translatio imperii). Die Vorstellung, daß das Römische Reich so weiterbestehen würde bis zum Weltuntergang, gründete sich auf diese Stelle im Buche Daniel, nach der es das letzte Reich vor der Wiederkunft Jesu Christi ist. Das erste deutsche Kaiserreich fand zwar am 6. August 1806 sein Ende, was nach dem alten römischen Kalender interessanterweise das Datum: 6.6.6 ergibt. Danach ging es zunächst auf Napoleon I. Bonaparte (15.8.1769-5.5.1821) über, der sich in der Tradition Karls des Großen im Mai 1805 in Mailand mit der eisernen Krone der Lombarden zum König von Italien krönte.

Mit der Gründung des zweiten Deutschen Reiches am 18. Januar 1871, besonders aber des späteren Dritten Reiches am 30. Januar 1933, erfolgte alsdann möglicherweise wiederum eine zeitweilige Verlagerung der europäischen Vormachtstellung auf Deutschland. Wie auch bei Napoleon wurde diese Vorherrschaft durch blutige Kriege erreicht und war deshalb nur von kurzer Dauer. Demgegenüber ist nun seit vierzig Jahren ganz eindeutig zu erkennen, daß durch die sogenannten Römischen Verträge vom 25. März 1957 das einstige Römische Reich in der EWG, der heutigen Europäischen Union, weiterbesteht. Durch zahlreiche Verträge mit nahezu allen Staaten der Welt ist die zukünftige Weltherrschaft bereits vorgeschattet. Nach dem Dritten Weltkrieg wird dann die Herrschaft des neuen Reiches über die ganze Welt ausgedehnt werden. Zur Zeit des Apostels Johannes war es durchaus ähnlich, da sich das Römische Reich über die ganze, damals bekannte Welt erstreckte. Bei der Wiederkunft Jesu Christi kommt es so zu dessen Vernichtung und Beseitigung.

In diesem Zusammenhang ist durchaus interessant, was damals Bruno Neumann in seinem Buch: Die Zahl 666, Verlag der Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell, erstmals erschienen 1977, auf Seite 133 desselben geschrieben hat: Hier wäre auf die Entwicklung der EG zu achten. Das geteilte Deutschland als siebentes Haupt (Offb. 13, 3) heilt aus zu einer noch unmöglich scheinenden Wiedervereinigung nach westlichem Vorbild. Das ist, wie wir wissen, im Jahre 1990 plötzlich eingetreten.

In Kapitel 7 seines Buches wird von einem Traum berichtet, den Daniel hatte; und er schrieb den Traum auf, und dies ist sein Inhalt: Ich, Daniel, sah ein Gesicht in der Nacht, und siehe, die vier Winde unter dem Himmel wühlten das große Meer auf. Und vier große Tiere stiegen herauf aus dem Meer, ein jedes anders als das andere. Das erste war wie ein Löwe und hatte Flügel wie ein Adler. Ich sah, wie ihm die Flügel genommen wurden. Und es wurde von der Erde aufgehoben und auf zwei Füße gestellt wie ein Mensch, und es wurde ihm ein menschliches Herz gegeben. Und siehe, ein anderes Tier, das zweite, war gleich einem Bären und war auf der einen Seite aufgerichtet und hatte in seinem Maul zwischen seinen Zähnen drei Rippen. Und man sprach zu ihm: Steh auf und friß viel Fleisch! Danach sah ich, und siehe, ein anderes Tier, gleich einem Panther, das hatte vier Flügel wie ein Vogel auf seinem Rücken, und das Tier hatte vier Köpfe, und ihm wurde große Macht gegeben. Danach sah ich in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, ein viertes Tier war furchtbar und schrecklich und sehr stark und hatte große eiserne Zähne, fraß um sich und zermalmte, und was übrigblieb, zertrat es mit seinen Füßen. Es war auch ganz anders als die vorigen Tiere und hatte zehn Hörner. Als ich aber auf die Hörner achtgab, siehe, da brach ein anderes kleines Horn zwischen ihnen hervor, vor dem drei der vorigen Hörner ausgerissen wurden. Und siehe, das Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul; das redete große Dinge. (Dan. 7, 1-8).

Daniel bezeugte dann weiter: Ich merkte auf um der großen Reden willen, die das Horn redete, und ich sah, wie das Tier getötet wurde und sein Leib umkam und ins Feuer geworfen wurde. Und mit der Macht der andern Tiere war es auch aus; denn es war ihnen Zeit und Stunde bestimmt, wie lang ein jedes leben sollte. Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. Der gab ihm Macht, Ehre und Reich, daß ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende. Ich, Daniel, war entsetzt, und dies Gesicht erschreckte mich. (Dan. 7, 11-15).

Und ich ging zu einem von denen, die dastanden, und bat ihn, daß er mir über das alles Genaueres berichtete Und er redete mit mir und sagte mir, was es bedeutete. Diese vier großen Tiere sind vier Königreiche, die auf Erden kommen werden. Aber die Heiligen des Höchsten werden das Reich empfangen und werden's immer und ewig besitzen. Danach hätte ich gerne Genaueres gewußt über das vierte Tier, das ganz anders war als alle andern, ganz furchtbar, mit eisernen Zähnen und ehernen Klauen, das um sich fraß und zermalmte und mit seinen Füßen zertrat, was übrigblieb; und über die zehn Hörner auf seinem Haupt und über das andere Horn, das hervorbrach, vor dem drei ausfielen; und es hatte Augen und ein Maul, das große Dinge redete, und war größer als die Hörner, die neben ihm waren. Und ich sah das Horn kämpfen gegen die Heiligen, und es behielt den Sieg über sie, bis der kam, der uralt war, und Recht schaffte den Heiligen des Höchsten und bis die Zeit kam, daß die Heiligen das Reich empfingen. (Dan. 7, 16-22).

Er sprach: Das vierte Tier wird das vierte Königreich auf Erden sein; das wird ganz anders sein als alle andern Königreiche; es wird alle Länder fressen, zertreten und zermalmen. Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich hervorgehen werden. Nach ihnen aber wird ein anderer aufkommen, der wird ganz anders sein als die vorigen und wird drei Könige stürzen. Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seinen Hand gegeben werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Danach wird das Gericht gehalten werden; dann wird ihm seine Macht genommen und ganz und gar vernichtet werden. Aber das Reich und die Macht und die Gewalt über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden, dessen Reich ewig ist, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen. Das war das Ende der Rede. Aber ich, Daniel, wurde sehr beunruhigt in meinen Gedanken, und jede Farbe war aus meinem Antlitz gewichen; doch behielt ich die Rede in meinem Herzen. (Dan. 7, 23-28).

Durch diesen Löwen mit den Flügeln wird sinnbildlich das babylonische Reich dargestellt. Die Babylonier waren in einem tatkräftigen, raschen Vormarsch, als dem Löwen unverhofft die Flügel genommen wurden. Hierbei ist nun an Dan. 4, 28-30 zu denken, an Nebukadnezars Wahnsinn. Danach kam sein menschlicher Verstand wieder, er wurde aufgerichtet und auf beide Beine gestellt, wie in Dan. 4, 31 nachzulesen ist. Der Bär verkörpert das medo-persische Reich, das im Begriff war, sich noch erheblich mehr einzuverleiben, nämlich die drei Rippen, drei weitere Länder. Doch nur die persische Reichshälfte war so tatkräftig. Der Panther mit vier Flügeln ist ein Sinnbild für das griechische Reich. Alexander der Große war beweglich wie kaum ein anderer; in kurzer Zeit drang er bis Indien vor. Die vier Köpfe bedeuten, daß nach dessen frühem Tode sein Reich in vier Teilreiche zerfiel, die jeweils von Königen regiert wurden. Das vierte Tier weist im übertragenen Sinne auf das römische Weltreich hin, mit eisernen Zähnen, alles zermalmend, ähnlich wie in Dan. 2, 40. Das Römische Reich erstreckte sich räumlich und zeitlich sehr weit, war daher sehr stark. Es überdauerte zweifellos die längste Zeit von allen diesen Weltreichen.

Das Römische Reich setzte sich in einer Reihe von europäischen Staaten fort, die sich als Nachfolger Roms verstanden. Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich hervorgehen werden, Vers 24. Ein Horn ist in der Bibel immer ein Symbol der Macht, und die zehn Könige repräsentieren allemal die Staatsoberhäupter der zehn Reiche, die sich zusammenschließen. Deshalb ist zweifellos die zukünftige Entwicklung der Europäischen Gemeinschaften im Zusammenhang mit diesem Zehnstaatenbund zu sehen. So ist der am 7. Februar 1992 in Maastricht unterzeichnete Vertrag über die Europäische Union am 1. November 1993 in Kraft getreten, nach Hinterlegung der letzten Ratifikationsurkunde. Sie ist zwar bis jetzt noch nicht das antichristliche Reich, stellt jedoch eine Vorbereitungsphase desselben dar. Ähnliche Schritte werden nun folgen, bis das neue Weltreich vollendet ist.

Durch den Dritten Weltkrieg wird die ganze Menschheit in ein furchtbares Chaos gestürzt. Ein Drittel der Weltbevölkerung wird vom Tode dahingerafft, unzählige weitere Millionen bleiben verkrüppelt und obdachlos, und große Landgebiete werden einem gewaltigen Trümmerhaufen bzw. einer Wüste gleichen. Das Schicksal Rußlands scheint dann jedenfalls besiegelt, denn Gott hat durch den Propheten geweissagt: Auf den Bergen Israels sollst du fallen, du mit deinem ganzen Heer und mit den Völkern, die bei dir sind. (Hes. 39, 4). Weiter heißt es dann bei Hesekiel: Und ich will Feuer werfen auf Magog und auf die Bewohner der Inseln, die so sicher wohnen, und sie sollen erfahren, daß ich der Herr bin. (Hes. 39, 6). Da aber im biblischen Sprachgebrauch das Wort "Inseln" manchmal auch für Länder auf den Kontinenten benutzt wird, könnte es ebenfalls das Ende der U.S.A. bedeuten.

Bei diesen beiden Weltmächten wird dann wohl kaum von Siegern und Besiegten die Rede sein, denn sie haben sich in dem Fall vielleicht gegenseitig vernichtet. Jedenfalls ist bei dieser Aussage äußerste Vorsicht angebracht, da die Namen dieser Staaten ja nicht wörtlich in der Bibel stehen und alle Erkenntnis nur Stückwerk ist (1. Kor. 13, 9-10). Der Schrei nach einer Weltregierung, die weitere Kriege verhindern soll, wird allerdings in der ganzen Welt laut werden. Ähnlich war es nach den beiden vorhergehenden Weltkriegen, da man voller Zuversicht sowohl den Völkerbund, wie auch die UNO gegründet hat, um dadurch alle Kriege in Zukunft völlig auszuschließen. In den früheren Kapiteln haben wir einen Teil dieser erfolglosen Ergebnisse betrachtet, ohne jedoch auf die vielen Konflikte seit 1945 einzugehen.

Aus dem möglicherweise dann weniger in Mitleidenschaft gezogenen Westeuropa wird sicherlich die Europäische Union als neue politische Weltmacht hervorgehen. Der Aufstieg des neuen römischen Reiches der europäischen Nationen wird jedenfalls zu einer Welteinheitsregierung führen, mit einem absoluten Herrscher. Dabei wird der unselige Führer Adolf Hitler nur ein schwaches Vorbild sein, denn seine Vollmachten werden dem eines leibhaftigen Teufels entsprechen und demnach unumschränkt sein. Tröstlich ist, daß auch dessen Ende bereits von Gott beschlossen ist. Darauf werden wir jedoch noch genau eingehen; dies jetzt nur zur Einführung.

Inzwischen fand im Juni 1998 ebenfalls in Rom die Konferenz zur Errichtung des ersten Weltgerichtshofes statt. Im Unterschied zum internationalen Gericht in Den Haag, das über Streitfälle zwischen Staaten entscheidet, soll das neue Weltgericht gegen einzelne Menschen vorgehen können. Damit ist es, wie die Süddeutsche Zeitung schrieb, "das erste allgemeine Weltstrafgericht der Geschichte". An der Gründungskonferenz nahmen rund 5 000 Delegierte aus 156 Staaten teil. UNO-Generalsekretär Kofi Annan wertete sodann auch das geplante "Bollwerk gegen das Böse" als einen "monumentalen Schritt". In die Zuständigkeit der neuen Institution sollen zunächst Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gehören. Sollte nun dieser zukünftige Weltgerichtshof seinen Sitz in Rom erhalten, würde dadurch eine weitere, wichtige Institution dorthin angesiedelt werden. Darin kann man bereits einen nächsten Mosaikstein auf dem Wege zu einer Welteinheitsregierung erkennen, wenn jetzt diese juristische Institution ins Leben gerufen wird. Ihr Zuständigkeitsbereich scheint am Anfang noch sehr begrenzt zu sein. Wenn der Weltgerichtshof dann funktioniert und weltweite Autorität genießt, ist zu erwarten, daß seine Zuständigkeit ausgeweitet und umfassender definiert wird. Wer dagegen bestimmt und kontrolliert in dem Falle die Weltrichter? (vgl. Süddeutsche Zeitung)

Und ich sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte zehn Hörner und sieben Häupter und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern lästerliche Namen. Früher war man vielfach der Meinung, dieses Meer könnte nur das Mittelmeer sein. Man erkannte durchaus die Parallelen zu Daniel, Kap. 7, war jedoch überzeugt, die Beschreibung dort sei nicht anders zu verstehen: Ich, Daniel, sah ein Gesicht in der Nacht, und siehe, die vier Winde unter dem Himmel wühlten das große Meer auf. Und vier große Tiere stiegen herauf aus dem Meer, ein jedes anders als das andere. (Dan. 7, 2-3). Das große Meer konnte für Daniel doch nur das Mittelmeer sein, so dachten sie. In der Lutherbibel erklärt wird allerdings dazu gesagt: Das große Meer: Offb. 13, 1 f.; Offb. 17, 15; Psalm 93, 4. Während des Geschichtsverlaufs ist das Völkermeer unablässig in Bewegung. Das Auf und Nieder der Weltgeschichte könnte nicht besser dargestellt werden als mit dem unruhigen Wogengang des Meeres. Ist er ohne Sinn und Ziel? Kap. 7 und die ganze Bibel geben Antwort: Die Reiche der Welt gehen; das Reich Gottes kommt, seine gute, vollkommene, offenbare Herrschaft. Soweit also die Erklärung in der Lutherbibel.

Der Prophet Jesaja sagte damals schon dies voraus: Ha, ein Brausen vieler Völker, wie das Meer brausen sie, und ein Getümmel mächtiger Nationen, wie große Wasser tosen sie! Ja, wie große Wasser werden die Nationen tosen. (Jes. 17, 12-13).

Die Bedeutung der Tiere ist jedoch unzweifelhaft, denn sie wurde Daniel erklärt: Diese vier großen Tiere sind vier Königreiche, die auf Erden kommen werden. (Dan. 7, 17). Dr. Martin Luther sagte schon dazu: In dieser Deutung und Meinung ist alle Welt einträchtig, und das Werk und die Historien beweisen's auch gewaltig.

Aus der Beschreibung geht auch klar hervor, daß diese vier Tiere sodann nacheinander und nicht zugleich auf Erden kommen werden. Da jedoch nach dem vierten großen Tier kein weiteres mehr in Erscheinung tritt, kann demzufolge hier das Tier aus dem Meer eindeutig nur der Anführer dieses letzten weltlichen Reiches sein. Dieser unumschränkte Weltherrscher wird dann wahrlich eine Bestie sein, mehr noch als alle früheren Despoten und Diktatoren. Verbunden mit der Macht Satans vereinigt er auf sich sämtliche üblen Eigenschaften aller vorhergehenden Tiere.

In Kapitel 9 (Offb. 9, 1) haben wir bereits gesehen, daß schon während der fünften Posaune dem Engel der Schlüssel zum Brunnen des Abgrundes gegeben wurde, um diesen dann zu öffnen. In der Scofield-Bibel heißt es zu dieser Stelle: Wörtl. Pfuhl des Abgrunds. Daraus empfängt der Antichrist dann seine dämonischen Kräfte. In seiner Person kommt alle Bestialität der vorigen Weltreiche zur vollen Entfaltung.

In Kapitel 11 (Offb. 11, 7) wurde auch schon vorausgesagt, daß dieses Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit den beiden Zeugen dort Krieg führen, sie überwinden und töten wird. Die Übersetzung im Konkordanten Neuen Testament lautet genauer: das aus dem Abgrund heraufsteigende wilde Tier. Dadurch wird deutlich, daß es sich in Wirklichkeit um eine Bestie handelt. Dieses Tier ist der Gipfel, die höchste Spitze, aller gottfeindlichen Gewalten, eine Herrscherpersönlichkeit, die sich kraft satanischer Beihilfe zum Herrn der Erde aufwirft und als gefügiges Werkzeug des Teufels eine Schreckensherrschaft auf Erden aufrichtet. Daselbst ist er zum ersten Mal erwähnt, wird sein wahrer Ursprung genannt, der da ist im Pfuhl des Abgrunds.

Fritz Hubmer fragte: Haben Sie sich mal überlegt, daß nicht der Antichrist kommt und die Welt antichristlich macht, sondern daß er in eine Welt kommt, die bereits antichristlich geworden ist, und daß er dieser Welt sozusagen als Spitze des Antichristentums aufgesetzt wird? Das ist, was die Welt alsdann unbedingt haben will.

Mit ihm verknüpft sich auch die Stunde der Versuchung, die da kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die da wohnen auf Erden (Offb. 3, 10). Damit wird auf die siebenjährige Trübsalszeit hingewiesen, die lediglich ein anderer Ausdruck für diese Schreckensherrschaft ist. In dem Antichristen wohnt der Teufel gar persönlich; er ist die Verkörperung Satans oder der leibhaftige Teufel. Dieser stellt sein menschliches Erscheinen auf Erden dar als die aufsehenerregende Nachäffung der Menschwerdung Jesu Christi, der einzig wahrer Mensch und wahrer Gott war: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen! (Mark. 15, 39). Das ist er noch!

Nach dem Dritten Weltkrieg wird der Antichrist aufkommen und auf seine Art für Recht und Ordnung sorgen. Die ganze Welt wird von ihm bezaubert sein, die nur in ihm den Retter der Menschheit sieht, ja selbst Israel erkennt in ihm den erwarteten Messias: Wenn ein anderer wird in seinem eignen Namen kommen, den werdet ihr annehmen. (Joh. 5, 43). Nach dreieinhalb Jahren werden ihnen dann allerdings die Augen aufgehen, wenn es für die meisten allerdings leider schon zu spät sein wird.

Der Antichrist kann allerdings erst dann seine Macht entfalten, wenn die Gemeinde Jesu Christi entrückt worden ist. Das erklärte schon der Apostel Paulus, indem er in seinem zweiten Brief an die Thessalonicher dieses schrieb: Und ihr wisset, was ihn noch aufhält, bis er offenbart werde zu seiner Zeit. Denn es regt sich bereits das Geheimnis des Frevels, nur daß, der es jetzt aufhält, erst muß hinweggetan werden; und alsdann wird der Frevler offenbart werden, welchen der Herr Jesus umbringen wird mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt. (2. Thess. 2, 6-8). Hans Bruns übersetzte hier zunächst: So wißt ihr doch auch, was ihn jetzt noch zurückhält ... und fügte dann in seiner Erklärung zu diesem Text u. a. hinzu ... die Gemeinde Jesu, die noch da ist. In Vers 6 ist im Urtext die Rede von einer "Sache": Nun wißt ihr um das Aufhaltende ... (laut dem Konkordanten Neuen Testament). Dabei handelt es ich um die Gemeinde Jesu Christi. In Vers 7 wird hingegen von einer "Person" gesprochen: ... der es jetzt aufhält ... . Damit ist nun der Heilige Geist gemeint, der in der Gemeinde Jesu Christi wohnt. Dieser kam damals vor bald 2000 Jahren am ersten Pfingsten in Jerusalem auf die Gläubigen, und so entstand die Gemeinde Jesu Christi. Wenn allerdings der Heilige Geist "hinweggetan" wird, nun gen Himmel zurückkehrt, dann geht die Gemeinde mit. Deshalb heißt es auch: Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! (Offb. 22, 17). Das bedeutet, der Heilige Geist und die Braut des Lammes, also die Gemeinde Jesu Christi, sehnen sich beide seit langer Zeit nach dem Kommen Jesu.

In Kapitel 12 (Offb. 12, 3) war zu ersehen, daß der große Drache, die alte Schlange, die da heißt Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt, wie dieses Tier aus dem Meer ebenfalls zehn Hörner und sieben Häupter hat. Allerdings hat der Teufel seine Kronen direkt auf seinen sieben Häuptern, daher trägt er nur sieben Kronen. Anders jedoch der Antichrist, der insgesamt zehn Kronen besitzt, die er auf seinen Hörnern trägt. In Kapitel 17 (Offb. 17, 12) wird dem Johannes erklärt: Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, das sind zehn Könige. Das bedeutet, daß der Teufel die Macht und Intelligenz selbst ausüben kann. Gemäß der Lutherbibel erklärt kann darin ein Gegen- und Zerrbild der Weisheit Gottes gesehen werden, in Anlehnung an die sieben Augen und Geister Gottes. Der Antichrist bekommt seine Vollmacht demnach von den zehn Königen, indem sie ihm vom Teufel unterstellt werden. Es heißt später dann: Diese haben einerlei Meinung und geben ihre Kraft und Macht dem Tier. (Offb. 17, 13). Sie liefern ihren Willen und damit sich selbst dem Antichristen aus.

Oft ist in der Heiligen Schrift "zehn" die Zahl der Könige oder Königreiche, die in ihrer vergangenen Geschichte im Gegensatz zu Israel standen. So heißt es doch bereits im ersten Buche Mose (griech. genesiV = Genesis = Ursprung): An dem Tage schloß der Herr einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben, von dem Strom Ägyptens an bis an den großen Strom Euphrat: (1) die Keniter, (2) die Kenisiter, (3) die Kadmoniter, (4) die Hethiter, (5) die Perisiter, (6) die Rephaïter, (7) die Amoriter, (8) die Kanaaniter, (9) die Girgasiter, (10) die Jebusiter. (1. Mose 15, 18-21). Ähnlich steht es ebenfalls schon im Psalm: Gott, schweige doch nicht! Gott, bleib' nicht so still und ruhig! Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. Sie machen listige Anschläge wider dein Volk und halten Rat wider die, die bei dir sich bergen. "Wohlan!" sprechen sie, "laßt uns sie ausrotten, daß sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!" Denn sie sind miteinander eins geworden und haben einen Bund wider dich gemacht: die in den Zelten von (1) Edom und (2) Ismael wohnen, (3) Moab und die (4) Hagariter, (5) Gebal, (6) Ammon und (7) Amalek, die (8) Philister mit denen von (9) Tyrus; auch (10) Assur hat sich zu ihnen geschlagen, sie helfen den Söhnen Lot. (Psalm 83, 2-9). Das sind die heutigen Völker und Gebiete: Jordanien, Palästina, Libanon und Syrien, die Araber um Israel herum.

In Daniels Gesicht von den vier Tieren hat dieser dann bezeugt: Danach sah ich in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, ein viertes Tier war furchtbar und schrecklich und sehr stark und hatte große eiserne Zähne, fraß um sich und zermalmte, und was übrigblieb, zertrat es mit seinen Füßen. Es war auch ganz anders als die vorigen Tiere und hatte zehn Hörner. Als ich aber auf die Hörner achtgab, siehe, da brach ein anderes kleines Horn zwischen ihnen hervor, vor dem drei der vorigen Hörner ausgerissen wurden. Und siehe, das Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul; das redete große Dinge. (Dan. 7, 7-8). Eine Erklärung folgt alsdann:

Er sprach: Das vierte Tier wird das vierte Königreich auf Erden sein; das wird ganz anders sein als alle andern Königreiche; es wird alle Länder fressen, zertreten und zermalmen. Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich hervorgehen werden. Nach ihnen aber wird ein anderer aufkommen, der wird ganz anders sein als die vorigen und wird drei Könige stürzen. Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seinen Hand gegeben werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Danach wird das Gericht gehalten werden; dann wird ihm seine Macht genommen und ganz und gar vernichtet werden. (Dan. 7, 23-26). Das bestätigt letztlich, daß der Antichrist nach den zehn Königen aufkommen und dann bald darauf drei von ihnen stürzen wird. Es scheint, die drei Könige könnten auf ein Ereignis hinweisen, das Daniel später ebenfalls erwähnt:

Und zur Zeit des Endes wird sich der König des Südens mit ihm messen, und der König des Nordens wird mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen gegen ihn anstürmen und wird in die Länder einfallen und sie überschwemmen und überfluten. Und er wird in das herrliche Land einfallen, und viele werden umkommen. (Dan. 11, 40-41). Das deutet möglicherweise auf Ägypten, Syrien und Israel, wobei allerdings jetzt nicht klar ist, woher Syrien in dem Falle die vielen Schiffe nehmen soll.

Die sieben Häupter werden auch genauer erklärt, später in Kapitel 17: Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf welchen das Weib sitzt, und sind sieben Könige. Fünf sind gefallen; einer ist; der andre ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muß er eine kleine Zeit bleiben. Und das Tier, das gewesen ist und nicht ist, das ist der achte und ist einer von den sieben und fährt in die Verdammnis. (Offb. 17, 9-11). Damit wird unmißverständlich gesagt, daß die sieben Häupter des Tieres sieben nacheinander kommende und nicht gleichzeitig herrschende Reiche sind. Es könnte vielleicht auch so ausgedrückt werden: Die sieben Häupter haben wir in der Vertikalen (= Senkrechten) der Geschichte zu suchen und die zehn Hörner in der Horizontalen (= Waagerechten), mit der das jetzige Zeitalter zum Abschluß kommt.

Die sieben Häupter sind demnach sieben aufeinanderfolgende Reiche oder besser Regierungsformen. Titus Livius (59 v. Chr. - 17 n. Chr.), ein römischer Geschichtsschreiber aus Patavium (Padua) widmete vierzig Jahre seines Lebens der Arbeit an seinem großen Geschichtswerk: "Ab urbe condita" (= nach der Gründung der Stadt, nämlich Rom). Darin berichtete er unter anderem, daß Rom in der Vergangenheit fünf verschiedene Regierungsformen gehabt habe. Das war jedoch vor der Zeit des Johannes, deshalb heißt es: Fünf sind gefallen; einer ist; der andre ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muß er eine kleine Zeit bleiben. (Offb. 17, 10).

Die sechste Regierungsform war das Kaiserreich von Rom, das möglicherweise bis zum 6. August 1806 bestand. Der andere, der noch nicht gekommen ist, wäre dann die siebte Regierungsform, die Demokratie. Daraus könnte der Antichrist kommen, der einer von den sieben ist und durch seine Diktatur die achte Regierungsform begründet. Er ist das achte Haupt, der achte König oder das kleine Horn von Daniel 7. Dennoch ist er einer von den sieben, weil seine Änderung der Regierungsform kein neues Reich darstellt, sondern hier lediglich eine zweite Phase des siebten einleitet.

Bei dem Weib handelt es sich übrigens nicht um Israel, sondern um die große Hure, das große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden, die wir dann im Zusammenhang betrachten werden, also in Kapitel 17. Sie stellt die schon mehrmals erwähnte Welteinheitskirche der Endzeit dar, unter der Führung des Papstes.

Die Beschreibung dieses Tieres aus dem Meer geht sodann weiter mit den Worten: ... und auf seinen Häuptern lästerliche Namen. Ähnlich trug im Alten Testament der Hohepriester eine Art Diadem, eine goldene Platte an seiner Stirn, mit der eingravierten Schrift: "Heilig dem Herrn". (2. Mose 28, 36). Auf diese Art und Weise brachte damals der Hohepriester zugleich zweierlei in seinem Amt zum Ausdruck: Erstens, daß er Gottes Eigentum und Untertan war.
Zweitens, daß er Gottes Gesinnung teilte und vertrat.

Der Antichrist wird einen nachempfundenen Stirnschmuck mit einer gleichartigen Inschrift auf seinem Haupte tragen und dadurch bekunden, daß er dem Satan geweiht ist. Seine Taten werden hernach auch der Widmung entsprechen und davon geprägt sein. Deshalb ist bei Daniel von dem kleinen Horn zu lesen: Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Das haben alle seine Vorgänger in den untergegangen Königreichen auch versucht. So wurde bereits von Mose berichtet: Da sprachen die Zauberer zum Pharao: Das ist Gottes Finger. Aber das Herz des Pharao wurde verstockt, und er hörte nicht auf sie, wie der Herr gesagt hatte. (2. Mose 8, 15). Die Verfolgung der Heiligen des Höchsten bedeutete dessen Ende: Und das Wasser kam wieder und bedeckte Wagen und Männer, das ganze Heer des Pharao, das ihnen nachgefolgt war ins Meer, so daß nicht einer von ihnen übrigblieb. (2. Mose 14, 28). So errettete der Herr an jenem Tage Israel aus der Ägypter Hand. Und sie sahen die Ägypter tot am Ufer des Meeres liegen. (2. Mose 14, 30).

So war es auch in Babylon: König Belsazer machte ein herrliches Mahl für seine tausend Mächtigen und soff sich voll mit ihnen. Und als er betrunken war, ließ er die goldenen und silbernen Gefäße herbringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenommen hatte, damit der König mit seinen Mächtigen, mit seinen Frauen und mit seinen Nebenfrauen daraus tränke. (Dan. 5, 1-2). Aber in derselben Nacht wurde Belsazer, der König der Chaldäer, getötet. (Dan. 5, 30).

In Persien war es nicht anders: Und als Haman sah, daß Mardochai nicht die Knie beugte noch vor ihm niederfiel, wurde er voll Grimm. Aber es war ihm zu wenig, daß er nur an Mardochai die Hand legen sollte, denn sie hatten ihm gesagt, von welchem Volk Mardochai sei; sondern er trachtete danach, das Volk Mardochais, alle Juden, die im ganzen Königreich des Ahasveros waren, zu vertilgen. (Esther 3, 5-6). Das Ende dieses Judenhassers wird nicht viel später berichtet. So hängte man Haman an den Galgen, den er für Mardochai aufgerichtet hatte. (Esther 7, 10).

Das nächste Königreich war Griechenland. König Alexander III., der Große, wurde im Jahre 356 v. Chr. geboren und starb am 13.6.323 v. Chr. in Babylon, möglicherweise an Malaria und Trunksucht. Er war nur 33 Jahre alt, hatte sich aber auch an Israel vergriffen. Es besteht kein Zweifel daran, daß es ihm zum Verhängnis wurde.

Einer seiner Diadochen (= Nachfolger durch Übernahme) war dann Antiochus oder Antiochos IV. Epiphanes (= der Berühmte). Dieser König von Syrien (von 175-164 v. Chr.) plünderte im Jahre 168 v. Chr. den Tempel in Jerusalem. Von ihm heißt es: Hatte der doch in seinem Übermut gesagt: "Jerusalem mache ich zu einem Totenacker für die Juden, sobald ich dort ankomme.". Der allsehende Herr, der Gott Israels, schlug ihn mit einer unheilbaren und unsichtbaren Krankheit. Kaum hatte er das Wort ausgesprochen, erfaßten ihn unerträgliche Schmerzen in den Eingeweiden und heftige innere Qualen. (2. Makk. 9, 4-5). So starb jener Menschenmörder und Gotteslästerer unter furchtbaren Qualen in der Fremde im Gebirge auf entsetzliche Art, ganz so, wie er andere behandelt hatte. (2. Makk. 9, 28). Ja, so ergeht es!

Derartige Beispiele gibt es noch viele innerhalb und außerhalb der Bibel. Einige jener Schreckensherrscher haben versucht, die Festzeiten und das Gesetz zu ändern. Seit den Tagen des Apostels Johannes hat beispielsweise der Kaiser Diokletian (C. Aurelius Valerius Diocletianus), röm. Kaiser (17.9.243-316 n. Chr.), einen Kalender eingeführt, ebenso Napoleon während der Französischen Revolution. Hitler ließ die Bezeichnungen: v. Chr. bzw. n. Chr. durch: v. u. Z. bzw. u. Z. ersetzen, unserer Zeitrechnung, um dadurch den Namen Christus zu vermeiden, der ihm ein Dorn in den Augen war. Gleichwie die Herrscher, haben alle diese Kalender nicht überlebt.

Johannes bezeugte sodann: Das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie Bärenfüße und sein Rachen wie eines Löwen Rachen. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht. Die Charaktereigenschaften dieser Symbole lassen sich dann nach den Erfahrungen bezeichnen: Der Panther steht für Griechenland und bedeutet Beweglichkeit. Mit den Bärenfüßen hat das medo-persische Reich alles niedergetreten und sich einverleibt, stellt demnach dessen Gefräßigkeit dar. Der Rachen des Löwen deutet auf die Raubgier des babylonischen Weltreiches hin. Alle diese bestialischen Eigenschaften waren bereits in dem Römischen Reich vereinigt, aus dem der Antichrist kommen wird.

Daraus ersieht man auch, daß das Tier nicht nur eine Person, sondern gleichzeitig auch ein Reich darstellt. Es steht also sowohl für das endzeitliche Reich aus Rom, wie auch für dessen Herrscher in einem, nach dem bekannten Motto: ein Volk, ein Reich, ein Führer. Damit fällt dem Antichristen scheinbar alle Gewalt auf Erden zu. Durch die zehn Zehen des Standbildes von Dan. 2, 42 wird seine teuflische Macht bestätigt werden, die es ihm dann erlaubt, gleich drei von den Königen zu ersetzen. Auf demokratische Art und Weise wird er sein Ziel, die Weltherrschaft, erreichen. Der wahre Christus aber hatte gesagt: Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. (Matth. 28, 18).

Interessant ist noch, daß Johannes die Tiere in umgekehrter Reihenfolge wie einst Daniel sah. Das erklärt sich einfach dadurch, daß er in einer Zeit lebte, in der er bereits auf sie zurückblicken konnte, weil sich die Weissagungen schon erfüllt hatten. Hingegen war es Daniel, der in früherer Zeit schon vorausschauend auf sie sah, als er diese Prophezeiungen niederschrieb. Wir dürfen deshalb auch davon ausgehen, daß die restlichen Voraussagungen zur gegebenen Zeit in Erfüllung gehen werden.

Der Apostel Johannes hat alsdann ein eigenartiges Geschehen berichtet, indem er weiter bezeugte: Und ich sah seiner Häupter eines, als wäre es tödlich wund, und seine tödliche Wunde ward heil. Und die ganze Erde verwunderte sich des Tieres, und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann wider es streiten? Spätestens seit dem 6. August 1806 erachtete man allgemein das Römische Reich für erloschen. Doch seine tödliche Wunde ward heil, als durch die Römischen Verträge zwei weitere der jetzt drei Europäischen Gemeinschaften gegründet wurden. Andere Ausleger sehen darin ein teuflisches Gegenbild von Tod und Auferstehung Jesu Christi. Es heißt nämlich von dem Tier: ... das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war. (Vers 14). Diese Möglichkeit ist nicht auszuschließen, da Jesus zwar gestorben ist, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist der Teufel (Hebr. 2, 14), dieser letzte Feind jedoch erst in Kapitel 20 vernichtet wird. Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. (1. Kor. 15, 26). Das wird in Offb. 20, 14 geschildert, bis kurz davor hat der Teufel noch Gewalt über ihn, denn sein Ende ist etwas vorher in Offb. 20, 10 beschrieben.

Was Luther mit "als wäre es tödlich wund" übersetzt hat, ist leider etwas ungenau, deshalb heißt es im Konkordanten Neuen Testament: "wie zu Tode geschlachtet", so ganz ähnlich auch in der Elberfelder Übersetzung: "wie zum Tode geschlachtet". Der Ausdruck "wie geschlachtet" von sjazw = sphazoo, was "schlachten" bedeutet, ist der gleiche wie in Offb. 5, 6, wo indessen die Rede ging von dem Lamm bei dem Throne Gottes. Es gibt aber noch weitere Parallelen: Die beiden sind nicht nur getötet und auferstanden, sondern beide führen ein Schwert (Offb. 13, 10; 19, 15), beide haben Nachfolger, auf deren Stirnen ihre Namen geschrieben sind (Offb. 13, 16; 14, 1), beide haben viele Hörner (Offb. 13, 10; 5, 6) und beide erhalten Macht über jeden Stamm und Sprache und Volk und Nation (Offb. 13, 7; 7, 9). Daher ist es sicherlich verständlich, darin nicht nur den Antichristen zu sehen, der in allem das Gegenteil von Christus ist, sondern gerade auch dessen Tod und Auferstehung.

So wie das Römische Reich damals scheinbar untergegangen ist und nächstens in neuer Gestalt für jeden sichtbar wieder auferstehen wird, so könnte der Antichrist möglicherweise auch einmal kurz beseitigt werden und bald darauf erneut erscheinen. Seinerzeit war dieses Reich ein Weltreich und das wird es zweifellos dermaleinst wieder sein. Es muß irgendwie die ganze Welt umfassen, damit es mit dieser Prophezeiung im Einklang steht. Das Schicksal des Antrichristen als kommendem Weltherrscher ist jedenfalls untrennbar mit dem zukünftigen römischen Weltreich verbunden. Die politischen Umstände werden bewirken, daß es in absehbarer Zeit zu dieser Führungsrolle des Reiches und auch dessen Machthabers kommen wird.

Die Übereinstimmung des politischen Systems des kaiserlichen Roms und des antichristlichen Reiches ist ein weiterer Hinweis darauf, daß das wiederbelebte Haupt in der Nachfolge des Römischen Reiches stehen wird. Die zehn Hörner stellen eine demokratische Regierungsform dar, in der die einzelnen Vertreter gleichberechtigt sind. Der Antichrist, das elfte Horn, wird dieses politische System in eine Diktatur verwandeln und sich schlußendlich zum unumschränkten Alleinherrscher machen.

Dies ist genau die Entwicklung, die das alte Rom durchmachte. Als eine Republik mit einem Senat und den Senatoren als Vertreter des Volkes gelangte es zu seiner Macht und beherrschte im Laufe der Zeit die ganze damalige, zivilisierte Welt. Es blieb jedoch nicht dabei, denn unter dem Kaiser Augustus (Caesar Augustus Octavianus), römischer Kaiser (27 v. Chr. - 14 n. Chr.), wurde es zuerst zum Imperium Romanum, dem römischen Kaiserreich, in welchem der Herrscher unumschränkte Macht hatte. Etliche Kaiser betrachteten sich sogar als Gottheit und forderten eine öffentliche Anbetung, so auch Domitian (Titus Flavius Domitianus), der von 81-96 n. Chr. herrschte und zu dessen Regierungszeit der Apostel Johannes diese Offenbarung niederschrieb. Wie sehr ähneln sich doch die römischen Herrscher und der Antichrist, das Tier, das sich nun zusammen mit dem Drachen anbeten lassen wird.

Damit hat Satan dann sein Ziel erreicht, den wahren Christus aus dem Bewußtsein der Menschen zu verdrängen. Gewiß gibt es jedoch keinen doppelten Kniefall vor dem Drachen und vor dem Tier, denn Drache und Tier sind eins. Auch darin wird die Nachahmung offenbar, denn der Herr Jesus hat bezeugt: Ich und der Vater sind eins. (Joh. 10, 30). Dem Antichristen und seinen unzähligen Anbetern in aller Welt aber gilt dieses eindeutige Wort Jesu: Ihr habt den Teufel zum Vater. (Joh. 8, 44).

Dieses erreichte Ziel Satans ist ebenso die Krönung seines ehrgeizigen Versuches, ein Reich auf der Erde zu besitzen, das zudem mit der kommenden Weltherrschaft Jesu Christi vergleichbar ist. Bei der Versuchung Jesu wird das schon gesagt: Und der Teufel führte ihn hinauf auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der ganzen Welt in einem Augenblick und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, welchem ich will. Wenn du nun mich willst anbeten, so soll es alles dein sein. (Luk. 4, 5-7).

Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 6, 13): Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten und ihm allein dienen. (Matth. 4, 10 und Luk. 4, 8). Jesus sprach später zu Pilatus: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. (Joh. 18, 36).

Die ganze Erde verwunderte sich des Tieres und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann wider es streiten? Das wiederum ist dem Psalmwort nachempfunden: Herr, mein Gott, ... dir ist nichts gleich! (Psalm 40, 6). Es erinnert ebenfalls an den hebräischen Namen des Erzengels: Michael = Wer ist wie Gott? Mehrmals kämpfte er mit dem Drachen, was leider auch auf vielen Abbildungen dargestellt worden ist.

Die lästerlichen Namen auf den Häuptern des Tieres bezeugen seine Gesinnung. Es ist nur eine Bestätigung dessen, da nun erklärt wird: Und es ward ihm gegeben ein Maul, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ward ihm gegeben, daß es mit ihm währte zweiundvierzig Monate lang. Und es tat sein Maul auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und sein Haus und die im Himmel wohnen. Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. (Matth. 12, 34, vgl. Luk. 6, 45). Die zweiundvierzig Monate oder dreieinhalb Jahre stellen den Höhepunkt seiner Macht dar, die Zeit der unumschränkten Weltherrschaft. Wenn die beiden Zeugen dann ihr Zeugnis geendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen Krieg führen und wird sie überwinden und wird sie töten. (Offb. 11, 7). Das ist die große Stunde des Antichristen, der sich für unbesiegbar hält, wie seine Vorgänger.

Dazu sei bemerkt, daß der Aufstieg Adolf Hitlers bis zum Höhepunkt seiner Macht nach der Besetzung von Böhmen und Mähren im Frühjahr 1939 (bevor Kriegsausbruch) sechs Jahre dauerte und sein Untergang von da an auch genau sechs Jahre. Der Antichrist erreicht sein Ziel bereits nach dreieinhalb Jahren und ebenso lange wird es dann mit ihm währen, bis auch er in die Verdammnis fährt. (Offb. 17, 11).

Und ihm ward gegeben, zu streiten wider die Heiligen und sie zu überwinden; und ihm ward gegeben Macht über alle Geschlechter und Völker und Sprachen und Nationen. Das hatte schon Daniel vorausgesehen, der bezeugte: Und ich sah das Horn kämpfen gegen die Heiligen, und es behielt den Sieg über sie ... (Dan. 7, 21). Dann: Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten. (Dan. 7, 25). Daraus geht ausdrücklich hervor, daß der Antichrist die Heiligen verfolgen, überwinden und töten wird. Wer sind nun diese Heiligen des Höchsten? Es sind wohl zunächst einmal gläubige Juden, die nicht rechtzeitig fliehen konnten. Jesus sagte: Weh aber den Schwangeren und Säugenden zu jener Zeit! (Matth. 24, 19). Es werden aber sicherlich nicht nur diese sein, denn der Prophet Sacharja hat schon vorausgesagt: Und es soll geschehen in dem ganzen Lande, spricht der Herr, daß zwei Teile darin ausgerottet werden sollen und untergehen, und nur der dritte Teil soll darin übrigbleiben. (Sach. 13, 8). Das sind allerdings nicht alles Heilige.

Dazu gehören aber zweifellos auch Menschen aus den verschiedensten Nationen, die erst nach der Entrückung der Gemeinde Jesu Christi zum wahren Glauben gelangen. Etliche unter ihnen haben das Evangelium vielleicht schon in unserer Zeit (= Gnadenzeit) gehört, jedoch dann nicht ernst genommen, weshalb sie leider zurückbleiben mußten. Andere werden möglicherweise erst nach der Hinwegnahme der Gläubigen die Wahrheit erkennen und dem Antichristen widerstehen, dessen Verfolgungswut sich ohne Frage gegen alle Aufrichtigen in der Welt richten wird.

Dazu zählen aber auch diejenigen Menschen, die den Juden in dieser Zeit womöglich unbewußt geholfen haben, auf die sich das Gleichnis vom Weltgericht bezieht. Darin heißt es: Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Matth. 25, 40). Nicht alle von ihnen werden überleben und in das Tausendjährige Friedensreich Jesu Christi eingehen, viele werden umkommen.

Hierbei sollten wir dann an die unzählbare Schar denken, die bereits in Kapitel 7 (Offb. 7, 9-17) in der gewaltigen Vorausschau erwähnt wurde. Johannes bezeugte dort: Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, welche niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen. Diese sind demnach allesamt aus der großen Trübsal gekommen, deren es nur eine geben wird. Meines Erachtens können es deshalb nur dieselben sein, die sowohl hier wie dort und dann abermals in Kapitel 20 (Offb. 20, 4) erwähnt werden: Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet sind um des Zeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier noch sein Bild und nicht genommen hatten sein Malzeichen an ihre Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig und regierten mit Christus tausend Jahre. Alle diese Menschen wurden ausnahmslos um des Zeugnisses von Jesus getötet, können infolgedessen nur in dieser Trübsalszeit zum wahren Glauben gekommen und deswegen verfolgt und getötet worden sein.

Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht geschrieben sind von Anfang der Welt in dem Lebensbuch des Lammes, das erwürget ist. Das bereits in Kapitel 3 (Offb. 3, 5) erwähnte Buch des Lebens ist gleichbedeutend mit diesem Lebensbuch des Lammes. Nach den Aussagen des Neuen Testamentes handelt es sich um ein und dasselbe Buch, das im Himmel ausgelegt ist, so ähnlich wie ein Geburtsregister, das auf dem Standesamt einer Gemeinde geführt wird. Demzufolge stehen in dem hier und in Kapitel 17 (Offb. 17,8) genannten Lebensbuch des Lammes seit Grundlegung der Welt alle Namen der Erwählten als Erben der himmlichen Heimat eingeschrieben. Dieser Gedanke deckt sich genau mit der durch den Apostel Paulus gemachten Aussage: Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten heilig und unsträflich sein vor ihm. (Eph. 1, 4).

Durch den Sündenfall Adams ist jeder Nachkomme von ihm durch die Sünde von Gott getrennt und geistlich tot. Paulus hat das so beschrieben: Wie nun durch eines Sünde die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung zum Leben für alle Menschen gekommen. (Röm. 5, 18). Allerdings muß man nun bedenken, daß im himmlichen Lebensbuch keine Totgeburten eingetragen werden. Im vierten Bußpsalm bittet David: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. (Psalm 51, 12).

Diesen neuen Geist empfängt der Mensch nur durch Bekehrung und Wiedergeburt. Jesus sprach deshalb zu Nikodemus: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. (Joh. 3, 3). Das ist der Augenblick, in dem sein Name im Lebensbuch eingetragen wird. Folglich finden sich im Lebensbuch nur lebendige Menschen, das heißt Menschen, deren Geist so für Gott lebendig ist und die in Gemeinschaft mit ihm leben.

Wann genau Gott nun diese Eintragung vorgenommen hat, ist eigentlich nicht von Bedeutung für uns. Von der Wiedergeburt an zählt ja erst diese Aufnahme in das Lebensbuch des Lammes; das ist der entscheidende Augenblick. Dann wissen wir nämlich auch selbst, daß wir eingeschrieben sind, wie Paulus auch bestätigt: Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. (Röm. 8, 16).

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Doch darüber freuet euch nicht, daß euch die Geister untertan sind. Freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind. (Luk. 10, 20). Diese Eintragung war also gar nicht so selbstverständlich, wie es oft fälschlich dargestellt wird. Hier wird zudem noch deutlich, daß das Erlösungswerk Jesu bereits Vorauswirkung hatte. Diese Belehrung gab der Herr den Jüngern nämlich noch vor seiner Kreuzigung und gilt deshalb uneingeschränkt in gleicher Weise für alle Gläubigen des Alten Testamentes, wie Abel, Henoch und viele andere nach ihnen. Einige davon sind ausdrücklich in der Bibel erwähnt, etwa im Hebräer-Brief in Kapitel 11. Von Mose und Elia wissen wir zudem, daß sie sogar für würdig empfunden wurden, an der Vorausauferstehung teilzunehmen. Als Jesus zu sich nahm Petrus, Jakobus und Johannes, nur sie allein, und sie auf einen hohen Berg führte, ward er vor ihnen verklärt; sein Angesicht und seine Kleider leuchteten ganz weiß. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. (Matth. 17, 3).

Hat jemand Ohren, der höre! Wie am Schluß von allen sieben Sendschreiben, die in den Kapiteln 2 und 3 betrachtet wurden, so ergeht auch hier wieder die dringende Aufforderung zum Hören auf den Heiligen Geist. In der Lutherbibel erklärt wird dazu bemerkt: Das durch Gottes Geist geschenkte Aufmerken auf die nun folgende wichtige Weisung des prophetischen Wortes. Jakobus ermahnt noch eindringlicher: Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein, wodurch ihr euch selbst betrüget. (Jak. 1, 22). Das gilt für die Gläubigen jener Zeit, aber auch besonders für uns alle.

Wenn jemand andre in das Gefängnis führt, der wird selber in das Gefängnis gehen; wenn jemand mit dem Schwert tötet, der muß mit dem Schwert getötet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen! Dieser Vers scheint durchaus eine Ermutigung zu sein, in der Verfolgung zu erdulden. Der Prophet Jeremia hatte diese Worte des Herrn für sein Volk zu hören bekommen: Und wenn sie zu dir sagen: Wo sollen wir hin?, dann antworte ihnen: So spricht der Herr: Wen der Tod trifft, den treffe er; wen das Schwert trifft, den treffe es; wen der Hunger trifft, den treffe er; wen die Gefangenschaft trifft, den treffe sie! (Jer. 15, 2). Ebenfalls berichtete er dieses Wort: Er soll kommen und Ägyptenland schlagen und töten, wen es trifft, gefangen führen, wen es trifft, mit dem Schwert erschlagen, wen es trifft. (Jer. 43, 11).

Bei der Gefangennahme Jesu wird uns dieses Geschehen bezeugt: Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es heraus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! (Joh. 18, 10-11). Bei Matthäus wird es noch ergänzt: Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. (Matth. 26, 52). So erging es auch dem ersten Reformator der Schweiz, Huldreich oder Huldrych (Ulrich) Zwingli (1.1.1484-11.10.1531), seit 1518 am Großmünster in Zürich. Dieser wollte gewaltsam die Reformation durchsetzen; sein Heer wurde besiegt bei dem Überfall der "altgläubigen Orte" in der Schlacht bei Kappel am Albis, in der Zwingli fiel.

Da die Heiligen wohl niemand in das Gefängnis führen werden, sondern eher ihre Verfolger, so ist aus diesem Vers zu entnehmen, daß Gott für Gerechtigkeit sorgen wird. In dieser Trübsalszeit für Israel sind es überwiegend Juden, die verfolgt werden, daher wendet Gott hier auch das Gesetz des Mose an: Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde. (2. Mose 21, 23-25). In diesem Falle geht es um Vergeltung, das "lex talionis", das die gerechte Wiedergutmachung eines jeden Schadens durch Erstattung regelt.

Jakobus, einer von den leiblichen Brüdern des Herrn, ermahnte mit diesen Worten: Nehmet, liebe Brüder, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die geredet haben in dem Namen des Herrn. Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, wie's der Herr hinausgeführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer. (Jak. 5, 10-11). Johann Heinrich Jung-Stilling (1740-1817) erachtete diese Glaubenshaltung recht für die Heiligen: Seid ruhig, wandelt vor Gott, wachet und betet, seid jeder Obrigkeit gehorsam, und wenn euch etwas befohlen wird, das eurem Gewissen zuwider ist, so tut untertänige und geziemende Vorstellung (= vorstellig werden, Einspruch erheben).

Der Bericht des Apostels Johannes geht nun weiter, indem er wiederum bezeugt:

Und ich sah ein zweites Tier aufsteigen von der Erde, das hatte zwei Hörner gleichwie ein Lamm und redete wie ein Drache. Und es übt alle Macht des ersten Tieres vor ihm, und es macht, daß die Erde und die darauf wohnen, anbeten das erste Tier, dessen tödliche Wunde heil geworden war. Und es tut große Zeichen, daß es auch macht Feuer vom Himmel fallen auf die Erde vor den Menschen; und verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die ihm gegeben sind, zu tun vor dem Tier; und sagt denen, die auf Erden wohnen, daß sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war. Und es ward ihm gegeben, daß es dem Bilde des Tieres Geist gab, damit des Tieres Bild redete und machte, daß alle welche nicht des Tieres Bild anbeteten, getötet würden. Und es macht, daß sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Knechte, sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, daß niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig. (Offb. 13, 11-18).

Johannes sah also ein zweites Tier aufsteigen, diesmal von der Erde. Im ersten Abschnitt dieses Kapitels steht im griechischen Urtext sechsmal und im zweiten Teil sogar zehnmal die Bezeichnung: Jhrion = thérion, womit immer ein wildes Tier oder eine Bestie gemeint ist. Im Gegensatz zu dem Tier aus dem Völkermeer, sah er dieses zweite aus der Erde aufsteigen. Etliche Ausleger denken dabei zuerst an Erez Israel, das Land Israel, und stellen sich deshalb unter dieser Persönlichkeit jemand mit jüdischer Abstammung vor. In späteren Kapiteln wird nun dieses zweite Tier an mehreren Stellen (Offb. 16, 13; Offb. 19, 20 und Offb. 20, 10) einfach zur Unterscheidung der "falsche Prophet" genannt. Dadurch ist eine Verwechslung mit dem ersten Tier kaum möglich, jedoch werden beide dasselbe Schicksal erfahren.

Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß der Antichrist ebenfalls ein Jude ist, obwohl das keineswegs mit Sicherheit gesagt werden kann. Es ist eine bekannte Tatsache, daß Juden in verschiedenen Ländern wegen ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten an den Schalthebeln der Macht stehen. Deshalb würde es nicht überraschen, wenn ebenso der letzte Weltherrscher, der im Grunde der personifizierte Satan ist, seiner menschlichen Herkunft nach ein Jude wäre. In Israel wird man fälschlicherweise in ihm dann den erwarteten Messias erblicken, wie Jesus auch bereits damals vorausgesagt hat: Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmet mich nicht an. Wenn ein anderer wird in seinem eignen Namen kommen, den werdet ihr annehmen. (Joh. 5, 43). Darin ist wohl auch eine Nachahmung des Teufels zu sehen, der immer bestrebt ist, die Erfüllung der biblischen Verheißungen durch eine möglichst überzeugende Täuschung vorwegzunehmen. Das geschieht erfahrungsgemäß kurz vor dem eigentlichen Handeln Gottes, um dessen Pläne noch zu durchkreuzen.

Ähnlich der göttlichen Dreifaltigkeit stellt sich so auch die satanische Trinität dar: 1. der Drache, Satan selbst (Offb. 12, 9),
2. das Tier aus dem Meer, der Antichrist (Offb. 13, 4),
3. das Tier aus der Erde, der falsche Prophet (Offb. 13, 11).
In dieser Reihenfolge ist zweifellos auch die satanische Rangordnung vorgegeben, die zwar schon teilweise zu erkennen war, jedoch in Kürze gänzlich enthüllt wird. Die zweite und dritte Person der göttlichen Dreifaltigkeit, Jesus Christus und der Heilige Geist, kamen vom Himmel, von oben herab. Die zweite und dritte Person der satanischen Trinität, der Antichrist und der falsche Prophet, kommen dagegen aus dem Abgrund, von unten herauf, und werden geradeso dorthin zurückfahren.

Der falsche Prophet hatte nur zwei Hörner gleichwie ein Lamm und redete wie ein Drache. Dieses Wörtchen "gleichwie" besagt wiederum, daß dieses zweite Tier in Wahrheit kein Lamm ist, sondern eher ein Wolf im Schafspelz. Jesus hatte gesagt: Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. (Matth. 7, 15). Desgleichen hatte er damals gesagt: Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. (Matth. 12, 34). Daran sind zweifellos zu jeder Zeit schon die falschen Propheten zu erkennen gewesen. Diese geben sich immer gerne lammfromm, verraten sich aber schnell durch ihre Worte.

Und es übt alle Macht des ersten Tieres vor ihm, und es macht, daß die Erde und die darauf wohnen, anbeten das erste Tier, dessen tödliche Wunde heil geworden war. Der falsche Prophet steht in der Autorität des Antichristen, das zweite Tier ist dem ersten also untergeordnet. Sein Bestreben ist es, die leichtgläubigen Menschen zur Anbetung des Antichristen zu verführen. Die ganze Welt ist in Gefahr, alle, die nicht fest im Worte Gottes gegründet sind. Da ist wieder eine wichtige Parallele zu erkennen: So offenkundig, wie die dritte Person der Gottheit, der Heilige Geist, die Menschen auf Jesus Christus hinweist, so unzweideutig führt hier die dritte Person der satanischen Trinität die Menschen auf den Antichristen zu, in ihren Untergang.

Und es tut große Zeichen, daß es auch macht Feuer vom Himmel fallen auf die Erde vor den Menschen; und verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die ihm gegeben sind, zu tun vor dem Tier; und sagt denen, die auf Erden wohnen, daß sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war. Diese großen Zeichen sind oft typische Kennzeichen der Propheten, auch der falschen. Darauf wird auch beim Antichristen hingewiesen: Denn der Frevler wird auftreten in der Macht des Satans mit allerlei lügenhaften Kräften und Zeichen und Wundern und mit allerlei Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben zu ihrer Rettung. (2. Thess. 2, 9-10). Desgleichen versucht demnach hier das zweite Tier, indem es wohl einen der größten Propheten des Alten Testamentes auf okkulte Weise nachahmt. Ähnlich wie Elia macht es Feuer vom Himmel fallen auf die Erde, vielleicht sogar noch zur gleichen Zeit wie die beiden Zeugen des wahren Gottes, siehe Kapitel 11 (Offb. 11, 5). Die öfters wiederkehrenden Formulierungen "die Erde und die darauf wohnen" oder "die auf Erden wohnen" bezeichnen immer deutlich die Menschen, die sich hier auf der Erde zu Hause fühlen und deshalb vom Himmel nichts wissen wollen. Diese unterliegen nun bald der okkulten Verführung.

Jesus hatte seinen Jüngern schon vorausgesagt: Denn mancher falsche Christus und falsche Propheten werden aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, so daß, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführt würden. (Matth. 24, 24). Wo Zeichen und Wunder im Mittelpunkt der Verkündigung stehen, ist deshalb immer Vorsicht geboten. Geistgewirkte Zeichen sind eher selten und oft unscheinbar, besonders für Außenstehende. Martin Luther warnte: "Der Teufel sagt auch wahr - und lügt gleichwohl bei dem Wahrsagen!" Diesem glaubt man heute mehr als Gott.

Im Griechischen steht für "Bild" das Wort: eikon = eikon, ein Gebrauchsbild, eine Ikone. Alleinherrscher erstreben immer einen Bilderdienst an, wie schon seinerzeit Nebukadnezar, der erste Weltherrscher. Er befahl: Wer aber dann nicht niederfällt und anbetet, der soll sofort in den glühenden Ofen geworfen werden. (Dan. 3, 6). Verweigerte jemand im "Dritten Reich" dem "Führer-Bild" die Verehrung, galt er gleich als Vaterlandsverräter. Den Brautpaaren wurde auf dem Standesamt anstatt eines Kreuzes ein Hitler-Bild ausgehändigt, anstatt einer Bibel das "Hausbuch für die deutsche Familie" mit den schändlichen Gesetzen gegen die Ehe mit Juden. So sollte in jedem Hause anstatt eines Hausaltars fortan der "Führer" verehrt werden.

Und es ward ihm gegeben, daß es dem Bilde des Tieres Geist gab, damit des Tieres Bild redete und machte, daß alle welche nicht des Tieres Bild anbeteten, getötet würden. Zur Zeit des Apostels Johannes beanspruchte erstmalig der Kaiser Domitian für sich die Anrede: "Dominus et Deus noster" (= unser Herr und Gott). Es ist anzunehmen, daß das Abbild des künftigen römischen Weltherrschers in der ganzen Welt verbreitet sein wird und die Menschen wiederum verpflichtet werden, vor ihm ihre Ergebenheit zu bekunden. Eine Möglichkeit dazu bildet das Internet, in dem heute weltweit viele Computer vernetzt sind. So dachte man noch vor einigen Jahren an das Satelliten-Fernsehen, doch die Einschaltquoten allein werden als Treuebeweis sicherlich nicht genügen. Daß schon seit Jahren vor dem weltlichen "Bildaltar" täglich Millionen "Rauch- und Trankopfer" dargebracht werden, daran nimmt auch kirchlicherseits niemand Anstoß. Trotzdem besteht immer die Gefahr einer gewissen Abhängigkeit, auch für Christen und mehr noch für deren Kinder.

Und es macht, daß sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Knechte, sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, daß niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Auch die wirtschaftliche Macht wird es in die Hände bekommen und wohl notwendigerweise eine Lebensmittel-Rationierung einführen. Zu diesem Zwecke werden dann anstatt Lebensmittelkarten und Bezugsscheine die neuesten elektronischen Geräte eingesetzt werden. Gleichfalls zur Sicherheit vor Verlust, Diebstahl und Fälschung lassen sich die Menschen ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn. Es werden an dieser Stelle sechs Gruppen von Menschen genannt, wobei die Kleinen und Großen möglicherweise deren Status andeuten. Das griechische Wort für Malzeichen ist: caragma = charagma und bedeutet ein Hoheitszeichen, das irgendwie eingraviert ist. Ein Laserzeichen auf der Haut, von dem zur Zeit geredet wird, würde gut zu diesem Wort passen, aber es kann durchaus etwas anderes sein.

Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig. Über die Zahl des Tieres ist schon viel gerätselt worden. Gott will uns damit allerdings kein Rätsel aufgeben, sondern vielmehr zu seiner Zeit auch die Deutung dazu schenken. Wenn Gott uns Menschen über seine Pläne informieren will, dann wendet er keine geheimnisvollen Zahlen an, mit denen doch niemand etwas anfangen kann. Darum zunächst abwarten, denn Gott wird zur rechten Zeit für die nötige Klarheit sorgen.

Unzählige "Verständige" haben schon versucht, diese Zahl zu berechnen, allerdings ohne die geringste Übereinstimmung. Der Kirchenvater Irenäus, Bischof von Lyon (140-202 n. Chr.) nannte so bereits eine Anzahl der damals im Umlauf befindlichen Erklärungen. Im Hebräischen und Griechischen hat jeder Buchstabe des Alphabetes seinen eigenen Zahlwert, genauso einige im Lateinischen. Die Römer gebrauchten ursprünglich nicht "M" als Zahlwert für 1000, wie dies heute geschieht. Von allen Buchstaben ihres Alphabets hatten nur insgesamt sechs Zahlwerte. Das waren: D = 500, C = 100, L = 50, X = 10, V = 5 und I = 1. Die Zahl 666 wird im Lateinischen gebildet durch diese sechs Buchstaben: DCLXVI. Die beiden ersten ergeben dann zusammengefaßt 600, die beiden nächsten 60 und die letzten zwei 6. Das sind also zusammen 666. Diese Buchstaben kann man jedoch ebenfalls lesen als: Domitius Caesar Legatos Xti Violenter Interfecit (übersetzt etwa: Kaiser Domitius [= Nero, eigentlich aber: Lucius Domitius Nero] ermordete brutal den Gesandten Christi).

Im Altertum war es gewiß geläufig, die Namen durch Buchstaben zu verschlüsseln.
So fand man vor Jahrzehnten bei Ausgrabungen in Pompeji, der am 24.8.79 n. Chr. durch einen Vulkanausbruch plötzlich verschütteten römischen Siedlung am Fuße des Vesuvs, noch einige Inschriften. Darunter war auch diese Liebeserklärung hingekritzelt, die vermutlich damals von einem Sklaven dort eilig hinterlassen wurde: Amerimnos gedenkt in Güte und Liebe seiner Gebieterin. Die Zahl ihres schönen Namens ist 1035.

Sechs ist die Zahl des Menschen und der Gottesfeindschaft. Die mit sich selbst vervielfältigte Zahl 6 ergibt 36. Zählt man nun alle Zahlen von 1 bis 36 zusammen, so lautet das Ergebnis wiederum: 666. Im ersten Buch der Könige steht geschrieben: Und das Gewicht des Goldes, das für Salomo in einem Jahr einkam, war sechshundertsechsundsechzig Zentner, außer dem, was von den Händlern und vom Gewinn der Kaufleute und von allen Königen Arabiens und von den Statthaltern kam. (1. Kön. 10, 14-15). Indessen gerade auch im Blick auf dieses gesammelte Edelmetall rief Salomo dann in Prediger 2, 8-11 aus: Ich sammelte mir auch Silber und Gold ... als ich aber ansah alle meine Werke, die meine Hand getan hatte, und die Mühe, die ich gehabt hatte, siehe, da war es alles eitel und Haschen nach Wind und kein Gewinn unter der Sonne. Demnach war auch für ihn die 666 eines Menschen Zahl.

Manche Handschriften (einschließlich des Textus Receptus) lesen anstelle 666 drei Buchstaben, deren Zahlwert zusammen 666 ergibt, nämlich: ch-x-s (= c-x-V), also 600 + 60 + 6. Der erste und der dritte Buchstabe sind der Anfangs- und Endbuchstabe von: Christos (= cristoV); der mittlere Buchstabe hat im Griechischen die Form einer Schlange und kann ein Hinweis auf den Drachen sein. Man meint: Von außen sieht das Tier aus wie das Lamm (Christus), aber von innen ist es satanisch. Wenn man bereits weiß, daß das Wort "Tier" im negativen Sinne genau 36 Mal in der Offenbarung vorkommt, mag es nicht verwundern, daß die Summe aller Zahlen von 1 bis 36 = 666 ist. Die Zahl 36 ist auch zweimal 18 (= 6 + 6 + 6), wobei man nun an die ungünstige Bedeutung einer Zeitdauer von 18 Jahren erinnert wird, die mehrmals in der Bibel erwähnt wird, so z. B. in Richt. 3, 14; 10, 8; Jer. 32, 1; 52, 29 und Luk. 13, 11. So könnte man mit den symbolischen Bedeutungen fortfahren.

Unser nun bald zu Ende gehende Zeitalter ist geprägt von den Lastern einer unbußfertigen Welt. Was für uns heute doch unverkennbar ist, hat der Apostel Paulus in seinem zweiten Brief an seinen Schüler und engsten Mitarbeiter Timotheus bereits vorausgesagt: Das sollst du aber wissen, daß in den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen. Denn es werden die Menschen viel von sich halten, geldgierig sein, ruhmredig, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, zuchtlos, wild, ungütig, Verräter, Frevler, aufgeblasen, die Lüste mehr lieben als Gott, die da haben den Schein eines gottesfürchtigen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie; solche meide. (2. Tim. 3, 1-5).

Es werden hier 18 antichristliche und widergöttliche Charaktereigenschaften aufgezählt, die in 3 x 6 Lastergruppen oder Suchtwellen menschlicher Verkommenheit und Gottlosigkeit gipfeln und so nacheinander in gesteigerter Grausamkeit folgen.
 
 
 
 
 
 

Der Lasterkatalog der Endzeit


Die erste              Die zweite              Die dritte             
Lastergruppe enthält   Lastergruppe enthält    Lastergruppe enthält   
sechs Laster und       sechs Laster und        sechs Laster und       
gipfelt in dem         gipfelt in dem          gipfelt in der         
pädagogischen          sexuellen Problem:      Vergnügungssucht:      
Problem:               Zuchtlos (unkeusch)     Die die Lüste mehr     
Den Eltern ungehorsam                          lieben als Gott        

1. Viel von sich       1. Undankbar            1. Wild (brutal)       
haltend                2. Gottlos              2. Ungütig             
2. Geldgierig sein     (ungeistlich)           3. Verräter            
(geizig)               3. Lieblos              4. Frevler             
3. Ruhmredig           4. Unversöhnlich        (unbesonnen)           
4. Hoffärtig           5. Verleumder           5. Aufgeblasen         
(hochmütig)            6. Zuchtlos (unkeusch)  6. Die die Lüste mehr  
5. Lästerer                                        lieben als Gott    
6. Den Eltern                                                         
ungehorsam                                                            

= 6                    + 6                     + 6 = 18 oder 6 6 6    



Zählt man nun die Zahlwerte der einzelnen Buchstaben des griechischen Alphabets zusammen, so ergibt das dann die Zahl des betreffenden Namens, angefangen mit: alpha = 1, beta = 2. Der sechste Buchstabe war früher nicht das z (= Zeta), wie das heute der Fall ist, sondern das V (= Sigma). Sigma oder Stigma jedoch heißt soviel wie Malzeichen, Schandfleck oder Brandmal. Der Apostel Paulus schrieb schon im Galater-Brief nur von sich selbst: ... denn ich trage die Brandmale des Herrn Jesus Christus an meinem Körper. (Gal. 6, 17 - Konkordantes N. T.) Im Urtext steht dort: Stigma, womit eine Wundnarbe irgendwelcher Art in der Haut bezeichnet wird.

Diese Kennzeichnung des Besitzers, die wir sonst nur noch von Tieren kennen, war früher ebenfalls für die Sklaven üblich. Dadurch galten sie als Eigentum und Untertan ihres Herrn, dem sie Gehorsam schuldeten. Aus einem ganz ähnlichen Grunde trug so auch der Hohepriester im Alten Testament eine Art Diadem, eine goldene Platte an seiner Stirn, mit der eingravierten Schrift: "Heilig dem Herrn". (2. Mose 28, 36). Damit brachte der Hohepriester zweierlei in seinem Amt zum Ausdruck:
Erstens, daß er Gottes Eigentum und Untertan war.
Zweitens, daß er Gottes Gesinnung teilte und vertrat.

Das teuflische Gegenstück dieser großartigen Auszeichnung wird nun zunächst der Antichrist tragen, der daran zu erkennen sein wird. Dieses Malzeichen, wie Luther immer übersetzte, wird dann zur Zeit dieses letzten Weltherrschers dessen Hoheitszeichen sein, das alle Menschen als Beweis ihrer Anhängerschaft tragen sollen. So werden viele von ihnen diese Kennzeichnung annehmen, die allerdings zweifellos mehr sein wird, als nur ein Anhängeschild. Unter Todesandrohung werden sie sich dann an ihrer rechten Hand oder an ihrer Stirn mit der Zahl 666 (oder der Zahl des Namens) kennzeichnen lassen, um so für immer ihr Leben dieser teuflischen Macht auszuliefern. Dieses Malzeichen wird unauslöschlich sein, wie es ein Brandmal ist.

Abschließend kann gesagt werden, daß diese Zahl gleichfalls auch die Summe aller "abtrünnigen Macht" darstellt, eine Zusammenfassung von sechstausend Jahren der Sündhaftigkeit in jeder Form. Sie steht also für die Unzulänglichkeit des Menschen, der am sechsten Tage von Gott geschaffen wurde. Die Zahl 6 drückt deshalb Mühe und Arbeit aus und gibt so auch die Zahl der Arbeits- oder Werktage an. Wenn diese für sich bleiben, d. h. wenn der siebente Tag, der Tag der Ruhe Gottes fehlt, der Sabbat oder Sonntag, dann sind sie der Ausdruck der Unvollkommenheit. Demnach liegt die Zahl 6 der Zahl 7, d. h. der Zahl der göttlichen Vollkommenheit, wohl am nächsten, erreicht sie aber nicht. Der Riese Goliath, der Feind Davids, war zwar 6 Ellen und eine Handbreit groß, aber keine 7. Das goldene Bild, das Nebukadnezar im Lande Babel errichten ließ, war sechzig Ellen hoch und sechs Ellen breit, doch der letzte Weltherrscher wird an der Zahl des Tieres gemessen werden. Diese zeigt einmal den sündigen Menschen auf dem Höhepunkt alles menschlich Erreichbaren, die Verführung durch das Fast-Vollkommene, es Gott gleich zu tun. Das bedeutet: Die drei Sechsen von 6 6 6 bilden sozusagen eine unheilige Dreieinheit des Bösen.

Man kann es auch so ausdrücken: Sieben ist die Zahl des Schöpfers, und sechs ist Zahl der Schöpfung ohne den Schöpfer, oder ebenso die Zahl der Welt ohne Gott. Die Weisheit der Heiligen wird darin bestehen, diese Verführung zu erkennen und auszuharren im Glauben, sogar wenn es das Leben kosten sollte. So ist der Knecht nicht über seinen Herrn (Matth. 10, 24), denn Jesus Christus wurde am 6. Tage der Woche gekreuzigt, am Vorabend des Sabbats, des 7. Tages, des Ruhetages der Juden. Damals feierte der gottfeindliche Mensch einen Triumph, der jedoch nur drei Tage dauerte. Am Tage nach dem siebenten Tage der Woche, dem ersten Tage der neuen Woche oder dem 8. Tage, ist Jesus von den Toten auferstanden. Daher heißt es: Als aber der Sabbat um war und der erste Tag der Woche anbrach, kam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab zu besehen. (Matth. 28, 1). Damit hat Jesus für die neue Schöpfung den Grund gelegt und deshalb ist die Zahl 8 die Zahl des Erlösers. Schon in den Sibyllinischen Büchern: "Oracula Sibyllina"(1, 324 ff.) wird darauf hingewiesen, daß der Zahlwert des Namens Jesus die Zahl 888 ist. In Kapitel 2, Offb. 2, 12-17, dem Sendschreiben an die Gemeinde zu Pergamon, wurde bereits unter Punkt 1. erklärt, wie diese Bücher zustande gekommen sind. Der Name Jesus wird im Griechischen in Großbuchstaben so geschrieben: IHSOUS = IÉSOUS, deren Zahlwert wie folgt beträgt: 10 + 8 + 200 + 70 + 400 + 200 = 888.

Daran erkennen wir gleichermaßen den Sieger über den Antichristen und werden dabei auch an Hiob erinnert, als der Herr aus dem Wettersturm ihm erklärend antwortete: ... und sprach: "Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!"? (Hiob 38, 11). Auch das Böse hat seine Grenze.

Wie schon weiter oben erwähnt, besteht inzwischen eine weltweite Vernetzung der sprechenden Bilder via Computer, die als "Internet" bezeichnet wird. Ganz ähnlich wie beim Fernsehen fließt auch hier ungeheurer Schmutz durch diese Kanäle. Dazu fällt auf, daß der dreimalige Buchstabe "W" in jeder Suchanordung vorkommt, wie z. B. http.//www.tele.com/ . Dieser aber besitzt nach dem hebräischen Alphabet als "Waw" den Zahlwert sechs. Wer da mitmachen will, muß also mit 6 6 6 anwählen.

Bei dem allen sollten wir uns jedoch davor hüten, voreilig Schlüsse zu ziehen über die Person des Antichristen. In Anbetracht der so erwiesenermaßen noch unzulänglichen Erkenntnis dieser Dinge in der damaligen Zeit sagte Dr. Martin Luther dann:

Der Papst schon immer war und ist,
laut Gottes Wort: der Antichrist!

Von Dr. Martin Luther ist uns auch dieses Gebet überliefert:

Wir erbitten und erwarten jeden Tag unsere Erlösung
und den Untergang der Welt mit all ihrer Pracht und Schlechtigkeit.
Es geschehe! Bald und schnell! Amen.
 

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