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Kapitel 11

Nach dem Empfang des Büchleins in Kapitel 10 wurde dem Apostel Johannes eine zweite Zwischenvision zuteil, die noch zu der nach Kapitel 9 begonnenen zweiten Parenthese oder Einschaltung bzw. dem Einschub gehört. Dieses Zwischengesicht ist eindeutig als eine Vorausschau auf die erste Hälfte der siebenjährigen Trübsalszeit, also der 70. Jahrwoche nach Daniel 9, 27, zu erkennen. Johannes bezeugt nun dieses Geschehen, wie es ihm widerfahren ist, indem er die Einzelheiten berichtet:

Und es ward mir ein Rohr gegeben, einem Meßstab gleich, und er sprach: Stehe auf und miß den Tempel Gottes und den Altar und die darinnen anbeten. Aber den Vorhof außerhalb des Tempels laß weg und miß ihn nicht, denn er ist den Heiden gegeben; und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate. (Offb. 11, 1-2).

Etwa im Jahre 95 n. Chr. bekam der Apostel Johannes als Gefangener auf der Insel Patmos den eindeutigen göttlichen Auftrag:Stehe auf und miß den Tempel Gottes und den Altar und die darinnen anbeten. Wie in Kapitel 10 (Offb. 10, 9), heißt es hier auch wieder: ... und er sprach, womit wohl auch nur dieser Engel gemeint sein kann, denn "er" ist ja eine Person und nicht nur eine Stimme. Der Engel gab gleichfalls den Auftrag Gottes an Johannes weiter. Zu dieser Zeit gab es allerdings keinen Tempel in Jerusalem mehr, den er hätte messen können, denn dieser war bereits im Jahre 70 n. Chr. von den Römern zerstört worden. Dabei gerieten damals unter dem römischen Feldherrn Titus an die neunhunderttausend Juden in die Gefangenschaft; viele davon gelangten sehr bald in die Hände von Sklavenhändlern. Auf den Märkten Vorderasiens wurden jüdische Sklaven, infolge des großen Angebotes, zu einer billigen Ware. (siehe auch: Werner Keller, Und wurden zerstreut unter alle Völker, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal und Zürich, Seite 76).

Diese Zerstörung Jerusalems und die Gefangennahme der Bevölkerung Judäas, des jüdischen Landes, hatte Jesus bereits seinen Jüngern vorausgesagt mit den Worten: Wenn ihr aber sehen werdet Jerusalem belagert von einem Heer, so merket, daß herbeigekommen ist seine Verwüstung. Alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe auf das Gebirge, und wer in der Stadt ist, der gehe hinaus, und wer auf dem Lande ist, der komme nicht herein. Denn das sind die Tage der Vergeltung, damit erfüllt werde alles, was geschrieben ist. Weh aber den Schwangeren und Säugenden in jenen Tagen! Denn es wird große Not auf Erden sein und ein Zorn über dies Volk, und sie werden fallen durch des Schwertes Schärfe und gefangen geführt unter alle Völker; und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis daß der Heiden Zeit erfüllt ist. (Luk. 21, 20-24). Es scheint alsbald der Fall zu sein, daß der Heiden Zeit erfüllt ist. Mit der Eroberung des Tempelplatzes am Mittwoch, dem 7. Juni 1967 (das heißt, am 28. Ijar 5727 nach dem jüdischen Kalender), begann schon das Ende.

Es ist anzunehmen, daß auch nach dem Dritten Weltkrieg wiederum eine gewaltige Auswanderungswelle nach Israel einsetzen wird, so wie wir sie nach jedem der vorhergehenden Weltkriege mit stetiger Zunahme beobachten konnten. Die eigentliche Auswanderung nach Israel begann nach dem ersten Zionistenkongreß, der im Jahre 1897 in Basel stattfand, also vor genau 100 Jahren. W. E. Blackstone schrieb schon vor vielen Jahren diese bedeutsamen Worte in seinem Buch: "Der Herr kommt!", Verlag von Gottlob Koezle in Chemnitz, dritte Auflage 1907, auf Seite 154-155:

Wir glauben nicht irre zu gehen, wenn wir als für aller Augen sichtbare Zeichen das gottlose und gesetzlose Dreiblatt des Kommunismus, Sozialismus und Nihilismus bezeichnen, welches die Völker beständig in Aufregung erhält. Das sind die unreinen Geister, die dem Antichrist den Weg bereiten!
Und ebenso sind die Juden gerade jetzt auf dem Wege nach Jerusalem.

Man sagt, die türkische Regierung habe zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts nicht mehr als dreihundert Gliedern dieses gehaßten Volkes erlaubt, in Jerusalem zu wohnen. Vierzig Jahre darauf wurde diese Beschränkung zwar aufgehoben, aber es blieb eine andere Verordnung bestehen, durch welche sie in ein bestimmtes Stadtviertel zusammengedrängt wurden, welches so klein war, daß sie nicht darin alle Platz hatten. Im Jahre 1867 wurde diese Verordnung gänzlich aufgehoben, und seit dieser Zeit haben die Juden große Fortschritte gemacht in ihrem Bemühen, ihre alte Hauptstadt wieder zu bevölkern. Beinahe jedes alte Haus, das zum Verkauf kommt, ist von ihnen angekauft worden, und in allen Teilen der Stadt haben sie eine große Anzahl Häuser erbaut. Schulen, Hospitäler und religiöse Vereine werden in großer Anzahl gegründet, ebenso Handfertigkeits- und Ackerbauschulen.

Jerusalem dehnt sich gegenwärtig - 1907 - über einen großen Flächenraum außerhalb der Stadtmauern aus. Große Hospize, Hotels, Kirchen, Kaufläden usw. sind errichtet worden, und - was wohl von der größten Bedeutung ist - eine Menge von Wohnhäusern für Juden.

Die Zahl der Juden, welche in der inneren und äußeren Stadt wohnen, wird auf vierzig- bis fünfzigtausend geschätzt. Die Anzahl der Juden beträgt somit wohl mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung Jerusalems. Außerdem wohnen viele derselben in großen Kolonien, die sich in Tiberias, Safed, Jaffa und Hebron befinden, und in mehreren kleinen in verschiedenen Teilen des Landes. Die Gesamtzahl der jüdischen Bevölkerung Palästinas wird auf mehr als 80 000 geschätzt. Es sind somit seit dem Jahre 1867, der Zeit der Aufhebung des Einwanderungsverbots, mehr Juden nach Palästina zurückgekehrt als zur Zeit der Wiederkehr der babylonischen Gefangenen unter Leitung des Serubabel, deren Zahl bloß 49 697 betrug, Esra 2, 64. 65.

Die antisemitische Bewegung in Deutschland, Österreich und Frankreich, die heftigen Verfolgungen in Rußland und Rumänien haben die Juden der ganzen Welt in Bewegung gesetzt, wie ein Adler aufstöbert sein Nest, 5. Mose 32, 11.
Nationale Hoffnungen und Wünsche finden ihren Ausdruck in der Organisation der Vereine Chovevi Zion (Zionsfreunde) und Schova Zion (Zionskolonisten) in Europa und Amerika. Man kauft Grundeigentum und versieht die durch das Los bestimmten Mitglieder, welche nach Palästina zurückkehren, mit den nötigen Mitteln.

Eine Eisenbahn ist kürzlich gebaut worden, und das Dampfroß eilt auf dem Wege von Jaffa nach Jerusalem dahin, leuchtend wie Feuer, Nahum 2, 4.
Diese Bahnstrecke wird von den eingeborenen Arabern "Trek e Kods" genannt, in bedeutsamer Übereinstimmung mit dem hebräischen "Derech ha-kodesch" (der heilige Weg), Jes. 35, 8. Bis hierher nun ist über den damals unscheinbaren Beginn der Rückkehr nach Zion berichtet, also zitiert aus dem Buch von W. E. Blackstone.

Die in diesem Jahrhundert erfolgte Sammlung Israels und die Staatsgründung vor neunundvierzig Jahren wurden schon vor etwa 2 500 Jahren durch den Propheten Hesekiel vorausgesagt:
Des Herrn Hand kam über mich, und er führte mich hinaus im Geist des Herrn und stellte mich mitten auf ein weites Feld; das lag voller Totengebeine. Und er führte mich überall hindurch. Und siehe, es lagen sehr viele Gebeine über das Feld hin, und siehe, sie waren ganz verdorrt.

Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, meinst du wohl, daß diese Gebeine wieder lebendig werden? Und ich sprach: Herr, mein Gott, du weist es. Und er sprach zu mir: Weissage über diese Gebeine und sprich zu ihnen: Ihr verdorrten Gebeine, höret des Herrn Wort! So spricht Gott der Herr zu diesen Gebeinen: Siehe, ich will Odem in euch bringen, daß ihr wieder lebendig werdet. Ich will euch Sehnen geben und lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut und will euch Odem geben, daß ihr wieder lebendig werdet; und ihr sollt erfahren, daß ich der Herr bin.

Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe, da rauschte es, als ich weissagte, und siehe, es regte sich, und die Gebeine rückten zusammen, Gebein zu Gebein. Und ich sah, und siehe, es wuchsen Sehnen und Fleisch darauf, und sie wurden mit Haut überzogen; es war aber noch kein Odem in ihnen. Und er sprach zu mir: Weissage zum Odem; weissage, du Menschenkind, und sprich zum Odem: So spricht Gott der Herr: Odem, komm herzu von den vier Winden und blase die Getöteten an, daß sie wieder lebendig werden! Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie, und sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer.

Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel. Siehe, jetzt sprechen sie: Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren, und es ist aus mit uns. Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will eure Gräber auftun und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf und bringe euch ins Land Israels. Und ihr sollt erfahren, daß ich der Herr bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole. Und ich will meinen Odem in euch geben, daß ihr wieder leben sollt, und will euch in euer Land setzen, und ihr sollt erfahren, daß ich der Herr bin. Ich rede es und tue es auch, spricht der Herr. (Hes. 37, 1-14).

Diese Weissagungen haben sich inzwischen weitgehend erfüllt. Israel besteht jetzt aus einem gesunden Volkskörper mit Energienetzen und Verkehrsadern. Die Haut stellt die äußeren Grenzen Israels dar; demnach ist der Körper an sich durchaus als vollständig anzusehen. Es fehlt allerdings noch der Geist Gottes, den Israel jedoch erst bei sichtbaren Wiederkunft Jesu erhalten wird. Aus den zaghaften Anfängen zu Beginn dieses Jahrhunderts hat sich inzwischen ein überaus lebensfähiges Volk entwickelt, das heute in vieler Hinsicht als beispielhaft für andere Staaten gelten kann. Insbesondere die Wissenschaft und Forschung haben längst eine Spitzenposition in der Welt erreicht. Die meisten Nobelpreisträger waren schon immer jüdischer Abstammung. Man erkennt daran, wie Gott bis heute zu seinem Volk steht und es unvermindert segnet. Noch vor dem Anfang des Tausendjährigen Friedensreiches Jesu Christi wird der letzte Jude aus aller Welt nach Israel gebracht worden sein, so wie es der Prophet Hesekiel seinerzeit im Namen Gottes seinem Volk vorausgesagt hat:

Weil sie sich an mir versündigt hatten, darum habe ich mein Angesicht vor ihnen verborgen und habe sie übergeben in die Hände ihrer Widersacher, daß sie allesamt durchs Schwert fallen mußten. Ich habe ihnen getan, was sie mit ihrer Unreinheit und ihren Übertretungen verdient haben, und habe mein Angesicht vor ihnen verborgen. Darum - so spricht Gott der Herr: Nun will ich das Geschick Jakobs wenden und mich des ganzen Hauses Israel erbarmen und um meinen heiligen Namen eifern. Sie aber sollen ihre Schmach und alle ihre Sünde, mit der sie sich an mir versündigt haben, vergessen, wenn sie nun sicher in ihrem Lande wohnen und niemand sie schreckt und ich sie aus den Völkern zurückgebracht und aus den Ländern ihrer Feinde gesammelt und an ihnen vor den Augen vieler Heiden gezeigt habe, daß ich heilig bin. Dann werden sie erkennen, daß ich, der Herr, ihr Gott bin, der ich sie unter die Heiden weggeführt habe und wieder in ihr Land sammle und nicht einen von ihnen dort zurücklasse. (Hes. 39, 23-28).

Wie wir eben in Hesekiel 37, 9 gesehen haben, wird Gott dies alles wunderbar bewirken: So spricht Gott der Herr: Odem, komm herzu von den vier Winden und blase die Getöteten an, daß sie wieder lebendig werden! Ähnlich beschrieb Jesus: Und er wird senden seine Engel mit hellen Posaunen, und sie werden sammeln seine Auserwählten von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern. (Matth. 24, 31, ähnlich auch Mark. 13, 27). Diese Sammlung hat jedoch nichts mit der Entrückung der Gemeinde zu tun, sondern betrifft nur sein Volk Israel. Zu diesem Zeitpunkt sind die Gläubigen nämlich längst hinweggenommen.

Nachdem jedoch die Gemeinde von der Erde entrückt sein wird, beginnt Gott verstärkt an seinem Volk zu handeln. Augenblicklich ist es Israel noch verwehrt, auf dem Tempelplatz den neuen Tempel zu bauen. Durch den Dritten Weltkrieg wird Gott jedoch die Voraussetzungen zum Bau des dritten Tempels schaffen, der auch Tempel der Trübsalszeit genannt wird. Der Prophet Hesekiel hat deshalb bezeugt: Und ich sage in meinem Eifer und im Feuer meines Zorns: Wahrlich, zu der Zeit wird ein großes Erdbeben sein im Lande Israels, daß vor meinem Angesicht erbeben sollen die Fische im Meer, die Vögel unter dem Himmel, die Tiere auf dem Felde und alles, was sich regt und bewegt auf dem Lande, und alle Menschen, die auf der Erde sind. Und die Berge sollen niedergerissen werden und die Felswände und alle Mauern zu Boden fallen. (Hes. 38, 19-20).

Als Bauplatz für diesen dritten Tempel kommt nur eine Stätte in Israel in Betracht, nämlich der Tempelplatz in Jerusalem, auf dem zuerst der Tempel Salomos stand. Dieser, wie auch der zweite Tempel, wurden jeweils am 9. Ab oder Aw (Tischa be-Aw), also im August, zerstört. Der erste Tempel durch Nebusaradan, den Obersten der Leibwache und damals Feldhauptmann des Königs Nebukadnezar (2. Kön. 25, 8-9), der zweite sodann durch Titus, den römischen Feldherrn und späteren Kaiser, im Jahre 70 n. Chr., wie bereits erwähnt. Titus (T. Flavius Vespasianus) (30.12.39-13.12.81) war der älteste Sohn des Kaisers Vespasian und wurde nach dessen Tode im Jahre 79 n. Chr. römischer Kaiser. Er wurde seinerzeit geehrt mit dem Bau des heute noch in Rom stehenden Titusbogens, in Erinnerung an die Eroberung Jerusalems. Mit dem Trauertag des 9. Ab hat aber die jüdische Tradition noch andere Ereignisse in der Geschichte des Volkes Israel festgehalten: Die Festung Bethar, etwa zehn Kilometer westlich von Jerusalem gelegen, war die letzte Bastion im verzweifelten Freiheitskampf der Zeloten unter Bar Kochba gegen die Römer. Sie fiel am 9. Ab 135 n. Chr., und Bar Kochba, von dem die Juden geglaubt hatten, daß er der Messias sei, wurde an diesem Tage erschlagen. Am 9. Ab des Jahres 1492 mußten die Juden damals Spanien verlassen. Ebenfalls am 9. Ab (= 1. August) 1914 brach der Erste Weltkrieg aus, der für die osteuropäischen Juden so folgenschwer wurde.

Nach der Babylonischen Gefangenschaft wurden zum zweiten Male die notwendigen Vorbereitungen zum Tempelbau getroffen: Im zweiten Jahr nach ihrer Ankunft beim Hause Gottes in Jerusalem, im zweiten Monat, begannen Serubabel, der Sohn Sealthiëls, und Jeschua, der Sohn Jozadaks, und die übrigen ihrer Brüder, Priester und Leviten, und alle, die aus der Gefangenschaft nach Jerusalem gekommen waren, die Leviten von zwanzig Jahren an und darüber zu bestellen, damit sie die Arbeit am Hause des Herrn leiteten. (Esra 3, 8). Der Bau des ersten Tempels war damals auch im zweiten Monat begonnen worden: ... im Monat Siw, das ist der zweite Monat, wurde das Haus dem Herrn gebaut. (1. Kön. 6, 1). Demzufolge könnte der Baubeginn des dritten Tempels ebenfalls im Monat Siw bzw. Ijar (jetziger Name) erfolgen, mithin etwa im Laufe des Monats Mai des Jahres nach dem Dritten Weltkrieg. Auch hier gilt wiederum: Die Zeichen der Zeit sind maßgebend, sonst nichts.

Der Prophet Sacharja bezeugte dann weitere Einzelheiten: Darum spricht der Herr: Ich will mich wieder Jerusalem zuwenden mit Barmherzigkeit, und mein Haus soll darin wieder aufgebaut werden, spricht der Herr Zebaoth, und die Meßschnur soll über Jerusalem gespannt werden. (Sach. 1, 16). Er hatte ebenfalls eine Verheißung über Serubabel: Und er antwortete und sprach zu mir: Das ist das Wort des Herrn an Serubabel: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. Wer bist du, du großer Berg, der du doch vor Serubabel zur Ebene werden mußt? Er wird hervorholen den Schlußstein, so daß man rufen wird: Glück zu! Glück zu! Und es geschah zu mir das Wort des Herrn: Die Hände Serubabels haben dies Haus gegründet, seine Hände sollen's auch vollenden, damit ihr erkennt, daß mich der Herr Zebaoth zu euch gesandt hat. Denn wer immer den Tag des geringen Anfangs verachtet hat, wird doch mit Freuden sehen den Schlußstein in Serubabels Hand. (Sach. 4, 6-10).

Unter dem König Herodes dem Großen, der von 37-4 v. Chr. herrschte, wurde der Tempel erheblich verschönert. Etwa um 7 v. Chr. erfolgte die allererste Schätzung (Census) in Syrien (mit Judäa), die im Evangelium des Lukas so bezeugt ist: Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. (Luk. 2, 2). Matthäus berichtete zusätzlich: Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise vom Morgenland nach Jerusalem ... (Matth. 2, 1). In der Lutherbibel erklärt heißt es dazu: Eine seltene Stellung der Planeten hat tatsächlich stattgefunden, die von Kepler nachberechnet wurde. Da Herodes der Große 4 v. Chr. starb, ist Jesus nicht im Jahr 1 und wohl auch nicht zur Weihnachtszeit, sondern etwa 7 v. Chr. geboren. Man kann deshalb davon ausgehen, daß Jesus am 3. Oktober des Jahres 7 vor unserer Zeitrechnung geboren wurde, denn damals war eine seltene Jupiterkonjunktion. Diese war nun in der Nacht zu sehen und leitete die Weisen aus dem Morgenland, die wahrscheinlich am 12. November des Jahres 7 v. Chr. in Bethlehem eintrafen. Es war ohne Zweifel das Jahr 747 ab urbe conditia (= nach der Gründungs Roms).

Der zeitweise in Rom tätig gewesene Rechtsgelehrte Tertullian (Quintus Septimius Tertullianus), lat. Kirchenschriftsteller (um 160 - um 225 n. Chr.), bestätigte später indirekt, daß Jesus mit Sicherheit innerhalb der Jahre 746 bis 748 ab urbe condita (= nach der Gründung Roms) (= 8 bis 6 v. Chr.) geboren wurde. In seiner Verteidigungsschrift des Christentums gegen den Gnostiker Marcion bezog sich Tertullian auf diese Schätzung und schrieb: Es steht fest, daß die Schätzung unter Augustus in Judäa betrieben wurde durch Saturninus. (Lateinisch: Census constat actos esse sub Augusto in Judaea per Sentium Saturninum. Adv. Marcionem IV, 19, 10). Wie aus antiken Geschichtsquellen hervorgeht, war es Sentius Saturninus, der in diesen Jahren der Statthalter in Syrien war. Was aber ist mit Cyrenius, den Lukas erwähnte?

Nach den Verzeichnissen der höchsten römischen Beamten war Cyrenius oder Quirinius (Publius Sulpicius Quirinius) einer der Konsuln des Jahres 742 a. u. c. = 12 v. Chr., vgl. Daten zur antiken Chronologie und Geschichte, Reclam, Seite 108. - Wie üblich übernahm er daran anschließend verschiedene Ämter in den Provinzen im Osten des Reiches. In den Ruinen der antiken Stadt Antiochia in Pisidien (heute in der Türkei, in Apg. 13, 14 erwähnt) wurden Inschriften aufgefunden, aus denen hervorgeht, daß dieser Quirinius in den Jahren 10 bis 8 v. Chr. Befehlshaber der römischen Truppen gegen die aufständischen Homonadenser im zilizischen Taurusgebirge war. Erst viel später, nämlich in den Jahren 6 und 7 n. Chr., wirkte er mit Sicherheit als Landpfleger (= Statthalter) in Syrien und trug als solcher die Verantwortung für die Durchführung einer zweiten Steuerschätzung. Diese erfolgte nach der Absetzung des Archelaus, Ethnarch (= Volksfürst) von Judäa, Samaria und Idumäa, des ältesten Sohnes des Königs Herodes. Auch Lukas, der Arzt, wußte genau, daß es zweimal eine solche Schätzung gegeben hatte. Die allererste bezeichnete er deshalb ausdrücklich so im Evangelium, während er die zweite in der Apostelgeschichte (Apg. 5, 37) nur beiläufig erwähnte. Die politische Selbständigkeit Judäas wurde gänzlich beseitigt durch die Entthronung des Archelaus und die Einsetzung eines römischen Prokurators (= Landpflegers) in Jerusalem, der hinfort die Steuern unmittelbar erhob. Der Name Quirinius blieb so gleichsam als Symbol für die verhaßte Steuerlast der römischen Fremdherrschaft allen in betrüblicher Erinnerung.

Bei der Reinigung des Tempels zu Beginn seines öffentlichen Wirkens wurde Jesus von den Obersten der Juden gefragt. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten. Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren erbaut; und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? (Joh. 2, 19-20). Es ist nicht sicher, ob sich diese Zeitangabe auf die Bauzeit unter Serubabel oder die Zeit von Anbeginn der Verschönerung durch Herodes dem Großen bezieht. Oft wird in diesem Zusammenhang auch von einem dritten Tempel des Herodes gesprochen, was jedoch keineswegs richtig ist. Dieser unter Serubabel gebaute zweite Tempel war relativ unansehnlich und wurde etwa 400 Jahre später durch den von den Römern eingesetzten König Herodes völlig umgebaut und gewaltig vergrößert, bis er wegen seiner Schönheit weltweite Berühmtheit erlangte. Dieser Tempel war es, den die Römer unter ihrem Feldherrn Titus im Jahre 70 n. Chr., am 9. Ab (= dem 10. August), bis auf die Grundmauern zerstörten.

Genau an der Stelle dieser beiden Tempel steht jedoch heute noch der Felsendom, fälschlicherweise auch Omar-Moschee genannt, der zu den vier wichtigsten Heiligtümern des Islam gezählt wird. Dieses Gebäude mit seiner großartigen Architektur und seinen Ornamenten ist ein beliebter Bildhintergrund für Photos von frommen und weniger frommen Israel-Reisenden. Ist es uns jedoch überhaupt bewußt, daß dieses mohammedanische Heiligtum mitten auf dem Tempelplatz in Jerusalem ein Zeichen göttlichen Zornes über sein Volk ist? Deshalb ist eine Zerstörung dieses Bauwerkes durch Israel politisch kaum möglich, jedenfalls so lange nicht, bis Gott es ausdrücklich zuläßt. Das wird erst dann sein, wenn sein Zorn soweit gestillt ist.

Aus diesem Grunde ist vorläufig auch keineswegs mit einem Baubeginn des dritten Tempels zu rechnen. Der Felsendom wird wahrscheinlich erst während des Dritten Weltkrieges, wenn Gott eindeutig und gewaltig auf der Seite Israels eingreift, dem durch Hesekiel (Hes. 38, 19-20) vorausgesagten großen Erdbeben zum Opfer fallen. Hierbei wird es dann ganz unerheblich sein, ob das Erdbeben indirekt durch Kriegseinwirkung oder direkt durch ein Eingreifen Gottes ausgelöst worden ist. Nach dem Dritten Weltkrieg jedenfalls wird Israel unverzüglich die Trümmer wegräumen und auf dem freigewordenen Tempelplatz dann sofort mit dem Bau des dritten Tempels beginnen. Bereits jetzt hat Israel schon viele Dinge dazu vorbereitet, wie Priestergewänder, Tempelgeräte und vieles andere mehr, womöglich alles was man braucht.

Vor einiger Zeit wurde berichtet, daß Experten des Israelischen Seismographischen Instituts felsenfest davon überzeugt sind, daß Israel von einem starken Erdbeben (6 oder mehr auf der Richterskala) betroffen werden wird. Während einer Sitzung der parlamentarischen Kommission für Staatskontrolle erklärten sie sodann: "Nicht ob, sondern wann, ist die Frage!". Stark kritisiert wurde zugleich die Tatsache, daß die baulichen Empfehlungen der Kommission zu wenig berücksichtigt würden. Ein solches Erdbeben könnte zur Katastrophe werden, gaben die Experten zu bedenken. - Am gefährlichsten sei das Gebiet des Jordantals mit der Stadt Beth Shean und jenes von Haifa.

Das künftige Heil für das Volk Gottes hat auch der Prophet Sacharja vorausgesagt: Und es geschah des Herrn Wort: So spricht der Herr Zebaoth: Ich eifere für Zion mit großem Eifer und eifere um seinetwillen in großem Zorn.
So spricht der Herr: Ich kehre wieder auf den Zion zurück und will zu Jerusalem wohnen, daß Jerusalem eine Stadt der Treue heißen soll und der Berg des Herrn Zebaoth ein heiliger Berg.

So spricht der Herr Zebaoth: Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der Hand vor hohem Alter, und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen.
So spricht der Herr Zebaoth: Erscheint dies auch unmöglich in den Augen derer, die in dieser Zeit übriggeblieben sind von diesem Volk, sollte es darum auch unmöglich erscheinen in meinen Augen? spricht der Herr Zebaoth.
So spricht der Herr Zebaoth: Siehe, ich will mein Volk erlösen aus dem Lande gegen Aufgang und aus dem Lande gegen Niedergang der Sonne und will sie heimbringen, daß sie in Jerusalem wohnen. Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit.
So spricht der Herr Zebaoth: Stärket eure Hände, die ihr diese Worte hört in dieser Zeit durch der Propheten Mund - an dem Tage, da der Grund gelegt wurde zum Hause des Herrn Zebaoth, auf daß der Tempel gebaut würde. Denn vor diesen Tagen war der Menschen Arbeit vergebens, und auch der Tiere Arbeit erbrachte nichts; und vor lauter Feinden war kein Friede für die, die aus- und einzogen, und ich ließ alle Menschen aufeinander los, einen jeden gegen seinen Nächsten. Aber nun will ich nicht wie in den vorigen Tagen verfahren mit denen, die übriggeblieben sind von diesem Volk, spricht der Herr Zebaoth, sondern sie sollen in Frieden säen. Der Weinstock soll seine Frucht geben und das Land sein Gewächs, und der Himmel soll seinen Tau geben. Und ich will denen, die übriggeblieben sind von diesem Volk, das alles zum Besitz geben. Und es soll geschehen: Wie ihr vom Hause Juda und vom Hause Israel ein Fluch gewesen seid unter den Heiden, so will ich euch erlösen, daß ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärket eure Hände!

So spricht der Herr Zebaoth: Gleichwie ich euch zu plagen gedachte, als mich eure Väter erzürnten, spricht der Herr Zebaoth, und es mich nicht gereute, so gedenke ich nun wiederum in diesen Tagen wohlzutun Jerusalem und dem Hause Juda. Fürchtet euch nur nicht! Das ist's aber, was ihr tun sollt: Rede einer mit dem andern Wahrheit und richtet recht, schafft Frieden in euren Toren, und keiner ersinne Arges in seinem Herzen gegen seinen Nächsten, und liebt nicht falsche Eide; denn das alles hasse ich, spricht der Herr.
Und es geschah des Herrn Zebaoth Wort zu mir: So spricht der Herr Zebaoth: Die Fasten des vierten, fünften, siebenten und zehnten Monats sollen dem Hause Juda zur Freude und Wonne und zu fröhlichen Festzeiten werden. Doch liebet Wahrheit und Frieden! (Sach. 8, 1-19).

Diese Prophezeiung wird erst zu Beginn des Tausendjährigen Friedensreiches Jesu Christi voll erfüllt werden. Der Prophet Hesekiel bezeugt ebenfalls noch einen weiteren Tempelbau, auch für diese zukünftige Zeit, die für ihn doch noch so fern war: Im fünfundzwanzigsten Jahr unserer Gefangenschaft, im Anfang des Jahres, am zehnten Tag des Monats, im vierzehnten Jahr, nachdem die Stadt eingenommen war, eben an diesem Tag kam die Hand des Herrn über mich und führte mich dorthin, - in göttlichen Gesichten führte er mich ins Land Israel und stellte mich auf einen sehr hohen Berg; darauf war etwas wie der Bau einer Stadt gegen Süden. Und als er mich dorthin gebracht hatte, siehe, da war ein Mann, der war anzuschauen wie Erz. Er hatte eine leinene Schnur und eine Meßrute in seiner Hand und stand unter dem Tor. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, sieh her und höre fleißig zu und merke auf alles, was ich dir zeigen will; denn dazu bist du hierher gebracht, daß ich dir dies zeige, damit du alles, was du hier siehst, verkündigest dem Hause Israel. Und siehe, es ging eine Mauer außen um das Gotteshaus ringsherum. Und der Mann hatte die Meßrute in der Hand; die war sechs Ellen lang - jede Elle war eine Handbreit länger als eine gewöhnliche Elle. Und er maß das Mauerwerk: es war eine Rute dick und auch eine Rute hoch. (Hes. 40,1-5).

In den Kapiteln 40-48 des Buches Hesekiel wird eindeutig das kommende Gottesreich beschrieben, das Tausendjährige Friedensreich Jesu Christi. Deshalb besteht auch kein Zweifel daran, daß der dritte Tempel, der Tempel der Trübsalszeit, nach der Trübsal ebenfalls zerstört wird. Dann wird der hier von Hesekiel beschriebene vierte Tempel wiederum an derselben Stelle gebaut werden. Zur Information: eine Elle ist etwa 50 cm lang und eine Rute sind sechs Ellen, also immerhin drei Meter.

Der Prophet Sacharja erwähnt die erhöhte Lage Jerusalems am Ende des Kampfes zur Errichtung dieses Tausendjährigen Friedensreiches Jesu Christi: Und der Herr wird ausziehen und kämpfen gegen diese Heiden, wie er zu kämpfen pflegt am Tage der Schlacht. Und seine Füße werden stehen zu der Zeit auf dem Ölberg, der vor Jerusalem liegt nach Osten hin. Und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten, vom Osten bis zum Westen, sehr weit auseinander, so daß die eine Hälfte des Berges nach Norden und die andere nach Süden weichen wird. Und das Tal Hinnom wird verstopft werden, denn das Tal wird an die Flanke des Berges stoßen.

Und ihr werdet fliehen, wie ihr vorzeiten geflohen seid vor dem Erdbeben zur Zeit Usias, des Königs von Juda. Da wird dann kommen der Herr, mein Gott, und alle Heiligen mit ihm. Zu der Zeit wird weder Kälte noch Frost noch Eis sein. Und es wird ein einziger Tag sein - er ist dem Herrn bekannt! -, es wird nicht Tag und Nacht sein, und auch um den Abend wird es licht sein.

Zu der Zeit werden lebendige Wasser aus Jerusalem fließen, die eine Hälfte zum Meer im Osten und die andere Hälfte zum Meer im Westen, und so wird es sein im Sommer und im Winter. Und der Herr wird König sein über alle Lande. Zu der Zeit wird der Herr der einzige sein und sein Name der einzige. Und das ganze Land wird verwandelt werden in eine Ebene, von Geba bis nach Rimmon im Süden. Aber Jerusalem wird hoch liegen und an seiner Stätte bleiben, vom Tor Benjamin bis an die Stelle des ersten Tors, bis an das Ecktor, und vom Turm Hananel bis an des Königs Kelter. Und man wird darin wohnen; es wird keinen Bann mehr geben, denn Jerusalem wird ganz sicher wohnen. (Sach. 14, 3-11).

Bei der Betrachtung von Kapitel 21 (Offb. 21, 15) werden wir sehen, daß wiederum ein Engel mit Johannes spricht, so daß dieser dann bezeugte: Und der mit mir redete, hatte einen Meßstab, ein goldnes Rohr, daß er die Stadt messen sollte und ihre Tore und Mauer. Dabei geht es jedoch nicht um das Ausmessen eines Tempels, der Text besagt vielmehr ganz deutlich, daß er die Stadt messen sollte. Damit ist allerdings kein anderer gemeint, als "er", nämlich der Engel selbst. Darauf werden wir dann aber zu gegebener Zeit nochmal ausführlich zurückkommen. Hier an dieser Stelle wird dagegen dem Johannes ein Rohr gegeben, einem Meßstab gleich. Dieser, der Apostel Johannes, erhielt dabei von dem Engel den ausdrücklichen Auftrag, den Tempel Gottes und den Altar und ebenso die darinnen anbeten zu messen. Damit kann dann allemal nur der innere Vorhof um den Brandopferaltar gemeint sein, denn die Menschen zu messen wird er ja nicht brauchen. - Mehr über den Vorhof steht im 2. Buch Mose (lat. Exodus = Auszug) Kap. 27, 9-19 und Kap. 38, 9-20.

Diese Ansicht wird hinterher auch bestätigt durch die weitere Anweisung: Aber den Vorhof außerhalb des Tempels laß weg und miß ihn nicht, denn er ist den Heiden gegeben; und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate. Hier wird jetzt von dem äußeren Vorhof gesprochen, außerhalb des Tempels. Dieser Ort scheint nicht mehr so wichtig zu sein, denn Johannes soll ihn nun einmal weglassen und ihn nicht messen. Er ist den Heiden gegeben; und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate. Wie wir indessen schon in Kapitel 7 (Offb. 7, 14) festgestellt haben, begann die Zeit der Heiden mit der Eroberung Jerusalems durch den König Nebukadnezar von Babylon. Diese Zeit wird aber erst mit der sichtbaren Wiederkunft Jesu beendet sein, worauf Jesus auch hingewiesen hat: ... und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis daß der Heiden Zeit erfüllt ist. (Luk. 21, 24).

Mit der Eroberung des Tempelplatzes am Mittwoch, dem 7. Juni 1967 (das heißt, am 28. Ijar 5727 nach dem jüdischen Kalender), ist Jerusalem wieder in jüdischem Besitz. Allerdings ist das noch nicht endgültig, denn die Heiden werden die heilige Stadt zertreten zweiundvierzig Monate lang. Diese Zeitspanne bezieht sich auf die 70. Jahrwoche nach Daniel 9, 27, die in zweimal 3 ½ Jahre unterteilt ist. Demnach kann es nur die zweite Hälfte dieser sieben Jahre sein, an deren Ende der Herr Jesus dann sichtbar wiederkommt, um sein Tausendjähriges Friedensreich aufzurichten.

Zusammenfassend kann unbedingt festgestellt werden, daß der Tempel zu Beginn der 70. Jahrwoche gebaut, in der Mitte sodann von den Heiden besetzt und bis zum Ende dieser siebenjährigen Trübsalszeit zertreten wird. Wenn also beispielsweise der Prophet Daniel (Dan. 9, 27) auf das Ende dieser Weltzeit blickt, oder wenn der Apostel Paulus im Geiste Gottes den Blick auch für die Endzeit geöffnet bekommt (2. Thess. 2, 3-4), oder hier der Seher Johannes auf Patmos, dann schauen sie alle auf dem Tempelplatz in Jerusalem nicht den Felsendom, sondern einen neuerbauten Tempel, in dem tatsächlich wieder dem Gesetz Israels gemäß geopfert wird.

Für viele Ausleger war es eine Frage, ob sich die zweiundvierzig Monate (oder die dreieinhalb Jahre) dieses Abschnittes eventuell auf die erste oder die zweite Hälfte der 70. Jahrwoche beziehen. J. N. Darby meinte zunächst auf die erste, änderte jedoch später seine Ansicht, wie das eindeutig in seinem Artikel von 1857 n. Chr. zu ersehen ist: "Are there two half-weeks in the Apocalypse?". Ja, doch, tatsächlich!

Und die Stimme, die Johannes vom Himmel gehört hatte, redete nun abermals mit ihm:

Und ich will meinen zwei Zeugen geben, daß sie sollen weissagen zwölfhundertsechzig Tage, angetan mit Trauerkleidern. Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. Und wenn ihnen jemand will Schaden tun, so geht Feuer aus ihrem Munde und verzehrt ihre Feinde; und wenn ihnen jemand will Schaden tun, der muß so getötet werden. Diese haben Macht, den Himmel zu verschließen, daß es nicht regne in den Tagen ihrer Weissagung, und haben Macht über die Wasser, sie zu wandeln in Blut, und zu schlagen die Erde mit allerlei Plage, sooft sie wollen.
Und wenn sie ihr Zeugnis geendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen Krieg führen und wird sie überwinden und wird sie töten. Und ihre Leichname werden liegen auf der Gasse der großen Stadt, die da geistlich heißt: Sodom und Ägypten, wo auch ihr Herr gekreuzigt ist. Und es werden etliche aus den Völkern und Geschlechtern und Sprachen und Nationen ihre Leichname sehen drei Tage und einen halben und werden ihre Leichname nicht lassen ins Grab legen. Und die auf Erden wohnen, freuen sich über sie und sind guter Dinge und werden einander Geschenke senden; denn diese zwei Propheten quälten, die auf Erden wohnten.
Und nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie traten auf ihre Füße; und eine große Furcht fiel auf alle, die sie sahen. Und sie hörten eine große Stimme vom Himmel zu ihnen sagen: Steiget herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde. Und zu derselben Stunde ward ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und wurden getötet in dem Erdbeben siebentausend Menschen, und die andern erschraken und gaben Ehre dem Gott des Himmels. Das zweite Wehe ist dahin; siehe, das dritte Wehe kommt schnell. (Offb. 11, 3-14).

Dieser Abschnitt der Offenbarung befaßt sich mit dem Dienst von zwei Zeugen, die während zwölfhundertsechzig Tagen weissagen werden. Das sind ebenfalls dreieinhalb Jahre, denn diese biblischen Jahre werden zu 360 Tagen gerechnet. Liest man diese Textstelle etwas oberflächlich, so könnte man durchaus der Meinung sein, es würde sich auch um die eingangs von Kapitel 11 erwähnten zweiundvierzig Monate handeln. Dem ist jedoch nicht so, denn wie wir bereits gesehen haben, wird hingegen spätestens in der ersten Hälfte der 70. Jahrwoche nach Daniel 9, 27 der Tempel gebaut und eingeweiht. In der zweiten Hälfte wird die heilige Stadt von den Heiden zertreten werden, dann wird auch der Dienst dieser beiden Zeugen nicht mehr möglich sein.

Vom Gesamtzeugnis der Bibel her, wird zunächst der Antichrist, das ist der falsche Christus oder Messias, einen Vertrag mit Israel schließen oder vielleicht auch einen bereits bestehenden ausdrücklich noch einmal bestätigen. Während dieser Zeit des Scheinfriedens wird Gott zwei mit dem Heiligen Geist erfüllte und bevollmächtigte Propheten in Israel erwecken. Diese beiden Zeugen werden Menschen unserer Zeit sein, die mit derselben Kraft der Propheten des Alten Testamentes ausgerüstet sein werden. Manche Ausleger haben deshalb an Henoch oder Mose und Elia gedacht.

Es ist jedoch völlig ausgeschlossen, daß einer von ihnen in verklärter Gestalt nochmals auf der Erde wandeln und dann getötet werden wird. Diese würden sich auch kaum in unserer Zeit zurechtfinden, die sich zwar weniger moralisch, dafür jedoch umso mehr technisch gewandelt hat. In der Lutherbibel erklärt wird uns nun gesagt zu den zwei Zeugen: ... ist auch an zwei Einzelpersonen zu denken. Vor dem ersten Kommen Jesu war ein Vorläufer, vor dem zweiten Kommen sind es zwei.

Sie sind angetan mit Trauerkleidern oder mit Bußgewändern, ein klarer, biblischer Hinweis darauf, daß ihre Botschaft in erster Linie ein Aufruf zur Buße sein wird. Es deutet alles darauf hin, daß diese zwei Zeugen das Volk Israel eindringlich vor dem Antichristen warnen und ihn als den falschen Messias entlarven und brandmarken werden. Unermüdlich werden sie dreieinhalb Jahre lang täglich das jüdische Volk zur Buße und zum Glauben an den wahren Messias aufrufen. Die daraufhin Jesus erwarten, werden die klugen Jungfrauen aus Israel sein (Matth. 25, 1-13). Diese gehören nicht zur Braut, also zur Gemeinde aus Juden und Heiden (Röm. 10, 12 oder Gal. 3, 28), wenn sie nicht durch Buße und Bekehrung ebenfalls ein Glied am Leibe Jesu Christi geworden sind. Nur durch eine persönliche Lebensübergabe und eine bewußte Hingabe des eigenen Willens erfolgt eine geistliche Wiedergeburt. Darum wurde dieser Vorgang in dem Gespräch mit Nikodemus, einem Obersten unter den Juden, mit folgenden Worten besonders erklärt: Jesus antwortete: Wahrlich, Wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. (Joh. 3, 5-7). Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. (Röm. 8, 16). Erst dann weiß man genau, daß man zur Braut oder auch zum Leibe Christi gehört.

Zum besseren Verständnis sei daher an dieser Stelle das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen hier eingefügt: Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen (Syr. und vulg. fügen hinzu: ... und der Braut). Aber fünf unter ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen; aber sie nahmen nicht Öl mit sich. Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.

Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen! Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Darum wachet! Denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. (Matth. 25, 1-13).

Diese zehn Jungfrauen können nicht gleichzeitig Braut und Brautjungfrauen sein. Wim Malgo hat einmal dazu gesagt: Indessen dürfen wir nicht übersehen, daß der Herr Jesus alles Prophetische, auch die prophetischen Gleichnisse wie das erwähnte über die zehn Jungfrauen, an Israel gerichtet hat. Soweit wir es erkennen, werden bei der Wiederkunft Jesu in Israel kluge Jungfrauen hervorgehen, das heißt, solche Juden, die immer auf den Messias gewartet haben.

Von den beiden Zeugen heißt es nun weiter: Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. Dadurch werden sie mit dem Hohenpriester Josua und dem Baumeister Serubabel verglichen, die nach Israels Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft die führende Rolle beim Bau des Tempels übernahmen. Der Prophet Sacharja berichtete in Kapitel 3 und 4 seines Buches über seine vierte und fünfte Vision. Zur Deutung der fünften Vision hat er dann erst weitere Fragen an den Engel gerichtet, der mit ihm redete: Und ich hob an und sprach zu ihm: Was sind die zwei Ölbäume zur Rechten und zur Linken des Leuchters? Und ich sprach weiter zu ihm: Was sind die beiden Zweige der Ölbäume bei den zwei goldenen Röhren, aus denen das goldene Öl herabfließt? Und er sprach zu mir: Weißt du nicht, was sie sind? Ich aber sprach: Nein, mein Herr. Und er sprach: Es sind die zwei Gesalbten, die vor dem Herrscher aller Lande stehen. (Sach. 4, 11-14). Durch diese beiden Ölbäume wird Gott inmitten des Volkes Israel ein Zeugnis aufrichten in Bezug auf die hohepriesterliche und königliche Würde des Messias. Damals war es Josua, der Hohepriester, und Serubabel, ein Bild für den König, denn er stammte aus dem Geschlecht Davids (Matth. 1, 12-13 und Luk. 3, 27).

Über den kommenden Vorläufer hat der Prophet Maleachi dieses Wort des Herrn Zebaoth uns wiedergegeben: Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, auf daß ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage. (Mal. 3, 23-24). Es sind dies zudem die allerletzten Verse des gesamten Alten Testamentes. Die Juden berücksichtigen diese Textstelle auch heute noch, indem sie bei der Feier am Vorabend des Passahfestes, am Sederabend, einen freien Platz an dem Tisch decken für den kommenden Propheten Elia. Nach dem Tischgebet wird ein Becher mit Wein auf den Tisch gestellt, der bezeichnet wird: Becher des Propheten Elia.

Ein Rabbiner erklärte das einmal so: Das jüdische Volk wurde im Monat Nisan, an Pessach (Passah, der Juden Ostern, wie Luther es nannte), von der Sklaverei erlöst, und das jüdische Volk wird im Nisan erlöst, das heißt der Maschiach (der Messias, der Gesalbte Gottes) wird in diesem Monat kommen. Elijahu (Elia) wird demzufolge der Vorläufer des Maschiach sein. Und wenn er dann schon im Nisan kommt, so ist doch der Sederabend die beste Zeit hierfür. Deswegen stellen wir den Becher für Elijahu auf den Tisch. Aus dem Becher wird nicht getrunken, während jedoch alle anderen, die an dieser Feier teilnehmen, viermal Wein aus ihrem Becher trinken - viermal wegen der vier Ausdrücke, die in Bezug auf die Erlösung in der Thora vorkommen: Ich habe euch herausgebracht - Ich habe euch gerettet - Ich habe euch erlöst - Ich habe euch zu mir genommen als Volk.

Der Prophet Maleachi hat auch dieses Wort des Herrn Zebaoth berichtet: Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. (Mal. 3, 1). Dazu hat der Herr Jesus zu dem Volk gesagt: Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die vom Weibe geboren sind, ist keiner aufgestanden, der größer sei als Johannes der Täufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer als er. Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis hierher leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt tun, reißen es weg. Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis zur Zeit des Johannes; und so ihr's wollt annehmen: er ist der Elia, der da kommen soll. (Matth. 11, 11-14).

Nach der Verklärung Jesu ging dieser dann wieder mit Petrus, Jakobus und Johannes hinab von dem Berge: Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Was sagen denn die Schriftgelehrten, zuvor müsse Elia kommen? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Elia soll freilich kommen und alles zurechtbringen. Doch ich sage euch: Elia ist schon gekommen, aber sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben mit ihm getan, was sie wollten. So wird auch des Menschen Sohn leiden müssen von ihnen. Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte. (Matth. 17, 10-13, ähnlich auch Mark. 9, 11-13).

Bei der Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers sprach der Engel des Herrn zu Zacharias, seinem Vater, auch dies: Und er wird der Kinder Israel viele zu Gott, ihrem Herrn, bekehren. Und er wird vor ihm hergehen in Geist und Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein bereitet Volk. (Luk. 1, 16-17). Daraus ist ersichtlich, daß Elia schon gekommen ist, indem Johannes der Täufer in Geist und Kraft des Elia gewirkt hat. Übrigens hat Johannes der Täufer später dann gesagt, daß er nicht der Elia in Person sei: Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. (Joh. 1, 21). So wird es zweifellos auch bei dem zweiten Kommen Jesu sein, wenn wiederum neue Propheten seiner Ankunft vorausgehen werden. Um Mißverständnissen gleich vorzubeugen, sei noch ausdrücklich betont, daß es sich hierbei um die 2. Phase seines Wiederkommens handelt, wenn er in Herrlichkeit für Israel kommt.

Von diesen wird dann gesagt: Und wenn ihnen jemand will Schaden tun, so geht Feuer aus ihrem Munde und verzehrt ihre Feinde; und wenn ihnen jemand will Schaden tun, der muß so getötet werden. Im zweiten Buch der Könige wird nun von Elia bezeugt: Elia antwortete dem Hauptmann über fünfzig: Bin ich ein Mann Gottes, so falle Feuer vom Himmel und fresse dich und deine fünfzig Mann. Da fiel Feuer vom Himmel und fraß ihn und seine fünfzig Mann. (2. Kön. 1, 10 und 1, 12). Schon vorher, bei dem Gottesurteil auf dem Karmel, hatte Gott auf sein Gebet hin geantwortet: Und als es Zeit war, das Speisopfer zu opfern, trat der Prophet Elia herzu und sprach: Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, laß heute kundwerden, daß du Gott in Israel bist und ich dein Knecht und daß ich das alles nach deinem Wort getan habe! Erhöre mich, Herr, erhöre mich, damit dies Volk erkennt, daß du, Herr, Gott bist und ihr Herz wieder zu dir kehrst! Da fiel das Feuer des Herrn herab und fraß Brandopfer, Holz, Steine und Erde und leckte das Wasser auf im Graben. Als das alles Volk sah, fielen sie auf ihr Angesicht und sprachen: Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! (1. Kön. 18, 36-39).

Der Prophet Jeremia bekannte auch dies: Sie verleugnen den Herrn und sprechen: "Das tut er nicht; so übel wird es uns nicht gehen; Schwert und Hunger werden wir nicht sehen. Die Propheten sind Schwätzer und haben Gottes Wort nicht; es ergehe ihnen selbst so!" Darum spricht der Herr, der Gott Zebaoth: Weil ihr solche Reden führt, siehe, so will ich meine Worte in deinem Munde zu Feuer machen und dies Volk zu Brennholz, daß es verzehrt werde. (Jer. 5, 12-14). Ähnlich wird es auch den Feinden dieser beiden Propheten ergehen. So wie unser Herr Jesus etwa drei Jahre lang von seinen Feinden nicht angetastet werden durfte, weil seine Zeit noch nicht erfüllt war, dürfen auch diese zwei Zeugen während der zwölfhundertsechzig Tage ihres Dienstes keinen Schaden nehmen.

Ihre Vollmacht ist beeindruckend: Diese haben Macht, den Himmel zu verschließen, daß es nicht regne in den Tagen ihrer Weissagung, und haben Macht über die Wasser, sie zu wandeln in Blut, und zu schlagen die Erde mit allerlei Plage, sooft sie wollen. Daran erkennt man eindeutig, daß sie in Geist und Kraft des Elia (Luk. 1, 17) und auch des Mose handeln werden. Elia hatte Macht, den Himmel zu verschließen, daß es nicht regnete. Im ersten Buch der Könige wird uns berichtet: Und es sprach Elia, der Thisbiter, aus Thisbe in Gilead zu Ahab: So wahr der Herr, der Gott Israels, lebt, vor dem ich stehe: es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn. (1. Kön. 17, 1). Weiter heißt es dort: Nach einer langen Zeit kam das Wort des Herrn zu Elia, im dritten Jahr: Geh hin und zeige dich Ahab, denn ich will regnen lassen auf die Erde. (1. Kön. 18, 1). Das wird uns bestätigt im Brief des Jakobus, einem von den leiblichen Brüdern des Herrn Jesus, der darin gesagt hat: Elia war ein schwacher Mensch wie wir; und er betete ein Gebet, daß es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate. Und er betete abermals, und der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht. (Jak. 5, 17-18).

Da es in unserem Text auch noch heißt: ... daß es nicht regne in den Tagen ihrer Weissagung, könnte es durchaus sein, daß es ebenfalls drei Jahre und sechs Monate nicht regnen wird im Israel unserer Zeit. Denn den zwei Zeugen ist gegeben: ... daß sie sollen weissagen zwölfhundertsechzig Tage, das sind nun genau drei Jahre und sechs Monate.

Mose hatte Macht über die Wasser, sie zu wandeln in Blut. Im 2. Buch Mose (lat. Exodus = Auszug) lesen wir deshalb: Und der Herr sprach zu Mose: Sage Aaron: Nimm deinen Stab und recke deine Hand aus über die Wasser in Ägypten, über ihre Ströme und Kanäle und Sümpfe und über alle Wasserstellen, daß sie zu Blut werden, und es sei Blut in ganz Ägyptenland, selbst in den hölzernen und steinernen Gefäßen. Mose und Aaron taten, wie ihnen der Herr geboten hatte, und Mose hob den Stab und schlug ins Wasser, das im Nil war, vor dem Pharao und seinen Großen. Und alles Wasser im Strom wurde in Blut verwandelt. (2. Mose 7, 19-20).

Er hatte auch Vollmacht, zu schlagen die Erde mit allerlei Plage. Die zehn Plagen in Ägypten waren:
Die erste Plage: Verwandlung aller Gewässer in Blut (2. Mose 7, 14-25).
Die zweite Plage: Frösche (2. Mose 7, 26 - Kap. 8, 11 - andere Bibelausgaben haben möglicherweise eine abweichende Vers-Zählung).
Die dritte Plage: Stechmücken (2. Mose 8, 12-15).
Die vierte Plage: Stechfliegen (2. Mose 8, 16-28).
Die fünfte Plage: Viehpest (2. Mose 9, 1-7).
Die sechste Plage: Blattern (2. Mose 9, 8-12).
Die siebente Plage: Hagel (2. Mose 9, 13-35).
Die achte Plage: Heuschrecken (2. Mose 10, 1-20).
Die neunte Plage: Finsternis (2. Mose 10, 21-29).
Die zehnte Plage: Tötung der Erstgeburt (2. Mose 11 und 2. Mose 12, 29-30).

Als besondere Bekräftigung ihres gewaltigen Dienstes und ihrer außerordentlichen Bevollmächtigung wird von den beiden Zeugen noch gesagt, daß sie diese Zeichen und Wunder ausüben können: ... sooft sie wollen. Auch heute lebende Diener üben die ihnen von Gott gegebene Vollmacht aus "im Stehen vor dem Herrn der Erde"- wie diese zwei Zeugen -, also nur unter Gottes klarer Führung und Weisung.

Und wenn sie ihr Zeugnis geendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen Krieg führen und wird sie überwinden und wird sie töten. Es ist anzunehmen, daß durch diese beiden Zeugen gewisse Situationen in Wirtschaft und Politik in prophetischer Weise durchblickt und gedeutet werden können. Nach der Entrückung der Gemeinde wird sodann der Antichrist in Erscheinung treten und seine ganze Macht entfalten. Hier wird er das Tier genannt, jedoch müßte es eigentlich "Bestie" heißen. Darum lautet die Übersetzung im Konkordanten Neuen Testament auch genauer: ... das aus dem Abgrund heraufsteigende wilde Tier.

Von diesem Text her ist der Antichrist eindeutig die Verkörperung Satans oder der leibhaftige Teufel, ähnlich wie Jesus Christus wahrer Mensch und wahrer Gott war: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen! (Mark. 15, 39). Wie wir bereits in Kapitel 9 (Offb. 9, 1) gesehen haben, wurde schon während der fünften Posaune dem Engel der Schlüssel zum Brunnen des Abgrundes gegeben, um diesen dann zu öffnen. Hier zu dieser Stelle heißt es deswegen in der Scofield-Bibel: Wörtl. Pfuhl des Abgrunds. Daraus empfängt der Antichrist alsdann seine dämonischen Kräfte. Die Person des Antichristen wird nachher in Kapitel 13 noch genauer beschrieben.

Nachdem diese zwei Zeugen während dreieinhalb Jahren auf vielfältige Weise vor dem falschen Messias gewarnt hatten, ist ihr Dienst jetzt beendet. Alles hat Gott im voraus genau festgelegt; alle Geschehnisse müssen sich so nach seinem Plan pünktlich erfüllen. Die große Mehrzahl in Israel und in der Welt wird die Verkündigung als religiösen Fanatismus und Hetzpropaganda verurteilen und in schärfster Form dagegen angehen. So wird das Argument in Israel ähnlich wie zur Zeit Jesu lauten: Lassen wir ihn so, dann werden sie alle an ihn glauben, und es werden die Römer kommen und nehmen uns Land und Leute. (Joh. 11, 48). Der Antichrist ist der neue Herrscher von Rom, der trotzdem kommen wird. Möglicherweise werden sich die 144 000 aus allen Stämmen Israels durch diese beiden Zeugen bekehren, vielleicht sogar schon vorher, während des Dritten Weltkrieges. Diese Versiegelten werden dann auf der Seite der Zeugen stehen und dann ebenfalls Verfolgung erleiden, insbesondere wenn diese beseitigt sind. Das sehen wir dann demnächst in Kapitel 12.

Gott hindert jetzt nicht mehr den Antichristen, die zwei Zeugen nun zu bekämpfen, sie zu überwinden und zu töten. Und ihre Leichname werden liegen auf der Gasse der großen Stadt, die da geistlich heißt: Sodom und Ägypten, wo auch ihr Herr gekreuzigt ist. Daß sie auf der Straße liegen werden, galt immer als Schändung. Die große Stadt ist Jerusalem, in geistlicher Hinsicht jedoch: Sodom und Ägypten. Sodom erinnert an einen ungeheuren Tiefpunkt in der Geschichte der Menschheit, an den schaurigen Zerfall von Sitte und Moral. Deshalb hat Jesus bereits gewarnt: Desgleichen, wie es geschah zu den Zeiten Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; an dem Tage aber, als Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um. Auf diese Weise wird's auch gehen an dem Tage, wenn des Menschen Sohn wird offenbar werden. (Luk. 17, 28-30).

In Israel ist es heute nicht viel anders als bei uns, deshalb wird es den Ungläubigen bei uns auch nicht viel anders ergehen. Die Warnung Jesu ist sicherlich deutlich: ... da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um. Die Betonung liegt auf: alle. Im Jahre 1977 wurde auch in Israel ein Gesetz verabschiedet, welches den "Schwangerschaftsabbruch" recht großzügig gestattet. Dieses Gesetz hat jedoch weitaus größere Auswirkungen als damals der Kindermord des Herodes (Matth. 2, 16-18). Etwa 30 000 legale Abtreibungen werden inzwischen jedes Jahr in Israel durchgeführt. Dazu sei nur noch erwähnt: Pornographie ist weitverbreitet.

In Ägypten wurde des Volk Gottes geknechtet und versklavt. Seit Paulus, oder richtiger Saulus, die Jünger des Herrn verfolgte, hat sich in dieser Hinsicht auch nicht viel geändert. Die messianischen Juden werden teilweise unterdrückt und verachtet, sogar die Staatsbürgerschaft will man solchen Einwanderern oft nicht zuerkennen. Durch das sich in Vorbereitung befindliche Anti-Missionsgesetz will man jegliche Evangelisation in Israel gänzlich verbieten. Bei dem Tod des Stephanus, des ersten Märtyrers der Judenchristen, wird sodann gesagt: Es erhob sich aber an jenem Tage eine große Verfolgung über die Gemeinde zu Jerusalem. (Apg. 8, 1). Hier in diesem Text der Offenbarung wird wohl angedeutet, daß es zu der Zeit ähnlich sein könnte.

Die getöteten Zeugen bleiben auf der Straße liegen, keiner begräbt sie: Und es werden etliche aus den Völkern und Geschlechtern und Sprachen und Nationen ihre Leichname sehen drei Tage und einen halben und werden ihre Leichname nicht lassen ins Grab legen. Und die auf Erden wohnen, freuen sich über sie und sind guter Dinge und werden einander Geschenke senden; denn diese zwei Propheten quälten, die auf Erden wohnten. Wegen dieser prophetischen Aussage gab es noch vor relativ kurzer Zeit Bibelausleger, die die Inspiration der Offenbarung ablehnten. Es war ihnen unverständlich, wie man wohl auf der ganzen Erde die Leichname in Jerusalem sehen könnte. Heute weiß man, daß jede internationale Fernsehsensation einfach "live" über Satellit in alle Welt übertragen wird. Wenn es nicht im lokalen Fernsehen zu sehen ist, dann kann man mittels Kabel oder "Schüssel" weitere Programme empfangen. Durchaus beachtenswert ist, daß der Text genau lautet: Völker ... werden ihre Leichname sehen ..., also nicht nur etliche. Ja, alle Welt wird sie so auf der Straße in Jerusalem liegen sehen, und viele werden augenblicklich über die schlußendlich zum Schweigen gebrachten Bußprediger unheimlich frohlocken.

In der Lutherbibel erklärt heißt es dazu: Früher gab man sich Geschenke, weil der einzigartige große Zeuge (Offb. 1, 5: Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge) gekommen ist (Weihnachten). Nun gibt man Geschenke aus Freude darüber, daß man die unbequemen Zeugen endlich los ist. Nachdem diese Parapsychologen mit ihren übernatürlichen Kräften, für die die Welt sie hält, nun endlich beseitigt sind, wähnen die getäuschten Anhänger des Antichristen, es sei mit den Plagen vorbei. Deshalb anstatt Buße und Beugung - Jubel und Trubel. Genau, wie es geschah zu den Zeiten Lots: sie aßen, sie tranken ... (Luk. 17, 28). Somit stellt sich die Frage: Wie lange noch? Wie lange wird das wohl noch so weitergehen, bis Gott handelt?

Doch nicht lange dauert diese Freude. Nach nur dreieinhalb Tagen dürfte sie dann einem jähen Erschrecken Platz machen: Und nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie traten auf ihre Füße; und eine große Furcht fiel auf alle, die sie sahen. In der Jubiläums-Bibel wird dazu erklärt: Nach dreieinhalb Tagen verwandelt sich so die Schmach der zwei Zeugen in einen unerwarteten, umso herrlicheren Triumph, was ihre Mörder mit bangen Ahnungen erfüllt ... . In Vers 8 hieß es: ... wo auch ihr Herr gekreuzigt ist. Ihr Herr ist jedoch bereits am dritten Tage auferstanden. In diese beiden Zeugen fuhr andererseits erst nach drei Tagen und einem halben der Geist des Lebens von Gott, so daß sie auferstehen konnten. Das muß doch eine besondere Bewandtnis haben, denn es ist kein Zufall. Bei Gott geschieht absolut nichts zufällig, sondern nur, was einem von Gott zufällt oder von ihm zugelassen wird. Auch hier gibt uns die Schrift die Erklärung:

Im 4. Buch Mose (lat. Numeri = Zahlen oder Zählungen) ist nun im Bericht über die Aussendung und Rückkehr der Kundschafter zu lesen: Und der Herr redete mit Mose und sprach: Sende Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Kindern Israel geben will, aus jedem Stamm ihrer Väter je einen Mann, lauter Älteste. Da entsandte Mose aus der Wüste Paran nach dem Wort des Herrn lauter Männer, die Häupter waren unter den Kindern Israel. Und sie hießen: ... Kaleb, der Sohn Jephunnes, vom Stamme Juda; Hosea, der Sohn Nuns, vom Stamme Ephraim. Aber Hosea, den Sohn Nuns, nannte Mose Josua. (4. Mose 13, 1-4 + 6 + 8 + 16).

Und nach vierzig Tagen, als sie das Land erkundet hatten, kehrten sie um, gingen hin und kamen zu Mose und Aaron und zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel in die Wüste Paran nach Kadesch und brachten ihnen und der ganzen Gemeinde Kunde, wie es stand, und ließen sie die Früchte des Landes sehen. Und sie erzählten ihnen und sprachen: Wir sind in das Land gekommen, in das ihr uns sandtet; es fließt wirklich Milch und Honig darin, und dies sind seine Früchte. Aber stark ist das Volk, das darin wohnt, und die Städte sind befestigt und sehr groß; und wir sahen dort auch Enaks Söhne. Es wohnen die Amalekiter im Südland, die Hethiter und Jebusiter und Amoriter wohnen auf dem Gebirge, die Kanaaniter aber wohnen am Meer und am Jordan.
Kaleb aber beschwichtigte das Volk, das gegen Mose murrte, und sprach: Laßt uns hinaufziehen und das Land einnehmen, denn wir können es überwältigen. Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sprachen: Wir vermögen nicht hinaufzuziehen gegen dies Volk, denn sie sind uns zu stark. Und sie brachten über das Land, das sie erkundet hatten, ein böses Gerücht auf unter den Kindern Israel und sprachen: Das Land, durch das wir gegangen sind, um es zu erkunden, frißt seine Bewohner, und alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von großer Länge. Wir sahen dort auch Riesen, Enaks Söhne aus dem Geschlecht der Riesen, und wir waren in unsern Augen wie Heuschrecken und waren es auch in ihren Augen. (4. Mose 13, 25-33).

Da fuhr die ganze Gemeinde auf und schrie, und das Volk weinte die ganze Nacht. Und alle Kinder Israel murrten gegen Mose und Aaron, und die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: Ach daß wir in Ägyptenland gestorben wären oder noch in dieser Wüste stürben! Mose aber und Aaron fielen auf ihr Angesicht vor der ganzen Versammlung der Gemeinde der Kinder Israel. Und Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, die auch das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel: Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist sehr gut. Wenn der Herr uns gnädig ist, so wird er uns in dies Land bringen und es uns geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt. Fallt nur nicht ab vom Herrn und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht, denn wir wollen sie wie Brot auffressen. Es ist ihr Schutz von ihnen gewichen, der Herr aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen!
Aber das ganze Volk sprach, man sollte sie steinigen. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn über der Stiftshütte allen Kindern Israel. Und der Herr sprach zu Mose: Wie lange lästert mich dies Volk? Und wie lange wollen sie nicht an mich glauben trotz all der Zeichen, die ich unter ihnen getan habe? (4. Mose 14, 1-2 + 5-11).

Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach: Wie lange murrt diese böse Gemeinde gegen mich? Ich habe das Murren der Kinder Israel, womit sie gegen mich gemurrt haben, gehört. Darum sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr: ich will mit euch tun, wie ihr vor meinen Ohren gesagt habt. Eure Leiber sollen in dieser Wüste verfallen. alle, die ihr gezählt seid von zwanzig Jahren an und darüber, die ihr gegen mich gemurrt habt, wahrlich, ihr sollt nicht in das Land kommen, über das ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, euch darin wohnen zu lassen, außer Kaleb, dem Sohn Jephunnes, und Josua, dem Sohn Nuns. Eure Kinder aber, von denen ihr sagtet: Sie werden ein Raub sein, die will ich hineinbringen, daß sie das Land kennenlernen, das ihr verwerft. Aber eure eigenen Leiber sollen in dieser Wüste verfallen. Und eure Kinder sollen Hirten sein in der Wüste vierzig Jahre und eure Untreue tragen, bis eure Leiber aufgerieben sind in der Wüste. Nach der Zahl der vierzig Tage, in denen ihr das Land erkundet habt - je ein Tag soll ein Jahr gelten -, sollt ihr vierzig Jahre eure Schuld tragen, auf daß ihr innewerdet, was es sei, wenn ich die Hand abziehe. (4. Mose 14, 26-34).

Daraus ersehen wir, daß die Menschen genau nach der Zahl der Tage ihre Schuld tragen sollen, je ein Tag soll ein Jahr gelten. Wegen der Leichenschändung an den zwei Zeugen von dreieinhalb Tagen, sollen sie jetzt dreieinhalb Jahre das Gericht Gottes zu spüren bekommen. Gott ist gerecht, deshalb werden die Unschuldigen in dieser Zeit wiederum verschont bleiben. Warum haben die Gläubigen eigentlich soviel Angst vor den Gerichten, die Gott über diese arge Welt kommen lassen wird?

Und sie hörten eine große Stimme vom Himmel zu ihnen sagen: Steiget herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde. Nach dreieinhalb Tagen wird Gott seine Boten, die ihren Auftrag treu erfüllt haben, von den Toten auferwecken und entrücken. Diese Entrückung wird die einzige sein, die für alle Welt sichtbar ist. Dieses Wunder wird ebenfalls eine enorme Sensation darstellen, die weltweit die Fernsehzuschauer und die Augenzeugen mit Entsetzen erfüllt. Um es noch einmal klar zu sagen: An dieser Stelle ist nicht die Entrückung der Gemeinde Jesu Christi, die fand dann schon etwa dreieinhalb Jahre vorher statt.

Doch dann geschieht es: Und zu derselben Stunde ward ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und wurden getötet in dem Erdbeben siebentausend Menschen, und die andern erschraken und gaben Ehre dem Gott des Himmels. So beginnt das Gericht über ihre Feinde. Lukas berichtete in der Apostelgeschichte: Um die Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und es hörten sie die Gefangenen. Plötzlich aber ward ein großes Erdbeben, so daß sich bewegten die Grundfesten des Gefängnisses. Und alsbald wurden alle Türen aufgetan und die Fesseln aller gelöst. (Apg. 16, 25-26). Damals wurden zwei Boten Gottes durch ein großes Erdbeben aus dem Gefängnis befreit, jetzt ist es zur Bestätigung des Zornes Gottes über die weithin unheilige Stadt. Der zehnte Teil von Jerusalem wird so zerstört und siebentausend Menschen kommen dabei um. Die übrigen erschrecken, allerdings nur vorübergehend, bei den gewaltigen Ereignissen. Sie geben Ehre dem Gott des Himmels, wohl wegen seiner Macht, die sie fürchten. Es scheint nicht auf Grund echter Beugung und wahrer Buße zu sein. Das zeigen die weiteren Gerichte.

Das zweite Wehe ist dahin; siehe, das dritte Wehe kommt schnell. Die Ereignisse in Kapitel 10 und 11 bis zu diesem Vers gehören demnach zu einer Parenthese oder Einschaltung. Die grammatische Form weist nämlich darauf hin, daß der ganze Bericht bis zu Vers 14 ein eingeschobener Abschnitt ist. Daher beschreibt der Apostel Johannes alle Visionen, die er gesehen, und alle Stimmen, die er gehört hat, in der Vergangenheitsform, z. B.: Und ich sah, daß das Lamm eines der sieben Siegel auftat ... (Offb. 6, 1). Und der erste Engel posaunte ... (Offb. 8, 7). Von dieser starren Regel weicht Johannes nur dann ab, wenn er manchmal zwischendurch gewisse Zukunftsereignisse schildert, die zeitlich vorgezogen sind. Ein gutes Beispiel dafür ist in der Vorankündigung der siebten Posaune zu finden, wo die Zukunftsform gleich dreimal gebraucht wird. Dies ist auch so im vorhergehenden Text, wo das Zertreten Jerusalems und der Dienst der beiden Zeugen in der Zukunftsform beschrieben ist.

Und der siebente Engel posaunte; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unsers Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott, der du bist und der du warst, daß du hast an dich genommen deine große Macht und herrschest! Die Völker sind zornig geworden; da ist gekommen dein Zorn und die Zeit, zu richten die Toten und zu geben den Lohn deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und zu verderben, die die Erde verderbt haben.
Und der Tempel Gottes im Himmel ward aufgetan, und die Lade seines Bundes ward in seinem Tempel gesehen; und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel. (Offb. 11, 15-19).

Die Ereignisse der siebten Posaune werden in zwei verschiedenen Texten beschrieben, die einander ergänzen. In Kapitel 10 (Offb. 10, 5-7) haben wir bereits die Vorankündigung in der Zukunftsform gefunden, hier in Kapitel 11 finden wir jetzt die Erfüllung in der Vergangenheitsform. Ich wiederhole noch einmal, daß die sieben Posaunen in eine Vierergruppe und in eine Dreiergruppe aufgeteilt sind. Die ersten vier haben wir in Kapitel 8 besprochen. die letzten drei Posaunengerichte werden das erste, zweite und dritte "Wehe!" genannt, weil sie wohl noch schrecklicher als die vorigen sind. An dieser Stelle weise ich auch noch einmal darauf hin, daß diese siebte Posaune unbedingt mit der in 1. Kor. 15, 52 beschriebenen letzten Posaune gleichgesetzt werden muß, wie viele Ausleger das tun, die mir daher so nahestehen.

Pastor Arnold Baum erklärte das öfters ganz ausführlich und für mich einleuchtend. Er schrieb dann in dem nach seinem Tode gedruckten und noch erhältlichen Buch: "Die Offenbarung Jesu Christi und das Zeitgeschehen", auf den Seiten 86-87, diese doch wichtige und bestätigende Aussage: Dabei ist zu beachten, daß Jesus Christus beim Schall der siebenten Posaune nur bis in den Lufthimmel herabkommt, um die Glieder seines Leibes auf den Wolken ihm entgegenzurücken, um sie heimzuholen. - Dabei werden die Toten (in Christus) auferstehen unverweslich, danach werden die Lebenden verwandelt werden und plötzlich - "en atomo", das heißt, in einem "unteilbaren" Augenblick - zur Zeit der letzten Posaune, zugleich mit den Auferstandenen aus den Toten, ihm entgegengerückt werden.

Walter Schäble schrieb in seinem Büchlein: "Die Siegesgeschichte", ebenfalls zu diesem Vers: Wenn dieser auftritt, vollendet sich das gegenwärtige Zeitalter - und damit ist der Augenblick der Verwandlung und Hinwegnahme der Gemeinde Jesu gekommen, "zur Zeit der letzten Posaune" (1. Kor. 15, 52) - vgl. auch 1. Thess. 4, 16 und Offb. 10, 7! -, und nicht vorher!

Pastor John Theobald schrieb entsprechend in seinem Buch: "Mitternacht ist's auf der Weltenuhr", auf Seite 70: ... wurden die Ereignisse der siebten Posaune bereits ausführlich behandelt. Dabei haben wir festgestellt, daß bei ihrem Erschallen die erste Auferstehung und die Entrückung der Gemeinde Jesu Christi stattfinden wird. Auf den ersten Blick scheint es so, der Textreihenfolge entsprechend, daß der Herr erst nach dem dreieinhalbjährigen Wirken der beiden Zeugen seine bluterkaufte und auf ihn wartende Gemeinde entrücken wird. Es gibt jedoch zwei biblische Prophetien, die deutlich darauf hinweisen, daß dieses Ereignis vor der siebenjährigen Herrschaft des Antichristen und infolgedessen auch unmittelbar vor dem Dienst der beiden Propheten stattfinden wird. Anmerkung: Diese sind dann Dan. 9, 26-27 und 2. Thess. 2, 7-8.

In Kapitel 7 (Offb. 7, 14) haben wir bereits ausführlich den ganzen Abschnitt aus dem Kapitel 9 des Buches Daniel besprochen. Zum besseren Verständnis des Zusammenhanges seien jedoch an dieser Stelle die Verse 26-27 nochmals wiederholt: Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden und nicht mehr sein. Und das Volk eines Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum zerstören, aber dann kommt das Ende durch eine Flut, und bis zum Ende wird es Krieg geben und Verwüstung, die längst beschlossen ist. Er wird aber vielen den Bund schwer machen eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen. Und im Heiligtum wird stehen ein Greuelbild, das Verwüstung anrichtet, bis das Verderben, das beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird.

Hans Bruns übersetzte diese Verse dann wie folgt: Nach zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ums Leben gebracht werden ohne einen Richterspruch, und die Stadt samt dem Heiligtum wird das Kriegsvolk eines Fürsten zerstören. Dessen Ende wird dann durch eine Sturmflut eintreten; bis dahin wird Krieg und überall vielfache Verheerung sein. Er wird mit vielen im Volk einen festen Bund machen, eine Woche lang, und in der Hälfte der Woche Nacht- und Speisopfer abschaffen und an ihrer Stelle ein Greuel der Verwüstung aufstellen im Heiligtum des Herrn, und zwar so lange, bis die fest beschlossene Vernichtung und das Strafgericht über den Verwüster hereinbricht (die Übersetzung der letzten Verse ist unsicher).

Im zweiten Brief des Paulus an die Gemeinde zu Thessalonich erklärte dieser nun: Denn es regt sich bereits das Geheimnis des Frevels, nur daß, der es jetzt aufhält, erst muß hinweggetan werden; und alsdann wird der Frevler offenbart werden, welchen der Herr Jesus umbringen wird mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt. (2. Thess. 2, 7-8).

Aus diesen Textstellen ist zu ersehen, daß zweiundsechzig Jahrwochen nach dem Bau des zweiten Tempels (62 x 7 = 434 Jahre) der Gesalbte, der Christus, gewaltsam ums Leben gebracht werden wird, ohne daß Schuld an ihm gefunden werden konnte. Darauf folgen die Zerstörung Jerusalems, insbesondere des Tempels, und dann bis zum Ende Kriege und fest beschlossene Verwüstungen. Erst nach dieser Zeit wird ein Bund geschlossen oder gefestigt werden, der in der Mitte dieser Jahrwoche (also der siebzigsten) durch den Frevler, den Antichristen, gebrochen wird.

Somit liegt zwischen dem gewaltsamen Tode des Messias, der Kreuzigung Jesu, und der 70. Jahrwoche eine lange Zeitspanne, nämlich das Zeitalter der Gemeinde. Während also mit der ersten Auferstehung und der Entrückung der Gemeinde dieses Zeitalter endet, beginnt gleichzeitig die 70. Jahrwoche nach Daniel 9, 27 für das Volk Israel. Daran erkennen wir wieder, daß den Propheten des Alten Testamentes die Gemeinde verborgen war. Gott offenbarte ihnen damals nur die Zukunft ihres Volkes. Dieses Handeln Gottes wurde vorübergehend unterbrochen, als Israel seinen Messias, Jesus Christus, verwarf. Dieses Geheimnis enthüllte damals Paulus, indem er schrieb: Blindheit ist Israel zum Teil widerfahren solange, bis die Fülle der Heiden eingegangen ist, und alsdann wird das ganze Israel gerettet werden. (Röm. 11, 25-26). Nach der Entrückung der Gemeinde wird Israel gerettet werden.

Und der siebente Engel posaunte. Wie schon in Kapitel 10 (Offb. 10, 7) ausführlich besprochen, kann dieser Posaunenschall dann nur an einem Tage des Posaunenschalles Jom Teruah, dem jüdischen Neujahrstag Rosch ha-Schanah, ertönen. Damit wäre dann das jetzige Zeitalter der Gemeinde abgeschlossen, das mit dem Empfang des Heiligen Geistes nach der Himmelfahrt Jesu, als Pfingstwunder bekannt, begonnen hatte. Es fällt hierbei auf, daß beim Ertönen der siebten Posaune das angekündigte dritte "Wehe!" nicht sogleich zu erkennen ist. Diese Gericht ist zweifellos die Hinwegnahme des Heiligen Geistes, der in den Gläubigen wohnt.

Der Apostel Paulus stellte seinerzeit diese Frage: Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? (1. Kor. 3, 16). Deshalb schrieb Paulus auch: ... der es jetzt aufhält, erst muß hinweggetan werden; und alsdann wird der Frevler offenbart werden. (2. Thess. 2, 7-8). Der es jetzt aufhält, ist der Heilige Geist; deshalb kann der Antichrist erst dann seine Macht entfalten, wenn auch dieser mit den Gläubigen entrückt ist. Aus diesem Grunde heißt es auch am Schluß der Offenbarung einfach: Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will der nehme das Wasser des Lebens umsonst. (Offb. 22, 17). Daraus kann man schließen, der Geist sehnt sich mit der Braut, der Gemeinde, nach der Entrückung.

In den Abschiedsreden Jesu an seine Jünger hatte er zu ihnen gesagt: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, würde ich dann zu euch gesagt haben: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, - den Weg wisset ihr. (Joh. 14, 1-4). Dies sein, wo ich bin, hat Jesus dem Vater so ans Herz gelegt: Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, auf daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe denn die Welt gegründet ward. (Joh. 17, 24). Es ist das einzige Mal, daß Jesus zu seinem Vater gesagt hat, ich will!

Der nachstehende Gedichtsvers drückt den Jubel der Braut bei der Entrückung aus:

Die sel'ge Braut frohlocket laut,
Wenn heim sie geführet, mit Dir triumphieret
Und droben, wie Du bist, Dich schauet.

Bei der Entrückung wird man auch an den Einzug in Kanaan erinnert, wo es bei der Eroberung von Jericho, der ersten Stadt im Gelobten Land, heißt: Und beim siebenten Mal, als die Priester die Posaunen bliesen, sprach Josua zum Volk: Macht ein Kriegsgeschrei! Denn der Herr hat euch die Stadt gegeben. (Jos. 6, 16). So hat ein Liederdichter auch dieses Vorbild genommen in dem Lied: Komm zu dem Heiland, komme noch heut'! Der Refrain (= Kehrreim) lautet nun: Herrlich, herrlich wird es einmal sein, wenn wir zieh'n, von Sünde frei und rein, in das gelobte Kanaan ein! Jesus, sieh' her, ich komm! Dem Liederdichter F. Root kann man nur zustimmen.

Der Apostel Johannes hat sodann weiter bezeugt: ... und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unsers Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die im Himmel zu hörenden großen oder lauten Stimmen dürften wiederum von jubelnden Engeln kommen, wie in Kapitel 5 (Offb. 5, 6-14), als das Buch in die Hand des Lammes gelegt wurde. Auch dieses Geschehen scheint wieder auf die Entrückung hinzuweisen, die zweifellos einen großen Jubel im Himmel auslösen wird. Dann wäre die erste Phase der Wiederkunft Jesu Christi abgeschlossen und die zweite Phase zur Aufrichtung seines Reiches würde gleichzeitig eingeleitet.

Ein Reich, in dem Frieden und Gerechtigkeit herrschen werden, war zwar im Alten Testament vorausgesagt, z. B. durch den Propheten Jesaja, in Kapitel 32, das in der Lutherbibel überschrieben ist: Das künftige Reich der Gerechtigkeit. Dort heißt es: Und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein ... (Jes. 32, 17). Wurden denn diese Verheißungen nicht aber in der Gemeinde Jesu Christi erfüllt? Nein, die Gemeinde Jesu Christi war ein Geheimnis Gottes, das erst im Neuen Testament gelüftet worden ist. Die zuvor im Alten Testament gegebenen Verheißungen auf ein künftiges Friedensreich sind ganz konkret zu nehmen, und diese werden sich hier auf Erden buchstäblich erfüllen. Wenn die Welt mit ihrer Weisheit am Ende ist, wenn "alles in Scherben fällt", wird Jesus Christus sein Tausendjähriges Reich aufrichten, zum Entsetzen des wohl letzten wahnwitzigen Herrschers dieser Erde, des Antichristen. Dieses Ereignis ist so gewiß, das es hier an dieser Stelle (Offb. 11, 15) bereits als eine vollendete Tatsache gesehen wird. - Ähnliche Aussagen haben wir aber auch im Alten Testament. Es ist das sogenannte prophetische Perfekt! Als Beispiel mag Jesaja 53 genügen, wo der Prophet die Leiden Jesu Christi als eine bereits geschehene Tatsache schildert, obwohl sie sich in Wirklichkeit erst über 500 Jahre später ereignete.

An dieser Stelle sei ein Gedicht eingefügt, das jeden nachdenklich stimmen sollte:

An jenem Tage:

An dem Tag, dem Tag der Wehen,
Wird die Welt im Brand vergehen,
Wie Prophetenspruch geschehen.

Welch' Entsetzen vor der Kunde,
Daß der Richter kommt zur Stunde,
Prüfend alles bis zum Grunde!

Die Posaun' im Wundertone,
Sprengt die Gräber jeder Zone,
Sammelt alle vor dem Throne.

Und ein Buch wird aufgeschlagen,
Drin steht alles eingetragen,
Wes die Welt ist anzuklagen.

Ach wie werd' ich Armer stehen,
Wen zum Anwalt mir erflehen,
Wenn Gerechte schier vergehen?

Hehrer König Jesus, siehe,
Wie ich Ziel war deiner Mühe,
Daß ich jenem Zorn entfliehe.

Bist so treu mich suchen gangen,
Hast am Kreuz für mich gehangen,
Nicht umsonst sei Müh' und Bangen!

Zu den Schafen mich geselle,
Fern' den Böcken und der Hölle;
Mich zu Deiner Rechten stelle!

Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott, der du bist und der du warst, daß du hast an dich genommen deine große Macht und herrschest! Wie schon bei der Betrachtung von Kapitel 4 (Offb. 4, 4) sitzen die vierundzwanzig Ältesten weiterhin vor dem Throne Gottes auf ihren Thronen. Die Anbetung ist ähnlich wie wir sie in Kapitel 7 (Offb. 7, 11) gesehen haben. In der Gegenwart des Heiligen Geistes fällt auch hier niemand auf den Rücken. Wenn das geschieht, welcher Geist mag dann wohl am Werke sein?

Die Ältesten sprachen: ... Herr, allmächtiger Gott, der du bist und der du warst. Anstatt daß sie nun weiterfahren: ... und der da kommt, danken sie dafür, ... daß du hast an dich genommen deine große Macht und herrschest! In Langes Bibelwerk, der Bibelauslegung von Lange, wird erklärt: In diesen Worten liegt ein großer theologischer Aufschluß. Gott hat von Anfang der Weltgeschichte an, vor allem aber in der Erniedrigung Christi, im Kreuze Christi und in der Kreuzeskirche Christi unter Wahrhaltung der gegenüberstehenden Freiheit und im Dienst der Liebe so sehr an sich gehalten mit seiner Kraft, wie wenn er sie beiseite gesetzt hätte. Die Lutherbibel erklärt fügt da hinzu: Gott hat während dieser Weltzeit seine Macht verhüllt, um den Menschen Gelegenheit zu freiwilliger Umkehr zu geben und zur Bewährung.

Die Ältesten sprachen weiter: Die Völker sind zornig geworden; da ist gekommen dein Zorn. Man beachte das Wortspiel: der "Zorn" der Völker steht dem "Zorn" Gottes gegenüber. Der Zorn von Menschen ist ohnmächtig; der Zorn Gottes ist allmächtig. Der Zorn von Menschen ist böse; der Zorn Gottes ist heilig. Der Psalm 2 verkündigt dieselbe Wahrheit: Warum toben die Heiden und murren die Völker so vergeblich? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Herren halten Rat miteinander wider den Herrn und seinen Gesalbten: "Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke!" (Psalm 2, 1-3). In Vers 15 hieß es: unsers Herrn und seines Christus, hier im Psalm dann: wider den Herrn und seinen Gesalbten. Im griechischen Text steht für "seinen Gesalbten" jeweils: cristoV = christos, das ist Christus (lat.) oder auf Deutsch: der Gesalbte (Gottes).

Es ist beachtenswert, daß die Schrift an keiner Stelle von einem Zorn der Völker gegen jegliche Form von Religion spricht. Nein, es ist der Herr und sein Gesalbter, Jesus Christus, gegen die die Menschen seit Jahrtausenden toben und zu allen Zeiten zornig gewesen sind. Schon damals sprach Jesus Christus im Gleichnis: Seine Bürger aber waren ihm feind und schickten Botschaft ihm nach und ließen sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche. (Luk. 19, 14). In der Zeit nach der Entrückung wird dieses Auflehnen gegen Gott einen noch nie dagewesenen Höhepunkt erreichen.

Doch auch für unsere Zeit beschreibt dieses Wort sehr trefflich die Einstellung der sogenannten christlichen Völker. Tote Religion und Kirche werden wohl geduldet, doch für den lebendigen, auferstandenen Christus, der das Leben des einzelnen verändern und neu gestalten will, hat die große Masse absolut keinen Raum. Man will nicht an ihn erinnert werden, deshalb müssen die Kruzifixe in den Schulen, wo sie noch hingen, nun auch entfernt werden. Wissenschaftler, Lehrer, ja sogar Theologen empören sich in einem noch nie dagewesenen Ausmaß gegen die christlichen Glaubenswahrheiten und versuchen, dieselben als ein für den gebildeten Menschen unerträgliches Joch abzuschütteln. Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinest du, er werde den (rechten, Bruns) Glauben finden auf Erden? (Luk. 18, 8).

Die Ältesten sprachen dann ebenfalls: ... und die Zeit, zu richten die Toten und zu geben den Lohn deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und zu verderben, die die Erde verderbt haben. Der Sohn Gottes, Jesus Christus, hatte seinem Jünger und Apostel Johannes einstmals dieses schon bezeugt: ... und hat ihm Macht gegeben, das Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist. Verwundert euch des nicht. Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören, und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übles getan haben zur Auferstehung des Gerichts. (Joh. 5, 27-29).

Welche der beiden Auferstehungen wird nun beim Erschallen der siebten Posaune stattfinden? Natürlich die erste, die allerdings in mehreren Phasen verläuft. In Kapitel 4 (Offb. 4, 2-8) hatten wir bereits die Vorausauferstehung betrachtet. Hier geht es jetzt um die eigentliche Auferstehung. Dabei sind jedoch auch diese Worte Jesu zu berücksichtigen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören, und die sie hören werden, die werden leben. (Joh. 5, 24-25). Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, ist ebenso ein Hinweis auf die Vorausauferstehung. Auch sie gehören zur Auferstehung des Lebens.

Der Apostel Paulus schrieb allerdings in seinem zweiten Brief an die Gemeinde zu Korinth: Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange, wie er gehandelt hat bei Leibesleben, es sei gut oder böse. (2. Kor. 5, 10). Im Hebräer-Brief wird das bestätigt: Und wie den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: so ist Christus einmal geopfert, wegzunehmen vieler Sünden; zum andern Mal wird er nicht um der Sünde willen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil. (Hebr. 9, 27-28).

Dieses Gericht betreffend hat der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Gemeinde zu Korinth sodann noch erklärt: Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf diesen Grund baut Gold, Silber, edle Steine, Holz, Heu, Stroh, so wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wird's klar machen. Denn mit Feuer wird er sich offenbaren; und welcherlei eines jeglichen Werk sei, wird das Feuer bewähren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch. Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben, denn der Tempel Gottes ist heilig; der seid ihr. (1. Kor. 3, 11-17). Dr. C. I. Scofield ergänzte: Ein weiterer Unterschied besteht darin, daß die Erlösung ein gegenwärtiger Besitz ist (Luk. 7, 50; Joh. 3, 36; 5, 24; 6, 47) während die Belohnungen eine zukünftige Zugabe sind, die bei der Entrückung gegeben wird (2. Tim. 4, 8; Offb. 22, 12). Das hat auch der Herr Jesus selbst bestätigt, als er zu dem Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, sagte: Es wird dir bei der Auferstehung der Gerechten vergolten werden. (Luk. 14, 14 - Menge).

In seinem zweiten Brief an seinen Mitarbeiter Timotheus schrieb Paulus dann dieses: ... hinfort ist mir bereit die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tage geben wird, nicht mir aber allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben. (2. Tim. 4, 8). Dazu noch an die Thessalonicher: ... und wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Götzen, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, welchen er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet. (1. Thess. 1, 9-10). Etwas weiter bezeugte Paulus noch einmal: Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern das Heil zu gewinnen durch unsern Herrn Jesus Christus. (1. Thess. 5, 9). Nach der Entrückung kommt der Zorn Gottes über die Welt, deshalb hieß es am Anfang dieses Verses: ... da ist gekommen dein Zorn.

Zusammenfassend zu den in Kapitel 10 (Offb. 10, 5-7) und nun hier in Kapitel 11 gegebenen Erklärungen sei noch einmal ganz deutlich festgestellt: Manche Ausleger sind der Meinung, daß die siebte Posaune der Offenbarung nicht die in 1. Kor. 15, 52 erwähnte Posaune zur Entrückung sein kann, weil die erste zum Gericht geblasen wird und letztere eine Posaune des Heils ist. Darauf ist erstens zu erwidern, daß alle Ereignisse, die bei der siebten Posaune stattfinden, unmißverständlich auf die erste Auferstehung und Entrückung hinweisen. Zweitens ist nicht zu übersehen, daß die siebte Posaune nicht für alle Menschen ein Gericht bedeutet; denn für die Gemeinde wird sie fürwahr eine Posaune des Heils sein. Und sodann drittens ist es eine Tatsache, daß in der ganzen Bibel keine andere Serie von Posaunen erwähnt wird, deren letzte dann möglicherweise die Posaune zur Auferstehung sein könnte.

Wir halten deshalb fest: ... die Zeit, zu richten die Toten und zu geben den Lohn deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, beim Schall der siebten Posaune bezieht sich zweifellos auf die Zeit der ersten Auferstehung, der Entrückung und der Belohnung vor dem Gnadenthron!

Weiter heißt es in diesem Vers: ... und zu verderben, die die Erde verderbt haben. Als Antwort auf die Empörung der Völker beginnt gleichzeitig mit der Entrückung die Zeit des Gerichtes und des Zornes Gottes. Im Psalm 2 wird auch dies erwähnt: Aber der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer. Einst wird er mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken: "Ich aber habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion." (Psalm 2, 4-6). Obwohl Gottes Zorn noch vorausgeht, ist Jesus Christus dennoch schon als König eingesetzt. Menge übersetzte deshalb: Ich habe schon meinen König eingesetzt.

Die Gottlosen, die mit ihrer Sünde, mit ihrer Selbstsucht, die Erde verderbt haben, die werden nun ebenso von Gott verderbt werden. Bis etwa dem Jahre 1970 ist das Wort "Umweltschutz" in keinem Lexikon oder Wörterbuch zu finden. Erst danach, als es in vielen Fällen schon zu spät war, hat man sich plötzlich darauf besonnen. Ein Lexikon erklärt: Umweltschutz, Bezeichnung für alle Maßnahmen, die schädigende Einflüsse auf die gesamte Umwelt, d. h. auf den irdischen Lebensraum (Biosphäre) als ausgewogenes ökologisches Gefüge, verhindern oder schon vorhandene Schadfaktoren auf ein vertretbares Maß zurückführen. Gott sagt dazu: "Zu spät!".

Der Bericht des Apostels Johannes geht nun weiter mit: Und der Tempel Gottes im Himmel ward aufgetan, und die Lade seines Bundes ward in seinem Tempel gesehen; und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel. In der Lutherbibel erklärt heißt es dazu: Die irdische Bundeslade in Israel war die Nachbildung des Thronsitzes Gottes (siehe 2. Mose 25, 10 ff.). Nun kommt ganz an den Tag, woher die Welt regiert wird. Im 2. Buch Mose (lat. Exodus = Auszug) hat der Herr zu Mose gesagt: Genau nach dem Bild, das ich dir von der Wohnung und ihrem ganzen Gerät zeige, sollt ihr's machen. (2. Mose 25, 9). Ebenfalls am Schluß dieses Kapitels wird nochmals bestätigt: Und sieh zu, daß du alles machest nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt ist. (2. Mose 25, 40).

Das wird wiederum bestätigt im Hebräer-Brief, wo es von den Priestern auf Erden heißt: Sie dienen aber nur dem Abbilde und Schatten des Himmlischen; wie Gottes Stimme zu Mose sprach, als er die Stiftshütte vollenden sollte (2. Mose 25, 40): "Schaue zu", sprach er, "daß du machest alles nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt ist." (Hebr. 8, 5). In der Lutherbibel erklärt ist hier noch hinzugefügt: Der eigentliche Bund ist der himmlische. Im Himmel ist Jesus und vertritt uns.

Johann Heinrich Jung-Stilling (12.9.1740-2.4.1817) machte damals diese bedeutsame Aussage in seinem erwähnten Buch: Hier öffnet sich nach dem Dankgebet der vierundzwanzig Ältesten der Tempel Gottes im Himmel, und die himmlische Bundeslade wird enthüllt - dies ist die Antwort des Herrn für die, welche gewohnt sind, mit Adleraugen in den Himmel zu sehen, sie heißt: Seht hier! der Bund Gottes mit den Menschen ist erfüllt, und das Allerheiligste nicht mehr ein unzulängliches Dunkel. In der Stiftshütte befand sich die Bundeslade im Allerheiligsten. Dort war sie dem Volk verborgen. Einzig der Hohepriester hatte dort Zutritt, aber nur einmal im Jahr, und zwar, ... nicht ohne Blut, das er opferte für sich selbst und des Volkes unwissentliche Sünden (Hebr. 9, 7).

Die irdische Bundeslade ist seit der Zerstörung des ersten Tempels verschwunden. Nach 2. Makkabäer 2, 1-8 soll Jeremia damals die Stiftshütte, sowie die Lade, den Krug mit dem Manna und den Rauchopferaltar in einer Spalte des Berges Nebo versteckt haben, mit der Absicht, wenn der Messias kommt, dann wird er die Stätte offenbaren. Im Buch des Propheten Jeremia hat dieser jedoch bezeugt: Und es soll geschehen, wenn ihr zahlreich geworden seid und euch ausgebreitet habt im Lande, so soll man, spricht der Herr, in jenen Tagen nicht mehr reden von der Bundeslade des Herrn, ihrer nicht mehr gedenken oder nach ihr fragen und sie nicht mehr vermissen; auch wird sie nicht wieder gemacht werden. (Jer. 3, 16).

Jedenfalls sehen wir, daß im Himmel das Vorbild des Tempels immer noch besteht. Deshalb ist auch der Bund, den Gott mit seinem Volk Israel gemacht hat, weiterhin gültig. Daß die Bundeslade nach der Entrückung nun sichtbar wird, dürfte ein Zeichen dieses nach wie vor geltenden Bundes sein. Es beinhaltet sicherlich, daß Gott sich wieder verstärkt seinem Volke zuwendet. Diese jetzt beginnende Trübsalszeit hat nämlich trotz allem ein wunderbares Ziel, und zwar das Heil für Israel. Bei seiner Wiederkunft wird der Nachfolger des Königs David als König aller Könige sein Tausendjähriges Friedensreich in Jerusalem aufrichten, dem Mittelpunkt der Welt.

Wir dürfen ebenfalls daraus lernen, daß Gottes Verheißungen nicht nur für Israel, sondern auch für uns zu jeder Zeit volle Gültigkeit haben. Jesus Christus selbst ist in das Himmlische eingegangen und ist dort der Garant für die Erfüllung aller göttlichen Zusagen. Wer die angegebenen Bedingungen annimmt, der wird dann ganz bestimmt erfahren, daß Gott immer seine Versprechen hält. Paulus hat über Jesus Christus, den Sohn Gottes, gesagt: Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zu Lobe. (2. Kor. 1, 20).

Bei der Öffnung des himmlischen Tempels geschehen auf der Erde ... Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel. Wir wissen aus der Heilsgeschichte Israels, daß die Bundeslade immer von göttlicher Kraft begleitet war. So berichtete Josua in seinem Buch: Wenn dann die Fußsohlen der Priester, die die Lade des Herrn, des Herrschers über alle Welt, tragen, in dem Wasser des Jordan still stehen, so wird das Wasser des Jordan, das von oben herabfließt, nicht weiter laufen, sondern stehen bleiben wie ein einziger Wall. (Jos. 3, 13). Bei der Eroberung Jerichos war es dann gerade so: Und laß sieben Priester sieben Posaunen tragen vor der Lade her, und am siebenten Tage zieht siebenmal um die Stadt, und laß die Priester die Posaunen blasen. Und wenn man die Posaune bläst und es lange tönt, so soll das ganze Kriegsvolk ein großes Kriegsgeschrei erheben, wenn ihr den Schall der Posaune hört. Dann wird die Stadtmauer einfallen, und das Kriegsvolk soll hinaufsteigen, ein jeder stracks vor sich hin. (Jos. 6, 4-5).

Im ersten Buch Samuel ist berichtet: Die Philister aber hatten die Lade Gottes weggenommen und brachten sie von Eben-Ezer nach Asdod. (1. Sam. 5, 1). Da sandten sie die Lade Gottes nach Ekron. Als aber die Lade Gottes nach Ekron kam, schrien die Leute von Ekron: Sie haben die Lade des Gottes Israels hergetragen zu mir, damit sie mich töte und mein Volk! Da sandten sie hin und versammelten alle Fürsten der Philister und sprachen: Sendet die Lade des Gottes Israels zurück an ihren Ort, damit sie mich und mein Volk nicht töte. Denn es kam ein tödlicher Schrecken über die ganze Stadt; die Hand Gottes lag schwer auf ihr. (1. Sam. 5, 10-11). So war die Lade des Herrn sieben Monate im Lande der Philister. (1. Sam. 6, 1). Wie dereinst von der Bundeslade Schrecken und Verderben über alle Feinde ausging, so ist auch das himmlische Vorbild jetzt enthüllt zum Zeichen des letzten göttlichen Gerichtes.
 

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