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Kapitel 9

In diesem Kapitel werden die Gerichte der fünften und sechsten Posaune behandelt, die jeweils dem ersten und zweiten "Wehe!" entsprechen:

Und der fünfte Engel posaunte; und ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel auf die Erde; und ihm ward der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben. Und er tat den Brunnen des Abgrunds auf, und es ging auf ein Rauch aus dem Brunnen wie der Rauch eines großen Ofens, und es ward verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens. Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen ward Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben. Und es ward ihnen gesagt, daß sie nicht sollten Schaden tun dem Gras auf Erden noch allem Grünen noch einem Baum, sondern allein den Menschen, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen. Und es ward ihnen gegeben, daß sie die Menschen nicht töteten, sondern sie quälten fünf Monate lang; und ihre Qual war wie eine Qual vom Skorpion, wenn er einen Menschen sticht. Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden, werden begehren zu sterben, und der Tod wird von ihnen fliehen. Und die Heuschrecken sind gleich den Rossen, die zum Kriege gerüstet sind, und auf ihrem Haupt ist's wie Kornen, dem Golde gleich, und ihr Antlitz gleich der Menschen Antlitz; und hatten Haare wie Weiberhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen, und hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Rasseln ihrer Flügel war wie das Rasseln der Wagen vieler Rosse, die in den Krieg laufen, und hatten Schwänze gleich den Skorpionen und Stacheln; und in ihren Schwänzen war ihre Macht, Schaden zu tun den Menschen fünf Monate lang, und hatten über sich seinen König, den Engel des Abgrunds, des Name heißt auf hebräisch Abaddon, und auf griechisch hat er den Namen Apollyon. Das erste Wehe ist dahin; siehe, nach ihm kommen noch zwei Wehe. (Offb. 9, 1-12).

Das fünfte Posaunengericht unterscheidet sich von den ersten vier besonders darin, daß diesmal ein Stern, ein Engel, auf die Erde kommt. Hier wird zwar, wie in Offb. 8, 10, auch von einem Stern gesprochen, doch erkennt man aus der nachfolgenden Beschreibung ganz eindeutig, daß es sich um einen Engel handeln muß. Der Seher Johannes verglich diesen in seinem raschen Herabkommen und lichten Glanz mit einem herabfallenden Stern. Diesem Engel wurde nun der Schlüssel zum Brunnen des Abgrundes übergeben. In Kapitel 20 heißt es dann ebenso: Und ich sah einen Engel vom Himmel fahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. (Offb. 20, 1). Es ist wahrscheinlich derselbe Engel hier und dort. In beiden Fällen könnte es der Erzengel Michael sein, der ganz besonders ist.

Der Apostel Petrus schrieb ähnlich in seinem zweiten Brief: Denn Gott hat die Engel, die gesündigt haben, nicht verschont, sondern hat sie mit Ketten der Finsternis zur Hölle verstoßen und übergeben, daß sie zum Gericht behalten werden. (2. Petr. 2, 4 - Luthertext von 1912). Daß einem Engel nun den Schlüssel zum Brunnen des Abgrundes ausgehändigt wird, scheint ganz einleuchtend, auch vom Zeitpunkt her, wenn man beide Stellen der Offenbarung im Zusammenhang betrachtet. Es ist ein Engel des Herrn, dem dieser Schlüssel von Jesus selbst übergeben wird, um damit den Brunnens des Abgrundes zu öffnen. Dadurch wird dann das Gericht der fünften Posaune ausgelöst, indem die sich dort befindlichen Höllenmächte freigesetzt werden.

Einige Ausleger meinen allerdings, dieser Engel oder Stern sei der Satan selbst, jedoch dann würde man doch wohl den Teufel durch den Beelzebub austreiben. Damals sprach Jesus zu den Pharisäern: Wenn ich aber die bösen Geister durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? (Matth. 12, 27, auch Luk. 11, 19). Es ist doch völlig unlogisch, den Teufel zum Herrscher über die Hölle zu bestimmen, damit man dort freien Ausgang hat. In Kapitel 1 (Offb. 1, 17-18) haben wir gesehen, wie der erhöhte Herr zudem zu Johannes sprach: Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes. Er hat die Schlüssel der Hölle und des Todes: der daraus befreien, aber auch darein verschließen kann. (Erklärung der Jubiläums-Bibel).

Der "Abgrund" (griech. abussoV = abyssos, vgl. engl. abyss) kommt siebenmal in der Offenbarung vor: als Bereich von Abaddon (Offb. 9, 1-2 + 11; vgl. Luk. 8, 31), dem Ort, aus dem das Tier aufsteigt (Offb. 11, 7; 17, 8) und als Ort, in den dermaleinst der Satan tausend Jahre eingeschlossen wird (Offb. 20, 1 + 3). Nur hier in diesem Kapitel ist die Rede vom Brunnen (oder Schlund, Elbf.) des Abgrundes: ein tiefer Schacht, der von der Erde zur Unterwelt führt und dessen Öffnung verschlossen werden kann. In Röm. 10, 7 bezeichnet "abyssos" die Welt der Geister. Nach dem 1. Henoch-Buch ist "abyssos" der Aufenthaltsort Satans, der gefallenen Engel (Dämonen) und der gefallenen Menschen (Verlorenen). In der Lutherbibel erklärt heißt es dazu: Nicht der Ort der endgültigen Verdammnis (Matth. 25, 41; Offb. 20, 10 + 15), sondern des vorläufigen Verschlusses böser Mächte (Offb. 20, 1 + 3).

Aus dem Abgrund steigt alsbald ein Rauch empor, das heißt ein böser, satanischer Einfluß geht in das Land aus. Jetzt wird sich wahrscheinlich das bereits begonnene Kriegsgeschehen noch erheblich verstärken, indem Menschen sich vom Teufel nun ungehindert beeinflussen lassen. Bernhard Philberth denkt in seinem Buch hierbei an den Start von taktischen Geschwadern aus unterirdischen Schachtanlagen. Dann weist er auf die ungewöhnlich starke, ofenartige Rauchentwicklung der Düsenjäger älterer Bauart hin. Besonders die Düsentriebwerke aus Rußland sind nicht sehr umweltfreundlich. Die russischen Passagierflugzeuge werden deshalb bereits teilweise mit modernen Motoren von westlichen Herstellern umgerüstet.

Die Sonne und die Luft werden von dem Rauch verfinstert, was aus nächster Nähe betrachtet durchaus nicht ungewöhnlich ist. Johannes berichtet dann: Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde. Die nachfolgende Beschreibung deutet nicht auf unsichtbare Geisterwesen, sondern so wie der Rauch sichtlich die Sonne verfinstert, so werden auch diese Heuschrecken sicher mit dem natürlichen Auge wahrnehmbar sein.

Es ist wiederum interessant, daß dieses Posaunengericht mit der achten Plage über Ägypten vorgeschattet ist: Mose streckte seinen Stab über Ägyptenland, und der Herr trieb einen Ostwind ins Land, den ganzen Tag und die ganze Nacht. Und am Morgen führte der Ostwind die Heuschrecken herbei. Und sie kamen über ganz Ägyptenland und ließen sich nieder überall in Ägypten, so viele, wie nie zuvor gewesen sind noch hinfort sein werden. Denn sie bedeckten den Erdboden so dicht, daß er ganz dunkel wurde. (2. Mose 10, 13-15).

Hier in der Offenbarung sind es jedoch keine gewöhnlichen Heuschrecken, denn es heißt: Und es ward ihnen gesagt, daß sie nicht sollten Schaden tun dem Gras auf Erden noch allem Grünen noch einem Baum, sondern allein den Menschen, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen. Sie sollen also nicht das Gras, die Bäume oder alles Grüne beschädigen, was doch sonst die normale Tätigkeit der Heuschrecken ist. Die vor einigen Jahrzehnten entwickelten Neutronenbomben unterscheiden sich von den Atombomben dadurch, daß sie eine durchdringende, langsame tödliche Strahlung mit verhältnismäßig geringer Explosionskraft aufweisen. Die Vegetation wird verschont, auch Gebäude usw. bleiben unversehrt.

Oberingenieur Dr. Klaus Henning bemerkte in seinem Buch: "Die Zukunft findet statt": Trotz gewisser Bedenken erscheint auch eine militärische Interpretation von Offenbarung 9, 1-2 möglich. Um zum Beispiel bei atomaren Überraschungsangriffen nach dem ersten Atomschlag auf jeden Fall noch über eigene Abschußrampen zu verfügen, hat man bereits um 1960 einen Großteil der Abschußrampen in unterirdische Bereiche verlegt. Mit Hilfe einer weitgehenden Automatisierung des "Gegenschlags" könnten dann die unterirdischen Schächte geöffnet werden und die darin untergebrachten Raketen gezündet werden. Diese mögliche Realisierung des Beginns der fünften Posaunenvision könnte eventuell zu den Bildern von Johannes passen.

Johannes beschrieb dann viele Einzelheiten aus seiner damaligen Sichtweise: Und die Heuschrecken sind gleich den Rossen, die zum Kriege gerüstet sind, und auf ihrem Haupt ist's wie Kornen, dem Golde gleich, und ihr Antlitz gleich der Menschen Antlitz; und hatten Haare wie Weiberhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen, und hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Rasseln ihrer Flügel war wie das Rasseln der Wagen vieler Rosse, die in den Krieg laufen, und hatten Schwänze gleich den Skorpionen und Stacheln; und in ihren Schwänzen war ihre Macht, Schaden zu tun den Menschen fünf Monate lang.

Dr. P. de Benoit stellte bereits 1941 in seinem Buch einige interessante Fragen: Muß man nicht an den Lärm von Flugzeugen denken? Ist uns nicht schon die Ähnlichkeit mancher Flugzeuge mit Heuschrecken aufgefallen? Und läßt uns ein massiger Luftangriff nicht an einen Schwarm dieser Insekten denken? Ich habe in Afrika mehr als einen leichten Heuschreckenschwarm gesehen, und die Ähnlichkeit mit Flugzeugen ist mir sofort aufgefallen.

Bernhard Philberth bemerkte außerdem noch: Mit ihrer Flügel- und Rumpfform, mit ihrer Steifheit und dem metallischen Glanz ihres Chitins (= hornartiger Bestandteil des Panzers, Anm.), mit der Art der Körperhaltung und der Flugbewegung hat die Heuschrecke mehr Ähnlichkeit mit dem Flugzeug als jedes andere flugfähige Tier.

Von diesen Heuschrecken heißt es dann noch: ... und ihnen ward Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben. Und es ward ihnen gesagt, daß sie nicht sollten Schaden tun dem Gras auf Erden noch allem Grünen noch einem Baum, sondern allein den Menschen, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen. Und es ward ihnen gegeben, daß sie die Menschen nicht töteten, sondern sie quälten fünf Monate lang; und ihre Qual war wie eine Qual vom Skorpion, wenn er einen Menschen sticht. Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden, werden begehren zu sterben, und der Tod wird von ihnen fliehen.

Die Heuschrecken dürfen nur Schaden tun allein den Menschen, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen. Wie bereits in Kapitel 7 (Offb. 7, 3) erklärt, handelt es sich dabei um eine Versiegelung mit dem Heiligen Geist. Jeder Mensch, der einmal Jesus Christus als seinen persönlichen Heiland im Glauben angenommen hat, trägt das Siegel Gottes an seiner Stirn. Dieses Siegel ist allerdings für das menschliche Auge unsichtbar, für Gott jedoch deutlich erkennbar, denn es ist ja von ihm.

Der Apostel Paulus erklärte in seinem Brief an die Gemeinde zu Ephesus den einstens geheimen Ratschluß Gottes in Christus: In ihm seid auch ihr, da ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit - in ihm seid auch ihr, da ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsers Erbes zu unsrer Erlösung, daß wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit. (Eph. 1, 13-14). Später mahnte er noch in demselben Brief: Und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. (Eph. 4, 30).

In seinem zweiten Brief an die Gemeinde zu Korinth heißt es: Gott ist's aber, der uns befestigt samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat. (2. Kor. 1, 21-22). Diese Versiegelung ist also nicht äußerlich, jedoch trotzdem sichtbar in der für uns unsichtbaren Welt des Himmels. Unser Text sagt also ganz deutlich, daß von diesem Gericht nur diejenigen betroffen sein werden, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen. Demnach werden alle wahren Gläubigen auf wunderbare Weise davor bewahrt bleiben, indem Gott dann einen deutlichen Unterschied zwischen den Menschen machen wird. Das bestätigte auch Hans Bruns in seiner Erklärung zu diesem Vers: ... wohl bleibt die Gemeinde Jesu hier noch bewahrt.

Über die Dauer dieser Plage durch die Heuschrecken heißt es zweimal (in Vers 4 und 10): fünf Monate lang. Zweifellos handelt es sich dabei ganz einfach um fünf Kalendermonate; das ist genau die Zeit, in der auch in der Natur die Heuschrecken auftreten, nämlich von Mai bis einschließlich September. Einige frühere Ausleger haben an diesen angeblich fünf "prophetischen Monaten" unglaublich weit- und abschweifend herumgerätselt, weil ihnen noch der rechte Grundansatz ermangelte.

In diesem Zusammenhang ist es sicherlich nicht uninteressant, daß die Wasser der Sintflut während fünf Monaten anstiegen. Die eigentliche Flut dauerte daher ebenfalls fünf Monate, nach den Zeitangaben auch noch genau von Mai bis September. In dem Bericht über die Sintflut steht im ersten Buch Mose: In dem sechshundertsten Lebensjahr Niahs am siebzehnten Tag des zweiten Monats, an diesem Tag brachen alle Brunnen der großen Tiefe auf und taten sich die Fenster des Himmels auf und ein Regen kam auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte. An eben diesem Tage ging Noah in die Arche mit Sem, Ham und Japhet, seinen Söhnen, und mit seiner Frau und den drei Frauen seiner Söhne. (1. Mose 7, 11-13). Der zweite Monat im jüdischen Kalender ist der Monat Ijar, der ungefähr gegen Mitte bis Ende April beginnt. Früher hieß dieser zweite Kalendermonat allerdings Siw = Blumenmond, anstatt Ijar. Der siebzehnte Tag fällt demnach in die erste Hälfte des Monats Mai.

Weiter heißt es sodann: Und die Wasser wuchsen gewaltig auf Erden hundertundfünfzig Tage. (1. Mose 7, 24). Und dazu im nächsten Kapitel: Am siebzehnten Tag des siebenten Monats ließ sich die Arche nieder auf das Gebirge Ararat. (1. Mose 8, 4). Hundertundfünfzig Tage, das sind nun ganz genau fünf Monate zu je dreißig Tagen. Außerdem wird diese Zeitspanne noch durch die Monatsangabe bestätigt, denn der siebente Monat im biblischen Kalender ist der Monat Tischri, der früher Ethanim hieß. Nach unserem Kalender beginnt dieser Monat vor Ende September, demzufolge ist der siebzehnte Tag vor der Mitte des Monats Oktober. Dazu lautet die Anmerkung in der Lutherbibel erklärt: Gottes Treue vergißt nie einen Bundesschluß (6, 18) und setzt den Gerichtsfluten Maß und Ziel (8, 1), auf daß ein neuer Weltenlauf beginnen kann. Rund ein Jahr dauerte die Sintflut: 5 Monate (zu je 30 Tagen) stiegen die Wasser (7, 11 f., 24). Aus weiteren Erklärungen ist zu ersehen:

Der Rückgang der Flut bewirkte das Stranden der Arche im ost-armenischen Araratgebirge (8, 4), wobei es sich nicht um den 5156 m hohen Hauptgipfel gehandelt haben muß. Das damalige Geschehen wird auch zum Endgericht in Beziehung gesetzt: Denn sie wollten nichts davon wissen, daß ein Himmel vorzeiten auch war, dazu eine Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward damals die Welt durch die Sintflut verderbt. So auch werden der Himmel, der jetzt ist, und die Erde durch dasselbe Wort aufbewahrt, daß sie zum Feuer behalten werden auf den Tag des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen. (2. Petr. 3, 5-7). Das hatte Jesus auch schon vorausgesagt: Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohnes. (Matth. 24, 37).

Weiter wird uns dann gesagt: Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden, werden begehren zu sterben, und der Tod wird von ihnen fliehen. Hans Bruns erklärte dazu: Sie werden den Tod suchen, weil es keinen Sinn mehr hat, zu leben. Der Tod wird vor ihnen fliehen; er darf dann noch nicht die Menschen töten. Bevor Gott sie hingibt, hat er diesen Menschen noch weitere Plagen verordnet. Über den Tod sagt uns die Bibel auch noch: Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. (1. Kor. 15, 26). Das wird später in Kapitel 20 auch bestätigt durch die Reihenfolge der Vernichtung in Offb. 20, 10 und Vers 14. Dazu wird von dem Kampf Jesu dann bezeugt: Weil nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist auch er der gleichen Art teilhaftig geworden, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist dem Teufel. (Hebr. 2, 14).

Von den Heuschrecken heißt es auch noch: ... und hatten über sich seinen König, den Engel des Abgrunds, des Name heißt auf hebräisch Abaddon, und auf griechisch hat er den Namen Apollyon.Diese Deutung beruht allerdings dann auf der Septuaginta (= LXX), die das hebräische Wort: Abaddon mit apoleia = apoleia = Untergang, Verderben, übersetzt. Der Engel des Abgrundes wird infolgedessen so durch diesen Namen vom Satan unterschieden. "Apollyon" = apolluon bedeutet "verderbend" oder "ein Verderber". Viele Ausleger sehen dann auch noch in dem Namen Apollyon eine Anspielung auf den griechischen Gott Apollo, dessen Name sich ebenfalls vom gleichen Grundwort ("verderben") ableitet und zu dessen Symbolen die Heuschrecke gehörte.

Daß es hier in der Offenbarung keine gewöhnlichen Heuschrecken sind, erkennt man ebenfalls an dem König, den sie über sich haben. Heißt es doch sonst von ihnen: die Heuschrecken - sie haben keinen König, dennoch ziehen sie aus in Ordnung. (Sprüche 30, 27). In diesem Posaunengericht haben sie jedoch einen König, und zwar den Engel des Abgrundes, der Abaddon oder Apollyon bzw. Verderber genannt wird.

Über die Heuschreckenplage und den Tag des Herrn schrieb der Prophet Joel etwa 400 v. Chr.: Sagt euren Kindern davon und laßt's eure Kinder ihren Kindern sagen und diese wiederum ihren Nachkommen: Was die Raupen übriglassen, das fressen die Heuschrecken, und was die Heuschrecken übriglassen, das fressen die Käfer, und was die Käfer übriglassen, das frißt das Geschmeiß. (Joel 1, 3-4). Die Lutherbibel erklärt hat dann diese Bemerkung dazu: Die Heuschreckenplage der kurz bevorstehenden Zeit deutet auf das Endgericht, das Joel hier schon voraussieht (s. 3: Nachkommen).

Weiter heißt es dort noch: O weh das Tages! Denn der Tag des Herrn ist nahe und kommt wie ein Verderben vom Allmächtigen. (Joel 1, 15). Dieses Wortspiel ist sehr interessant. Die Schilderung des Heuschreckenheeres steht dann in Joel, Kapitel 2. Zum Vergleich mit den in der Offenbarung beschriebenen Heuschrecken, hier nun einige Auszüge daraus: Blast die Posaune zu Zion, ruft laut auf meinem heiligen Berge! Erzittert, alle Bewohner des Landes! Denn der Tag des Herrn kommt und ist nahe, ein finsterer Tag, ein dunkler Tag, ein wolkiger Tag, ein nebliger Tag! - Gleichwie die Morgenröte sich ausbreitet über die Berge, so kommt ein großes und mächtiges Volk, desgleichen vormals nicht gewesen ist und hinfort nicht sein wird auf ewige Zeiten für und für. (Joel 2, 1-2)

Sie sind gestaltet wie Pferde und rennen wie die Rosse. Sie sprengen daher über die Höhen der Berge, wie die Wagen rasseln und wie eine Flamme prasselt im Stroh, wie ein mächtiges Volk, das zum Kampf gerüstet ist. (Joel 2, 4-5). Vor ihm erzittert das Land und bebt der Himmel, Sonne und Mond werden finster, und die Sterne halten ihren Schein zurück. ... Ja, der Tag des Herrn ist groß und voller Schrecken, wer kann ihn ertragen? (Joel 2, 10-11). Blast die Posaune zu Zion, sagt ein heiliges Fasten an, ruft die Gemeinde zusammen! Versammelt das Volk, heiliget die Gemeinde, sammelt die Ältesten, bringt zusammen die Kinder und die Säuglinge Der Bräutigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach! (Joel 2, 15-16).

Zusammenfassend hatten die Heuschrecken der Offenbarung diese Eigenschaften, nach der Sicht des Johannes:
- ihnen ward Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben,
- sie waren gleich den Rossen, die zum Kriege gerüstet sind,
- auf ihrem Haupt ist's wie Kronen, dem Golde gleich,
- ihr Antlitz war gleich der Menschen Antlitz,
- sie hatten Haare wie Weiberhaare,
- ihre Zähne waren wie die der Löwen,
- sie hatten Panzer wie eiserne Panzer,
- das Rasseln ihrer Flügel war wie das Rasseln der Wagen vieler Rosse, die in
den Krieg laufen,
- sie hatten Schwänze gleich den Skorpionen und Stacheln,
- in ihren Schwänzen war die Macht, Schaden zu tun den Menschen,
- sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrundes, den Verderber.

Bernhard Philberth äußerte in seinem bereits erwähnten Buch die Meinung, diesen Anblick eines menschlichen Antlitzes könnte man sicherlich so erklären: Johannes sieht den Piloten durch die Kanzel schauen und erkennt das Gesicht des Menschen. Der Gedanke, daß dieser hier selbst in seinem flugzeuggemäßen Pilotenanzug schaltet und waltet, war doch wohl zu grotesk aus der antiken Sicht. Die Propheten hatten oft für das, was sie sahen, kein Verständnis; dennoch mußten sie es einfach niederschreiben. Mit den Begriffen und Bildern aus der Zeit des Apostels kann man die Flugzeuge unseres Jahrhunderts tatsächlich nicht treffender beschreiben.

Im Konkordanten Neuen Testament lauten die Verse 10 und 11 nun noch genauer: Sie haben Schwänze gleich Skorpionen und Stacheln, und in ihren Schwänzen ist ihre Vollmacht, den Menschen fünf Monate lang zu schaden. Sie haben als König über sich den Boten des Abgrunds, dessen Name auf hebräisch Abaddon ist, im Griechischen hat er den Namen Apollyon. Hier stehen die Verben nun im Präsens (= Zeit- oder Tätigkeitswörter in der Gegenwartsform), wodurch dann die Lebendigkeit der Aussage noch verstärkt wird.

Am Schluß der Beschreibung dieses fünften Posaunengerichtes heißt es dann noch: Das erste Wehe ist dahin; siehe, nach ihm kommen noch zwei Wehe. Die wichtige Tatsache, daß das Gericht der fünften Posaune als das erste "Wehe!" bezeichnet wird, ist ein Hinweis darauf, daß dieses größer und schwerer sein wird, als alle anderen, vorausgehenden Gerichte.

So kommen wir nun zu dem zweiten "Wehe!", dem Gericht der sechsten Posaune:

Und der sechste Engel posaunte; und ich hörte eine Stimme aus den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott, die sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: Löse die vier Engel, die gebunden sind an dem großen Wasserstrom Euphrat. Und es wurden die vier Engel los, die bereit waren auf die Stunde und auf den Tag und auf den Monat und auf das Jahr, daß sie töteten den dritten Teil der Menschen. Und die Zahl des reitenden Volkes war vieltausendmal tausend; ich hörte ihre Zahl. Und so sah ich im Gesicht: die Rosse und die darauf saßen, daß sie hatten feurige und blaue und schwefelgelbe Panzer; und die Häupter der Rosse waren wie die Häupter der Löwen, und aus ihren Mäulern ging Feuer und Rauch und Schwefel. Von diesen drei Plagen ward getötet der dritte Teil der Menschen, von dem Feuer und Rauch und Schwefel, der aus ihren Mäulern ging. Denn die Macht der Rosse war in ihrem Maul und in ihren Schwänzen; und ihre Schwänze waren den Schlangen gleich und hatten Häupter, und mit denselben taten sie Schaden. Und die übrigen Leute, die nicht getötet wurden von diesen Plagen, taten doch nicht Buße für die Werke ihrer Hände, daß sie nicht mehr anbeteten die bösen Geister und die goldenen, silbernen, ehernen, steinernen und hölzernen Götzen, welche weder sehen noch hören noch wandeln können, und taten auch nicht Buße für ihre Morde, Zauberei, Unzucht und Dieberei. (Offb. 9, 13-21).

Indem der sechste Engel die Posaune bläst, beginnt eines der größten und schrecklichsten Gerichte. Sodann hörte Johannes eine Stimme aus den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott. Wie wir bereits bei der Betrachtung von Kapitel 8 feststellen konnten, ist mit dem "goldenen" Altar immer der goldene Räucheraltar gemeint. Dieser steht im Heiligtum vor dem Throne Gottes, dem Allerheiligsten, und ist die Empfangsstation und der Aufbewahrungsort für die Gebete aller Heiligen. Ihr tägliches Gebet: Dein Reich komme, Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel (Matth. 6, 10) wird nun bald erhört werden. Bruns erklärt dazu: Daß hier wieder der goldene Altar erwähnt wird, ist eine Erinnerung an die geheimnisvolle Verbindung zwischen diesen Gerichten und den Gebeten der Gläubigen.

Der "andere" Engel, der dort am Altar den Priesterdienst verrichtet, gibt einen weiteren Befehl an den sechsten Erzengel. Die vier Ecken des goldenen Räucheraltars weisen auf das kosmische Kreuz hin. Die Lutherbibel erklärt hat eine Anmerkung dazu: Vier, die Zahl der Himmelsrichtungen, ist die Zahl der Welt; es ist nicht nur ein regionales, sondern ein universales Gericht.

Diesem sechsten Engel, der die Posaune hatte, wird befohlen: Löse die vier Engel, die gebunden sind an dem großen Wasserstrom Euphrat. Der große Wasserstrom Euphrat ist mit seinen ungefähr 2 865 km Länge bei weitem auch der bedeutendste Strom in diesem Teil Asiens. Am früheren, weiter östlich gelegenen Flußlauf lagen wohl die größten mesopotamischen Städte wie Ur, Babel, Erech, Akkad und Kalne im Lande Sinear (1. Mose 10, 10). David und Salomo herrschten zu ihrer Zeit über das ganze Gebiet bis an den Euphrat (1. Chron. 18, 3 und 2. Chron. 9, 26). Er war in den Tagen des Johannes, von Rom her gesehen, dann die Grenze der damaligen Kulturwelt.

Der Euphrat wird zuerst erwähnt im Zusammenhang mit dem Paradies: Der dritte Strom heißt Tigris, der fließt östlich von Assyrien. Der vierte Strom ist der Euphrat. (1. Mose 2, 14). Dort fand der Sündenfall Adams statt: Und Gott der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. (1. Mose 3, 22). Dort wurde Kains Brudermord begangen: Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Laß uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. (1. Mose 4, 8).

In der fruchtbaren Tiefebene zwischen Euphrat und Tigris, dem Lande Sinear, wurde der Turmbau zu Babel begonnen, indem sie sprachen: Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder. (1. Mose 11, 4). Unter dem gleichen Gericht wie der Turmbau zu Babel stehen auch heute alle politischen, ideologischen und religiösen Anstrengungen zur Selbsterlösung. Dazu zählt auch das bald Wirklichkeit werdende Welteinheitsreich unter Führung der Europäischen Union, als die Endausreifung Babels. Da es ebenso gottlos sein wird, ist es von Anfang an zum Untergang verurteilt. Im kommenden Gottesreich, dem Tausendjährigen Friedensreich Jesu Christi, wird dann sein Geist, der Geist Gottes, die Völker zu echter Einheit verbinden. Alle Mühe ohne Gott ist umsonst!

Der russische Schriftsteller Leontjew schrieb schon im 19. Jahrhundert über diese Bemühungen einer kollektiven Humanität, die nie eine Aussicht auf Erfolg haben: Das Christentum glaubt nicht an die Vernunft einer kollektiven Menschheit, die das Paradies auf Erden schaffen will - diese kollektive Gesellschaft wird die tiefste Enttäuschung erleben - in der Bibel ist nirgends gesagt, daß die Menschen durch diese kollektive Humanität wahren Frieden und echte Glückseligkeit erlangen werden - das allein hat uns Christus versprochen.

Durch das erste Weltreich von Babylon unter König Nebukadnezar wurde damals Jerusalem erobert. Damit begann die Zeit der Heiden, die mit der Wiederkunft Jesu für sein Volk endgültig zu Ende sein wird. Auf dieses kommende Ende hat Jesus hingewiesen: ... und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis daß der Heiden Zeit erfüllt ist. (Luk. 21, 24). Dann wird der Euphrat auch wieder die nordöstliche Grenze Israels bilden, nach der Verheißung: Alles Land, darauf eure Fußsohle tritt, soll euer sein: von der Wüste bis an den Berg Libanon und von dem Strom Euphrat bis ans Meer im Westen soll euer Gebiet sein. (5. Mose 11, 24).

Der Euphrat wird also in diesem endzeitlichen Geschehen noch von größter Wichtigkeit sein. An diesem Strom befinden sich die vier Engel, und zwar vier von den sieben, die durch das Blasen der Posaunen diese Gerichtsserie angekündigt hatten. Diese vier Engel wurden in Kapitel 7 (Offb. 7, 1-3) von einem "anderen" Engel vom Aufgang der Sonne aufgefordert, ihre Gerichte über die Erde und das Meer vorläufig nicht durchzuführen. Aus allen vier Himmelsrichtungen sollte das Unheil noch für einige Zeit aufgehalten werden.

Dort die vier Ecken der Erde und hier die vier Ecken des goldenen Altars deuten jeweils auf das kosmische Kreuz und die vier Himmelsrichtungen hin. Jene waren vier "festhaltende" Engel an den vier Ecken der Erde und jetzt sind es vier "gebundene" Engel am Euphrat. Auf den ersten Blick scheint das ein Gegensatz zu sein; das hängt jedoch mit den verschiedenen Zeitpunkten und Umständen zusammen. Deshalb hatten sie gegensätzliche Aufgaben: Die ersten hielten die Gerichte noch auf, die letzten lösen sie aus. Folglich spricht wohl nichts dagegen, daß es jeweils dieselben vier Engel sind. Walter Schäble schrieb dann auch in seinem Büchlein: "Die Siegesgeschichte" gerade zu diesem Vers: Wenn man Offb. 8, 2 dazunimmt, ist es nicht gewiß, daß diese vier Engel "böse Geister in Engelsgestalt" sind.

Die vier Engel, die in Kapitel 7 (Offb. 7, 1-3) an den vier Ecken der Erde standen, könnten allerdings auch die vier Engel mit den ersten vier Posaunen sein, denn ihnen war gegeben, Schaden zu tun der Erde und dem Meer und den Bäumen. Daher wäre es durchaus möglich, daß die vier Engel am Euphrat besondere Gerichtsengel sind, die bis jetzt noch an keiner Stelle der Offenbarung erwähnt wurden.

Diese vier Engel am Euphrat warten also auf das Blasen der Posaune des sechsten Engels. Dann wird der "andere" Engel diesem das Signal des Losschlagens geben. Sie sind dort bereit, um zur Zeit der Stunde X, die ihnen selbst noch unbekannt ist, das bis dahin schwerste Gericht über diese Welt einzuleiten. Ihr Befehl ist nun unverblümt: ... daß sie töteten den dritten Teil der Menschen. Die Weltbevölkerung wird bald die Grenze von sechs Milliarden erreichen, von denen dann ein Drittel getötet werden wird, also zwei Milliarden, eine unvorstellbare Zahl, selbst für die heutige Zeit. Daran gibt es allerdings nach dieser Bibelstelle leider absolut keinen Zweifel, so traurig das auch zunächst sein mag. Gottes Geduld hat auch ein Ende!

Die zuständige UNO-Agentur "UN Population Fund" hat errechnet, daß die Weltbevölkerung bis Juni 1999 auf sechs Milliarden Menschen anwachsen wird. Sie hat den 16. Juni 1999 willkürlich zum "Tag der Sechs Milliarden" festgelegt, ohne allerdings voraussagen zu können, wann genau die Menschheit ihre nächste Milliarde beginnt. Ihre erste Milliarde erreichte die Weltbevölkerung im Jahre 1800, aber die zweite 130 Jahre später im Jahre 1930, jedoch die dritte bereits 30 Jahre danach im Jahre 1960. Nur 15 Jahre dauerte es dann, bis im Jahre 1975 schon vier Milliarden Menschen errechnet wurden. Bis zur fünften Milliarde waren es nur noch 13 Jahre, denn diese wurde 1988 erreicht. (nach: "Luxemburger Wort" vom 16. Juli 1998).

Albert Einstein, der berühmte Physiker (14.3.1879-18.4.1955), ein Mann, der allerdings gewohnt war, seine Worte abzuwägen, sprach bei einem der amerikanischen Monatszeitschrift "Atlantic Monthly" gewährten Interview die Ansicht aus, daß im Falle eines Atomkrieges zwei Milliarden Menschen ihm zum Opfer fallen würden. (Gazette de Lausanne, 10.11.1945). Dr. H. D. Smith, einer der Erfinder der Atombombe, sagte schon vor einigen Jahrzehnten, daß nur eine geringe Verbesserung (!) dieser Bombe genüge, um damit in wenigen Minuten die ganze Menschheit auszulöschen. Nur gut, daß Gott nicht zuläßt, daß dies geschieht. In Vers 4 wurde bereits gesagt, daß die Posaunengerichte nicht der ganzen Menschheit das Verderben bringen werden: ... sondern allein den Menschen, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen.

Der Prophet Hesekiel sah auch einen Gottesboten , den der Herr rief: ... und sprach zu ihm: Geh durch die Stadt Jerusalem und zeichne mit einem Zeichen an der Stirn die Leute, die da seufzen und jammern über alle Greuel, die darin geschehen. (Hes. 9, 4). Weiter befahl Gott dort ausdrücklich: ... aber die das Zeichen an sich haben, von denen sollt ihr keinen anrühren. (Hes. 9, 6).

Hier sehe ich dann auch wieder eine Parallele zu den Plagen in Ägypten. Bei der Ankündigung der zehnten Plage, der letzten, heißt es: Und Mose sprach: So spricht der Herr: Um Mitternacht will ich durch Ägyptenland gehen, und alle Erstgeburt in Ägyptenland soll sterben, vom ersten Sohn des Pharao an, der auf seinem Thron sitzt, bis zum ersten Sohn der Magd, die hinter ihrer Mühle hockt, und alle Erstgeburt unter dem Vieh. Und es wird ein großes Geschrei sein in ganz Ägyptenland, wie nie zuvor gewesen ist noch werden wird; aber gegen ganz Israel soll nicht ein Hund mucken, weder gegen Mensch noch Vieh, auf daß ihr erkennt, daß der Herr einen Unterschied macht zwischen Ägypten und Israel. (2. Mose 11, 4-7).

Auf diesen lebenswichtigen Unterschied hat auch schon der Prophet Maleachi hingewiesen: Ihr werdet am Ende doch sehen, was für ein Unterschied ist zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient. (Mal. 3, 18).

Dr. P. de Benoit bestätigte: ... ein Wunder, welches daran erinnert, daß Gott seinerzeit von der vierten ägyptischen Plage an einen Unterschied zwischen den Ägyptern und den Israeliten gemacht hat.

Bei der Einsetzung des Passahfestes heißt es dann noch: Also sollt ihr's aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein und eure Schuhe an euren Füßen haben und Stäbe in euren Händen, und sollt's essen als die hinwegeilen; denn es ist des Herrn Passah. (2. Mose 12, 11 - Luthertext von 1912). Dann befahl Gott weiter: Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland unter Mensch und Vieh und will Strafgericht halten über alle Götter der Ägypter, ich, der Herr. Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen, und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage. Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und sollt ihn feiern als ein Fest für den Herrn, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung. (2. Mose 12, 12-14).

Damals erfolgte die Bewahrung der Erstgeburt durch die Versiegelung durch das Blut des Lammes: Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, an dem kein Fehler ist, ein männliches Tier, ein Jahr alt. ... Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, in denen sie's essen. (2. Mose 12, 5 + 7). Bei den Posaunengerichten erfolgt die Bewahrung ebenfalls durch die Versiegelung durch das Blut des Lammes, das erwürget ist (Offb. 5, 6), die man durch den Glauben an Jesus Christus empfängt. Der Apostel Paulus bestätigte das in seinem zweiten Brief an die Gemeinde Gottes zu Korinth: Gott ist's aber, der uns befestigt samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat. (2. Kor. 1, 21-22).

Bei diesem sechsten Posaunengericht wird alsbald ein riesiges Heer in Bereitschaft versetzt. Der Luthertext von 1912 lautet allerdings etwas eigenartig: Und die Zahl des reisigen Volkes war vieltausendmal tausend; und ich hörte ihre Zahl. Das ist jedoch kein Schreibfehler, denn nach Knaurs Rechtschreibung bedeutete nämlich dieses "reisig" früher: beritten, schwerbewaffnet, zum Kriegszug gerüstet. Besser heißt es jedoch: Und die Zahl der Kriegsheere zu Roß war zweimal zehntausend mal zehntausend; ich hörte ihre Zahl. (Elbf.). Verschiedene andere Übersetzungen sind auch präziser als die Lutherbibel, was die Zahl angeht. So beziffern außer der Elberfelder- ebenso die Schlachter- sowie die Zürcher-Bibel dieses Heer wie folgt: 2 x 10 000 x 10 000. Dies ergibt demzufolge die ungeheure Zahl von 200 000 000. Hermann Menge und Hans Bruns nennen dann auch ausdrücklich und ganz knapp: zweihundert Millionen. Da hier dann außerdem noch so eindringlich betont wird: ... und ich hörte ihre Zahl,besteht auch daran wohl nicht der geringste Zweifel.

Zum Vergleich sei noch einmal festgestellt, daß im Ersten Weltkrieg ungefähr 66,6 Millionen Soldaten kämpften, dann im Zweiten Weltkrieg standen über 110 Millionen Mann unter Waffen. In unserem Falle würde die Zunahme etwa 80 Prozent betragen, damals war es nicht viel weniger. Eine solche Steigerung liegt also durchaus im Bereich des Möglichen und ist deshalb auch weder ungewöhnlich noch unwahrscheinlich. Eindeutig haben wir es hier mit einem Weltkrieg zu tun, der noch nicht hinter uns liegt.

Es bleibt die Frage, wo ein solches Heer zusammengestellt werden kann. Es könnte sein, daß Offb. 9, 16 eine Vorausschau auf Offb. 16, 12 ist, wo dann steht: Und der sechste Engel goß aus seine Schale auf den großen Wasserstrom Euphrat; und sein Wasser vertrocknete, damit bereitet würde der Weg den Königen vom Aufgang der Sonne.

Dr. C. I. Scofield schrieb bereits im Jahre 1909 in seiner Erklärung hierzu: Die Armee, die in Offb. 9, 16-19 beschrieben wird, ist ein militärisches Heer, das aus dem Orient über den Euphrat kommt. (vgl. 16, 12). Das Lösen der Engel (9, 14-15) und das Austrocknen des Euphrat (16, 12) sind eine Vorbereitung für die Invasion des Heiligen Landes durch die "Könige des Ostens" (16, 12).

Folgende Zeitungsnotiz bestätigt die Prophetie über das Austrocknen des Euphrat: Wegen Bauarbeiten hat die Türkei den Wasserlauf des Euphrat um 40 % gedrosselt, damit ist der Euphrat zum erstenmal in seiner Geschichte am versiegen, was für die Anliegerstaaten eine Katastrophe bedeutet. (Nürnberger Zeitung vom 13.1. 1990). In derselben Zeitung vom 3./4.2.1990 stand dann noch folgende Schlagzeile: Die Könige des Ostens sitzen in den Startlöchern.

Das bisher größte Einzelprojekt der Staudämme am Euphrat ist der im Jahre 1992 eingeweihte Atatürk-Damm, etwa 60 km vor der syrischen Grenze gelegen. Dieser kann 48,7 Millionen Kubikmeter Wasser fassen, noch erheblich mehr als das jährliche Wasseraufkommen des Flusses. Der Euphrat fließt nach dem Atatürk-Damm durch einen Tunnel, in den jedoch ein Schieber eingebaut wurde, der den weiteren Verlauf des Flusses vollends absperren kann. An der Mündung hat der Euphrat ein Aufkommen, das jetzt bei durchschnittlich 32 Millionen Kubikmeter im Jahr liegt.

Wir wollen deshalb zunächst einmal das Heer betrachten, so wie Johannes es sehen und beschreiben konnte. Er erklärte nun wiederum mit seinen Worten: Und so sah ich im Gesicht: die Rosse und die darauf saßen, daß sie hatten feurige und blaue und schwefelgelbe Panzer; und die Häupter der Rosse waren wie die Häupter der Löwen, und aus ihren Mäulern ging Feuer und Rauch und Schwefel. Von diesen drei Plagen ward getötet der dritte Teil der Menschen, von dem Feuer und Rauch und Schwefel, der aus ihren Mäulern ging. Denn die Macht der Rosse war in ihrem Maul und in ihren Schwänzen; und ihre Schwänze waren den Schlangen gleich und hatten Häupter, und mit denselben taten sie Schaden.

Vom Urtext her können diese blauen Panzer auch dunkelrot bis violett sein, denn dort steht: huakinJinon = hyakinthinon = hyazinthene Panzer. So hat Hans Bruns dunkelrote Panzer übersetzt, Dr. P. de Benoit schrieb violette Panzer. Dazu erklärte er auch noch: Warum sollten wir nicht an einen wirklichen Krieg denken? Gewiß ist die Sprache des Textes zum Teil bildlich aufzufassen; aber es ist ein Fehler, alles versinnbildlichen zu wollen. Durch übertriebenes Symbolisieren wird die wahre Bedeutung mancher Stellen verdunkelt oder verdreht. Es ist eine der Listen Satans, der uns hindern will, die überaus wichtigen und praktischen Warnungen der Offenbarung zu verstehen und zu Herzen zu nehmen.

Bruder Johannes H. Menges schrieb bereits vor einigen Jahrzehnten in seinem Heft: "Der kommende Weltkrieg nach den Posaunen der Offenbarung", auf Seite 35: "Und also sah ich die Rosse in dem Gesicht und die auf ihnen saßen: und sie hatten feurige und hyazinthene und schwefelige Panzer." Da kommen die Panzer wörtlich in ihren Tarnfarben herangerollt. "Und die Köpfe der Rosse waren wie Löwenköpfe." Schaut euch einen Panzer an. Was soll denn Johannes anderes sagen von dem Kopf, der auf dem Panzer drauf ist, als ein Löwenkopf? Das war für ihn damals das Gefährlichste, was auf der Welt war. "Und aus ihren Mäulern geht Feuer und Rauch und Schwefel hervor." Das Geschoß sieht er ja gar nicht, weil es viel zu schnell ist. Aber was er sieht, das schreibt er auf: Feuer und Rauch und Schwefel.

Dr. P. de Benoit sagte nun ergänzend: Haben sie nicht, außer ihren größeren Feuerschlünden, sehr bewegliche Maschinengewehre, die man ganz gut mit Schlangen vergleichen kann? - Ist das ein bloßer Zufall, oder hätte Johannes tatsächlich in seinem Gesicht diese höllische Kavallerie gesehen, welche die Menschen unserer Generation erfunden haben?

Pastor John Theobald meinte sodann dazu: Der biblische Text beschreibt hier kurz, aber klar, einen ungeheuren, verheerenden Weltkrieg, dessen Ausmaß, Kampfweise und katastrophale Folgen das menschliche Vorstellungsvermögen des 1. Jahrhunderts weit übertraf. ... Wie kein anderer Krieg in der Geschichte der Menschheit wird er im vollsten Sinne des Wortes ein Weltkrieg sein.

Wim Malgo schrieb ähnliche Gedanken nieder in seinem Buch: "Die Offenbarung Jesu Christi", Verlag Mitternachtsruf, auf den Seiten 275 und 276: Die drei Plagen sind Feuer, Rauch und Schwefel - ein Weltkrieg. ... Sobald nun, wie hier bei der sechsten Posaune, ein geographischer Punkt angegeben wird - der Strom Euphrat -, wissen wir, daß wir es mit dem Nahen Osten und Israel zu tun haben. ... Dabei müssen wir uns die Tatsache vor Augen halten, daß dieser Krieg nicht nur gegen Israel gerichtet ist, sondern die ganze Welt in Mitleidenschaft zieht. Sonst könnte es nicht heißen, der dritte Teil der Menschheit werde getötet. ... Eine unvorstellbare Zahl, die uns zur Annahme zwingt, daß es ein Atomkrieg sein muß - ein nie dagewesener Weltkrieg, der heute schon im Bereich des Möglichen liegt.

Somit stellt sich die Frage, wo denn von so einem gewaltigen Kriege, der zunächst einmal Israel betrifft, im Alten Testament berichtet sein könnte. Dort gibt es eine Beschreibung eines Krieges, die hierher paßt. Der Prophet Hesekiel hat dieses gewaltige Geschehen lange vorausgesehen in der Weissagung gegen Gog aus Magog:

(1) Und des Herrn Wort geschah zu mir: (2) Du Menschenkind, richte dein Angesicht auf Gog, der im Lande Magog ist und der Fürst von Rosch, Meschech und Tubal, und weissage gegen ihn (3) und sprich: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will an dich, Gog, der du der Fürst bist von Rosch, Meschech und Tubal! (4) Siehe, ich will dich herumlenken und dir einen Haken ins Maul legen und will dich ausziehen lassen mit deinem ganzen Heer, mit Roß und Mann, die alle voll gerüstet sind; und sie sind ein großer Heerhaufe, die alle kleine und große Schilde und Schwerter tragen.

(5) Du führst mit dir Perser, Kuschiter und Libyer, die alle Schild und Helm tragen, (6) dazu Gomer und sein ganzes Heer, die vom Hause Togarma, die im Norden wohnen, mit ihrem ganzen Heer; ja, du führst viele Völker mit dir. (7) Wohlan, rüste dich gut, du und alle deine Heerhaufen, die bei dir sind, und sei du ihr Heerführer! (8) Nach langer Zeit sollst du aufgeboten werden; am Ende der Zeiten sollst du in ein Land kommen, das dem Schwert entrissen ist, und zu dem Volk, das aus vielen Völkern gesammelt ist, nämlich auf die Berge Israels, die lange Zeit verwüstet gewesen sind, und nun ist es herausgeführt aus den Völkern, und sie alle wohnen sicher. (9) Du wirst heraufziehen und daherkommen wie ein Sturmwetter und wirst sein wie eine Wolke, die das Land bedeckt, du und dein ganzes Heer und die vielen Völker mit dir.

(10) So spricht Gott der Herr: Zu jener Zeit werden dir Gedanken kommen, und du wirst auf Böses sinnen (11) und denken: "Ich will das Land überfallen, das offen daliegt, und über die kommen, die still und sicher leben, die alle ohne Mauern dasitzen und haben weder Riegel noch Tore", (12) damit du rauben und plündern kannst und deine Hand an die zerstörten Orte legst, die wieder bewohnt sind, und an das Volk, das aus den Heiden gesammelt ist und sich Vieh und Güter erworben hat und in der Mitte der Erde wohnt. (13) Saba, Dedan und die Kaufleute von Tarsis und alle seine Gewaltigen werden zu dir sagen: Bist du gekommen, zu rauben, und hast du deine Heerhaufen versammelt, zu plündern, um Silber und Gold wegzunehmen und Vieh und Güter zu sammeln und große Beute zu machen?

(14) Darum so weissage, du Menschenkind, und sprich zu Gog: So spricht Gott der Herr: Ist's nicht so? Wenn mein Volk Israel sicher wohnen wird, dann wirst du aufbrechen. (15) Und wirst kommen aus deinem Ort, vom äußersten Norden, du und viele Völker mit dir, alle zu Roß, ein großer Heerhaufe und eine gewaltige Macht, (16) du wirst heraufziehen gegen mein Volk Israel wie eine Wolke, die das Land bedeckt. Am Ende der Zeit wird das geschehen. Ich will dich aber dazu über mein Land kommen lassen, daß die Heiden mich erkennen, wenn ich an dir, Gog, vor ihren Augen zeige, daß ich heilig bin.

(17) So spricht Gott der Herr: Du bist doch der, von dem ich vorzeiten geredet habe durch meine Diener, die Propheten in Israel, die in jener Zeit weissagten, daß ich dich über sie kommen lassen wollte?

(18) Und es wird geschehen zu der Zeit, wenn Gog kommen wird über das Land Israels, spricht Gott der Herr, wird mein Zorn in mir aufsteigen. (19) Und ich sage in meinem Eifer und im Feuer meines Zorns: Wahrlich, zu der Zeit wird ein großes Erdbeben sein im Lande Israels, (20) daß vor meinem Angesicht erbeben sollen die Fische im Meer, die Vögel unter dem Himmel, die Tiere auf dem Felde und alles, was sich regt und bewegt auf dem Lande, und alle Menschen, die auf der Erde sind. Und die Berge sollen niedergerissen werden und die Felswände und alle Mauern zu Boden fallen. (21) Und ich will über ihn das Schwert herbeirufen auf allen meinen Bergen, spricht Gott der Herr, daß jeder sein Schwert gegen den andern erhebt. (22) Und ich will ihn richten mit Pest und Blutvergießen und will Platzregen mit Hagel, Feuer und Schwefel über ihn und sein Heer und über die vielen Völker kommen lassen, die mit ihm sind. (23) So will ich mich herrlich und heilig erweisen und mich zu erkennen geben vor vielen Heiden, daß sie erfahren, daß ich der Herr bin.

(1) Und du, Menschenkind, weissage gegen Gog und sprich: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will an dich, Gog, der du der Fürst bist von Rosch, Meschech und Tubal. (2) Siehe, ich will dich herumlenken und herbeilocken aus dem äußersten Norden und auf die Berge Israels bringen (3) und will dir den Bogen aus deiner linken Hand schlagen und die Pfeile aus deiner rechten Hand. (4) Auf den Bergen Israels sollst du fallen, du mit deinem ganzen Heer und mit den Völkern, die bei dir sind. Ich will dich den Raubvögeln, allem was fliegt, und den Tieren auf dem Felde zum Fraß geben. (5) Du sollst auf freiem Felde fallen; denn ich habe es gesagt, spricht Gott der Herr. (6) Und ich will Feuer werfen auf Magog und auf die Bewohner der Inseln, die so sicher wohnen, und sie sollen erfahren, daß ich der Herr bin. (7) Und ich will meinen heiligen Namen kundmachen unter meinem Volk Israel und will meinen heiligen Namen nicht länger schänden lassen, sondern die Heiden sollen erfahren, daß ich der Herr bin, der Heilige in Israel. (8) Siehe, es kommt und geschieht, spricht Gott der Herr; das ist der Tag, von dem ich geredet habe.

(9) Und die Bürger in den Städten Israels werden herausgehen und Feuer anzünden und die Waffen verbrennen, kleine und große Schilde, Bogen und Pfeile, Keulen und Spieße. Und sie werden sieben Jahre lang Feuer damit machen; (10) sie brauchen kein Holz auf dem Felde zu holen oder im Walde zu schlagen, sondern von den Waffen werden sie Feuer machen und werden die berauben, von denen sie beraubt sind, und plündern, von denen sie geplündert sind, spricht Gott der Herr.

(11) Und zu der Zeit soll es geschehen, da will ich Gog einen Ort geben zum Begräbnis in Israel, nämlich das Tal der Wanderer östlich vom Meer, und das wird den Wanderern den Weg versperren. Dort wird man Gog mit seinem ganzen Heerhaufen begraben; und es soll heißen "Tal der Heerhaufen des Gog". (12) Und das Haus Israel wird sie sieben Monate lang begraben, damit das Land gereinigt werde. (13) Ja, alles Volk des Landes wird an ihnen zu begraben haben; und sie werden Ruhm davon haben an dem Tage, an dem ich meine Herrlichkeit erweise, spricht Gott der Herr. (14) Und sie werden Leute aussondern, die ständig im Lande umhergehen, die Leichen zu begraben, die noch auf dem Lande liegen, damit es gereinigt werde. Nach sieben Monaten sollen sie beginnen nachzuforschen. (15) Und wenn sie im Lande umhergehen und Menschengebeine sehen, sollen sie ein Zeichen aufrichten, bis die Totengräber sie auch im "Tal der Heerhaufen des Gog" begraben. (16) Auch soll eine Stadt "Stadt der Heerhaufen" heißen. So werden sie das Land reinigen.

(17) Du Menschenkind, so spricht Gott der Herr: Sage den Vögeln, allem was fliegt, und allen Tieren auf dem Felde: Sammelt euch und kommt herbei, findet euch zusammen von überall her zu meinem Schlachtopfer auf den Bergen Israels, und freßt Fleisch und sauft Blut! (18) Fleisch der Starken sollt ihr fressen, und Blut der Fürsten auf Erden sollt ihr saufen, der Widder und Lämmer, der Böcke und Stiere, all des Mastviehs aus Basan. (19) Und ihr sollt Fett fressen, bis ihr satt werdet, und Blut saufen, bis ihr trunken seid von dem Schlachtopfer, das ich euch schlachte. (20) Sättigt euch von Rossen und Reitern, von Starken und all den Kriegsleuten an meinem Tisch, spricht Gott der Herr.

(21) Und ich will meine Herrlichkeit unter die Heiden bringen, daß alle Heiden mein Gericht sehen sollen, das ich gehalten habe, und meine Hand, die ich an sie gelegt habe. (22) Und das Haus Israel soll erfahren, daß ich, der Herr, ihr Gott bin, von dem Tage an und fernerhin, (23) und die Heiden sollen erkennen, daß das Haus Israel um seiner Missetat willen weggeführt worden ist. Weil sie sich an mir versündigt hatten, darum habe ich mein Angesicht vor ihnen verborgen und habe sie übergeben in die Hände ihrer Widersacher, daß sie allesamt durchs Schwert fallen mußten. (24) Ich habe ihnen getan, was sie mit ihrer Unreinheit und ihren Übertretungen verdient haben, und habe mein Angesicht vor ihnen verborgen.

(25) Darum - so spricht Gott der Herr: Nun will ich das Geschick Jakobs wenden und mich des ganzen Hauses Israel erbarmen und um meinen heiligen Namen eifern. (26) Sie aber sollen ihre Schmach und alle ihre Sünde, mit der sie sich an mir versündigt haben, vergessen, wenn sie nun sicher in ihrem Lande wohnen und niemand sie schreckt (27) und ich sie aus den Völkern zurückgebracht und aus den Ländern ihrer Feinde gesammelt und an ihnen vor den Augen vieler Heiden gezeigt habe, daß ich heilig bin. (28) Dann werden sie erkennen, daß ich, der Herr, ihr Gott bin, der ich sie unter die Heiden weggeführt habe und wieder in ihr Land sammle und nicht einen von ihnen dort zurücklasse. (29) Und ich will mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen; denn ich habe meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen, spricht Gott der Herr. (Hesekiel, Kapitel 38 und 39).

Im vorhergehenden Kapitel seines Buches (Kapitel 37) hat der Prophet Hesekiel die Sammlung seines Volkes beschrieben, die Gott ihm in einer Vision gezeigt hatte. Dort heißt es: ... und sollst zu ihnen sagen: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will die Kinder Israel herausholen aus den Heiden, wohin sie gezogen sind, und will sie von überall her sammeln und wieder in ihr Land bringen und will ein einziges Volk aus ihnen machen im Land auf den Bergen Israels, und sie sollen allesamt einen König haben und sollen nicht mehr zwei Völker sein und nicht mehr geteilt in zwei Königreiche. (Hesekiel 37, 21-22).

Das bedeutet, daß das Volk Israel nicht mehr geteilt sein soll, sondern vereint im Land auf den Bergen Israels, dem Westjordanland, wohnen wird. Mit der inzwischen erfolgten Gründung des Staates Israel und der Inbesitznahme des verheißenen Landes ist diese Prophezeiung bereits größtenteils in Erfüllung gegangen. - Was aber bis jetzt noch nicht eingetroffen ist, das wird dann gewiß bis zum Ende der siebenjährigen Trübsalszeit geschehen. Erfüllte Prophetie ist einer der vielfältigen Beweise für die göttliche Inspiration (= Eingebung) der Bibel und zugleich auch eine absolute Garantie dafür, daß alle noch unerfüllten Ereignisse in der Zukunft wirklich geschehen werden.

Bei dem hier beschriebenen Krieg geht es um den Angriff eines Feindes, der nach langer Zeit geschehen soll, am Ende der Zeiten, das heißt am Ende des gegenwärtigen Zeitalters. Hesekiel lebte vor mindestens 2 500 Jahren und schilderte damals Ereignisse, die bis heute noch nicht stattgefunden haben. Kein einziger Prophet oder Schreiber der Bibel erwähnt alle Einzelheiten der Endzeit, vielmehr ergänzen sich alle zu einem vollständigen Bild. Oft wird eine Situation von verschiedenen Seiten betrachtet, wie auch in diesem Falle der zukünftige Dritte Weltkrieg, wobei in einigen Dingen jedoch völlige Übereinstimmung besteht. So erkennt man bei Hesekiel ebenfalls ein großes Reiterheer, daß mit Hagel, Feuer und Schwefel vom Himmel getroffen wird.

Der Angreifer wird bezeichnet als: Gog, der im Lande Magog ist und der Fürst von Rosch, Meschech und Tubal. Das hebräische Wort "Rosch" bedeutet "Haupt, Erster oder Oberster", deshalb heißt es im Luthertext von 1912 auch "der oberste Fürst". Hier im Text wird es jedoch nicht als Adjektiv (= Eigenschaftswort) gebraucht. Es ist allerdings wohl eine sehr beachtenswerte Tatsache, daß im heutigen Israel mit "Rosch" im Volksmund ebenso Rußland bezeichnet wird. Dr. C. I. Scofield schrieb schon in der ersten Ausgabe der nach ihm benannten Bibel, also bereits im Jahre 1909, in der Erklärung zu Hesekiel 38, 2: Gemeint sind hier die nördlichen (europäischen) Mächte, angeführt von Rußland. Damals regierten in Rußland noch die Zaren und Scofield konnte zu der Zeit weder den Aufstieg Rußlands zu einer Weltmacht noch die Gründung des Staates Israel voraussehen. Beides erfolgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg, erstaunlicherweise allerdings dann etwa zur selben Zeit.

Im hebräischen Lexikon von Brown, Driver und Briggs (A Hebrew and English Lexicon of the Old Testament, Oxford, Clarendon 1959, Seite 912) wird ebenfalls die Vermutung geäußert, daß "Rosch" der Name eines Volkes sei, wie dann auch Meschech und Tubal. In der Völkertafel von 1. Mose 10 heißt es sodann in Vers 2: Die Söhne Japheths sind diese: Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal, Meschech und Tiras. Dazu wird wiederum im Lexikon zur Bibel erklärt: Assyr. Inschriften nennen Muski und Tabal unter den Feinden Assyriens, und Herodot erwähnt sie als Moschoi und Tibaraenoi an der SO-Küste des Schwarzen Meeres. (Anmerkung: Herodot war ein griechischer Geschichtsschreiber, lebte von etwa 490 v. Chr. bis nach 430 v. Chr., der auch skythische Gebiete bereiste und neun Bücher schrieb).

Pastor A. Fünning schrieb: Wer ist dieser Gog? Da der Fürst von Rosch, Meschech und Tubal immer mit Gog angeredet wird, so muß Gog der Name oder Titel dieses Fürsten oder Führers der verbündeten Völker sein. Magogs Land war der Kaukasus und die angrenzenden Steppen, das ist das heutige Rußland. Die Geschichte dieses Landes war zwar seit Jahrtausenden in Dunkel gehüllt; Rußland ist aber seit dem 10. Jahrhundert unter dem Namen "Rosch" (das ist genau der biblische Name) bekannt.

Außer dieser Namensdeutung gibt es noch einen weiteren, viel besseren, weil unwiderlegbaren Beweis, daß Gog, der im Lande Magog ist und der Fürst von Rosch, Meschech und Tubal aus Rußland kommt. In diesem Text von Hesekiel wird nämlich zweimal gesagt, von wo denn genau der Angreifer kommt: Und wirst kommen aus deinem Ort, vom äußersten Norden (Hes. 38, 15) und: Siehe, ich will dich herumlenken und herbeilocken aus dem äußersten Norden (Hes. 39, 2). Man braucht nur einen flüchtigen Blick auf einen Globus oder eine entsprechende Landkarte zu werfen, um festzustellen, daß das Land im äußersten Norden von Israel kein anderes als Rußland ist. Weiter nördlich davon gibt es kein Land mehr, nur noch Eis.

Ein etwas gründlicheres Kartenstudium zeigt ferner die interessante Tatsache, daß Moskau fast genau nördlich von Jerusalem liegt, denn die Abweichung beträgt nur ca. zwei Längengrade. Zum Vergleich sei hier erwähnt, daß 15 Längengrade einer Zeitzone von einer Stunde entsprechen, ein Längengrad ist demnach vier Minuten. Zwischen den Längengraden ist die Entfernung in Kilometern jedoch unterschiedlich, je nach dem Breitengrad. Es kann somit kein Zweifel daran bestehen, daß mit Gog, der im Lande Magog ist und der Fürst von Rosch, Meschech und Tubal, nur ein Herrscher von Rußland gemeint sein kann. Dieser Gog ist allerdings auch der Heerführer aller Völker, die auf seiner Seite sind. Im Luthertext von 1912 heißt es in Vers 7 ganz einfach: ... sei du ihr Hauptmann! Es bleibt allerdings abzuwarten, um zu erkennen, wer dieser genau ist.

Gog wird auch mit "Höhe" oder "Berg" übersetzt und Magog mit "die außerhalb der Höhe". Die nun damals bekannte höchste Erhebung war der Kaukasus mit dem Berg Ararat, wo sich die Arche Noahs niederließ (1. Mose 8, 4). So deutet man alsdann Meschech mit Moskau und Tubal mit Tobolsk, einer Stadt in Westsibirien an der Mündung des Tobol in den Irtysch, und übersetzt obigen Vers 2 dann einfach: Richte deinen Blick auf den Höchsten unter denen, die außerhalb oder oberhalb des Kaukasus wohnen, den Fürsten oder die Machthaber von Rußland, auf Moskau, die Hauptstadt im europäischen Teil und Tobolsk, das Zentrum der asiatischen Gebiete Rußlands. Diese Auslegung mag zwar richtig sein, ist aber trotzdem für mich nicht ganz unbedenklich, da sie eher dem Zweck angepaßt erscheint. Ob sie wirklich so wortgetreu ist, wie manche vielleicht meinen, sei jedenfalls vorerst dahingestellt.

Dann heißt es weiter: Du führst mit dir Perser, Kuschiter und Libyer. Genau übersetzt heißen diese Länder: Persien, Kusch und Put. Wiederum lesen wir dann in der Völkertafel von 1. Mose 10 in Vers 6: Die Söhne Hams sind diese: Kusch, Mizraim, Put und Kanaan. Mizraim ist Ägypten, und die Völker Kanaans fielen damals bei der Landnahme dem Strafgericht Gottes anheim. Bei der Übersetzung der Septuaginta (= LXX) war man der Meinung, daß nur im heutigen Äthiopien die Kinder des Kusch und nur im heutigen Libyen die Nachkommen des Put wohnen würden. Man hat dabei allerdings Nahum 3, 9 nicht berücksichtigt, wo es heißt: Kusch und Ägypten waren ihre unermeßliche Macht, Put und Libyen waren ihre Hilfe. Darum steht im Luthertext von 1912: Du führst mit dir Perser, Mohren und Libyer. Es ist deshalb durchaus möglich, daß es sich hierbei um etliche Völker zwischen Indien und Afrika handelt. Persien ist jedenfalls das heutige Iran, das mit Rußland bereits verbündet ist. Die meisten Bibelübersetzungen haben jedoch keine andere Deutung. Erwähnenswert ist sicherlich, daß im Jahre 1963 in Addis Abeba, der Hauptstadt von Äthiopien, die Organisation Afrikanischer Staaten (O.A.S.) gegründet wurde, durch die sich Afrika mit geeinter Stimme dann auch Gehör verschaffen wollte.

Der jüngste Sohn Noahs war Ham und über dessen jüngsten Sohn Kanaan hatte damals Noah diesen Fluch ausgesprochen: ... sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei seinen Brüdern ein Knecht aller Knechte! (1. Mose 9, 25). Mit diesem Fluch hängt zweifellos die in unseren Tagen weithin festzustellende Unfähigkeit der selbständig geworden farbigen Völker zusammen, ihre Probleme zu lösen. Noah sprach weiter: Gelobt sei der Herr, der Gott Sems, und Kanaan sei sein Knecht! (Vers 26). Israel ist dasjenige semitische Volk, in dem dieser Segen Wirklichkeit wurde. Es fällt auf, daß Japhet, der Stammvater der Weißen, damals den Kultur-, Geschichts- und Herrscherauftrag erhielt, verbunden mit einer geistlichen Segensverheißung: Gott breite Japheth aus und lasse ihn wohnen in den Zelten Sems, und Kanaan sei sein Knecht! (Vers 27). Das alles wirkt gewiß bis heute fort und kann daher, trotz größter Mühe, weder durch äußere Umstände noch durch Erziehung außer Kraft gesetzt werden.

Weiter heißt es dann in diesem Text: dazu Gomer und sein ganzes Heer. Dazu steht in der Völkertafel von 1. Mose 10, Vers 2: Die Söhne Japheths sind diese: Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal, Meschech und Tiras. Demnach sind die bei Hesekiel genannten Völker Gomer, Magog, Tubal und Meschech allesamt verwandt, ja sogar Brüder. Der Name Gomer bedeutet "Vollendung", Magog bedeutet "Ausbreitung", Tubal ist "Schmied" und Meschech ist "Besitz". Alle waren damals als Nomadenvölker bekannt, und alle lebten nördlich des Schwarzen Meeres und im Kaukasus.

Gomer war also der Erstgeborene des Japheth, dem demnach vor seinen Brüdern eine wichtige Stellung zukommt. Er gilt als der Vater der Kimmerier, die in alten Keilschriften mit "Gimerii" bezeichnet wurden. Dieses Volk lebte früher auf der Halbinsel Krim, die wahrscheinlich nach den Kimmeriern benannt ist. Doch leider ist dieses indogermanische Wandervolk allerdings schon um 500 v. Chr. aus der Geschichte verschwunden. Im Talmud, dem jüdischen Kommentar zur Thora, dem alttestamentlichen Gesetz, wird erklärt, daß Gomer und seine Nachkommen die Germani oder Germanen sind.

Dazu ist in einer Erklärung zu lesen: Das von Gomer abstammende Volk wird in der Geschichte mit den alten Kimmeriern in Verbindung gebracht, einem arischen Geschlecht, das in assyrischen Inschriften "Gimirrai" genannt wird und sich in der Gegend nördlich des Schwarzen Meeres niederließ. Offensichtlich verdankt die Krim (eine Halbinsel in der südlichen Ukraine, die sich in den nördlichen Teil des Schwarzen Meeres erstreckt) diesem Volk, das im Grunde ein Nomadenvolk war, ihren Namen. Im 8. Jahrhundert v. Chr., während der Herrschaft des Assyrerkönigs Sargon, zog es durch den Kaukasus (eine Berggegend zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer) und griff die Königreiche Urartu (Ararat) und Tabal (Tubal) an.

Im Lexikon zur Bibel (R. Brockhaus Verlag, Wuppertal) heißt es sodann zu Gomer: Man vermutet in diesem Volk, das im Norden von Palästina wohnt, die Kimmerier, die von der Nordküste des Schwarzen Meeres über den Kaukasus nach Kleinasien vordrangen und sich in Kappadozien ansiedelten. Nachdem sie von dem Assyrerkönig Asar-Haddon besiegt waren, wandten sie sich nach Westen und vernichteten das Reich des Königs Gyges von Lydien. Hierzu allerdings noch eine Anmerkung: Gyges wurde nach der Ermordung des Kandaules ca. 685 v. Chr. König der Lydier. Bekannt war in der Antike der Reichtum des Gyges. Als die Kimmerier die Hauptstadt Sardes eroberten, fand Gyges den Tod (652 v. Chr.).

In dem Taschenbuch: "dtv-Atlas zur Weltgeschichte", Band 1, auf Seite 21 ist zu lesen: Die Kimmerier und Skythen. Während der Bronzezeit stoßen zwei indogerm. Reitervölker aus dem östl. Steppenraum nach Westen und Süden vor:
1. Kimmerier, die um 750 aus der Krim über den Kaukasus nach Süden vordringen und Kleinasien und Assyrien bedrohen. Im Bunde mit den Assyrern vernichten sie das Reich von Urartu (S. 35), doch werden sie dann nach Westen abgedrängt und ziehen durch Kleinasien (Sieg über das Phrygische Reich und Gyges von Lydien, der im Abwehrkampf gegen sie den Tod findet). Den Kimmeriern folgen die
2. Skythen aus Turkestan, die die Kimmerier vertreiben und unterwerfen. Bei der Verfolgung der Kimmerier nach Kleinasien werden sie in Kämpfe mit den Assyrern und Medern verwickelt und von Kyaxares 628 zurückgedrängt. Feldzüge des Kyros und des Dareios (514-512) gegen die Skythen, die nördl. des Schwarzen Meeres ihre Wohnsitze haben. Über den Dnjestr stoßen die Skythen in den Balkanraum vor an die untere Donau, in die pannonische Ebene und in den Raum südlich der Karpaten. Ein weiterer Vorstoß führt sie in die heutige Mark Brandenburg (Fund von Vettersfelde). Neben den Vorstößen nach Süden in die Hochkulturgebiete richtet sich der Angriff auch nach Westen. Skythen und Kimmerier erreichen Ostdeutschland, Bayern und - zusammen mit den Thrakern (Funde von Pferdezaumzeug) - Norditalien.

In dem Buch: "Daten der Weltgeschichte", Goldmann-Verlag, Seite 37, werden diese Angaben bestätigt: Übriges Europa - um 500 Vorstoß des indogermanischen Reitervolks der Skythen aus dem östlichen Steppenraum in das Gebiet der heutigen Mark Brandenburg; die indogermanischen Kimmerier und die Skythen erreichen bei weiteren Vorstößen ganz Ostdeutschland und Bayern. - um 500 Skythischer Goldschatz von Vettersfelde/Niederlausitz (Fund von 1882): Ausrüstung und Schmuck eines vornehmen Skythen, darunter ein Fisch aus Gold. - 5. Jh. Germanische Stämme dringen in die bis dahin keltischen Niederlande vor.

So unwahrscheinlich es auch klingen mag, es scheint jedoch kein Zweifel daran zu bestehen, daß mit "Gomer" die Kimmerier gemeint sind, die zur Zeit Hesekiels von der Halbinsel Krim nordwärts zogen und sich in Germanien, dem Gebiet des heutigen Deutschland, niederließen. Eine Beteiligung Deutschlands an diesem Weltkrieg ist demnach nicht ausgeschlossen, vielleicht zunächst eher als eine friedensstiftende Maßnahme im Namen der UNO. Eine andere, angenehmere Auslegung des prophetischen Wortes bietet sich hier kaum an und ist wohl auch nicht möglich.

Dann wird in diesem Text noch ein Volk erwähnt: die vom Hause Togarma, die im Norden wohnen. Hier heißt es nicht, im äußersten Norden, was daher zu beachten ist. Dieses Volk befindet sich im heutigen Armenien, die heute noch sagen, daß sie vom Hause "Thorgon" abstammen. Ein Teil aber der Nachkommen von Togarma wanderte weiter und ließ sich in der Nähe des Kaspischen Meeres nieder. Togarma mit allen seinen Horden werden demnach als die Stämme Südrußlands einschließlich der Kosaken identifiziert. Ein Reisender berichtete, daß die dort wohnenden Tartarenhorden sich "Togorma" nannten. Das stimmt dann wiederum überein mit der Aussage des Propheten Hesekiel, der noch hinzufügte, die im Norden wohnen.

Wer mit Saba, Dedan und die Kaufleute von Tarsis gemeint ist, läßt sich nur noch schwer feststellen. Im Luthertext von 1912 wird Saba mit "das reiche Arabien" übersetzt. Dedan war zu biblischen Zeiten ebenfalls in Arabien. Beide werden in der Völkertafel von 1. Mose 10 als Brüder bezeichnet: Aber die Söhne Ragmas sind diese: Saba und Dedan. (Vers 7). Ragma war ein Sohn des Kusch, ein Sohn Hams. Dort hatten wir außerdem noch in Vers 2 gelesen: Die Söhne Japheths sind diese: Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal, Meschech und Tiras. Nach Vers 4 ist Tarsis ein Sohn Jawans, das heißt, ein Volk das von Jawan abstammte, und ihr Gebiet ist ein Land, das offenbar im fernen Westen lag (vgl. Psalm 72, 10; Jes. 66, 19; Jona 1, 3 und 4, 2). Damals war es wahrscheinlich das Tartessos der Griechen, eine phönizische Handelsstadt an der Mündung des Guadalquivir in Südwest-Spanien. Für die Israeliten lag es demnach am Ende der Welt. Deshalb könnte damit auch sinnbildlich ein heutiges Land im äußersten Westen von Israel aus gemeint sein, z. B. die U.S.A., worauf dann eventuell die Weissagung von Jesaja hindeuten könnte: Und ich will ein Zeichen unter ihnen aufrichten und einige von ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, nach Tarsis, nach Put und Lud, nach Meschech und Rosch, nach Tubal und Jawan und zu den fernen Inseln, wo man nichts von mir gehört hat und die meine Herrlichkeit nicht gesehen haben; und sie sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkündigen. (Jes. 66, 19). Mit diesen Bezeichnungen sind wohl die Völker an allen vier Enden der Erde gemeint, besonders mit: den fernen Inseln.

Es sei noch einmal erwähnt, daß es mehrmals heißt: Nach langer Zeit ... am Ende der Zeiten (Hes. 38, 8) und: Am Ende der Zeit wird das geschehen (Hes. 38, 11). Es muß vor der Gründung einer Welteinheitsregierung geschehen, denn hier werden noch so viele verschiedene Völker genannt, die noch unabhängig zu sein scheinen. In diesem Zusammenhang ist auch beachtenswert, daß gesagt ist: Wahrlich, zu der Zeit wird ein großes Erdbeben sein im Lande Israels, daß vor meinem Angesicht erbeben sollen die Fische im Meer, die Vögel unter dem Himmel, die Tiere auf dem Felde und alles, was sich regt und bewegt auf dem Lande, und alle Menschen, die auf der Erde sind. Durch dieses große Erdbeben wird sicherlich der Tempelplatz frei für den vorausgesagten dritten Tempel, auch Tempel der Trübsalszeit genannt.

Gott der Herr sagt außerdem zu Gog: Auf den Bergen Israels sollst du fallen, du mit deinem ganzen Heer und mit den Völkern, die bei dir sind. (Hes. 39, 4). Und weiter: Und zu der Zeit soll es geschehen, da will ich Gog einen Ort geben zum Begräbnis in Israel, nämlich das Tal der Wanderer östlich vom Meer, und das wird den Wanderern den Weg versperren. Dort wird man Gog mit seinem ganzen Heerhaufen begraben; und es soll heißen "Tal der Heerhaufen des Gog". Und das Haus Israel wird sie sieben Monate lang begraben, damit das Land gereinigt werde. (Hes. 39, 11-12).

Dieses Tal liegt im Gebirge Moab im heutigen Jordanien, wird aber doch hier als "in Israel" bezeichnet. Mit "östlich vom Meer" ist immer das Tote Meer gemeint, wo schon Sodom und Gomorra zur Zeit Lots untergingen (1. Mose 19, 24-25). So wies der Herr Jesus seine Jünger bereits damals warnend darauf hin: Desgleichen, wie es geschah zu den Zeiten Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; an dem Tage aber, als Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um. (Luk. 17, 28-29). Statt "wird den Weg versperren" heißt es nun wörtlich: Sein Zugang wird verschlossen. Pastor A. Fünning schrieb noch dazu: Bezüglich der furchtbaren Vernichtung von Gog und seiner Heere soll eine Stadt nach Gog benannt werden, die soll heißen Hamona - Gogs Haufental. Interessanterweise ist nun dieses Tal heute schon durch Schilder mit dieser Aufschrift gekennzeichnet.

Nachdenklich stimmt dann noch: Und ich will Feuer werfen auf Magog und auf die Bewohner der Inseln, die so sicher wohnen, und sie sollen erfahren, daß ich der Herr bin. (Hes. 39, 6). Wie wir bereits zweifelsfrei feststellen konnten, ist mit dem Lande Magog das heutige Rußland gemeint. Pastor John Theobald bemerkte dazu: Im biblischen Sprachgebrauch wird das Wort "Inseln" manchmal auch für Länder auf den Kontinenten benutzt. Demnach könnte das wiederum auf die U.S.A. hinweisen, ohne jedoch hierbei jetzt in Ost-West-Spekulationen verfallen zu wollen.

Dr. P. de Benoit meinte dazu im Jahre 1941: Wenn die zweite Posaune Luftangriffe gegen "das Meer", d. h. im wesentlichen gegen eine Seemacht, ausgelöst hat, so scheint dieser See- und Luftkrieg noch viel schlimmer zu werden und in einen Ausrottungskrieg auszuarten. Das Gleiche wird wohl auf dem Festland geschehen, den großen Flüssen entlang und an ihren Quellen. Muß man wieder an Repressalien der Seemacht denken? Auf jeden Fall wird das Gericht äußerst schwer sein, und es wird die verdiente Strafe sein für die Verfolgungen gegen die Heiligen Gottes. - Könnte die Seemacht die U.S.A. und das Festland möglicherweise Rußland sein?

Man sollte allerdings auch bedenken, daß der am 5. März 1970 in Kraft getretene Atomwaffensperrvertrag die Zahl der Atomwaffenmächte auf fünf beschränkt hat: die U.S.A., Rußland, China, Großbritannien und Frankreich. Diese fünf Staaten hatten sich dann bei der Verlängerung des Vertrages im Mai 1995 dazu verpflichtet, keine Atomwaffen gegen die übrigen Vertragspartner einzusetzen. Zu diesen zählen beispielsweise alle anderen Staaten Europas, die dann womöglich weniger betroffen sein könnten. Indien, Pakistan und Israel werden heute ebenfalls zu den Atomwaffenmächten gerechnet, haben jedoch den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet. Inwieweit solche Waffen später eingesetzt werden, kann man jetzt nicht mit letzter Sicherheit sagen, ebensowenig, welche Länder es betreffen könnte.

Jedenfalls bedeutet das ohne Zweifel, daß Hesekiel nur eine Teilbeschreibung dieses Gottesgerichtes wiedergab, indem er sich nur auf dessen Schwerpunkt in Israel beschränkte. Dennoch ist doch sicherlich aus diesem knappen Hinweis deutlich zu ersehen, daß das Gerichtsfeuer Gottes gewiß über einen in Wirklichkeit viel größeren Teil der Welt dahinbrausen wird. Daher wird es wohl der Dritte Weltkrieg sein.

Der Prophet Jeremia mußte damals, vor langer Zeit, schon alle diese Worte weissagen und zu den Völkern sprechen: So spricht der Herr Zebaoth: Siehe, es wird eine Plage kommen von einem Volk zum andern, und ein großes Wetter wird sich erheben von den Enden der Erde. Zu der Zeit werden die vom Herrn Erschlagenen liegen von einem Ende der Erde bis ans andere Ende; sie werden nicht beklagt noch aufgehoben noch begraben werden, sondern müssen auf dem Felde liegen und zu Dung werden. (Jer. 25, 32-33). Diese Weissagung könnte sich allerdings bereits auf dieses Gericht über das Land Magog und auf die Bewohner der Inseln bezogen haben. Bei Hesekiel geht ja nur die Rede davon, daß die Leichen im Lande Israel im "Tal der Heerhaufen des Gog" begraben werden sollen.

Außerdem schwer zu erklären ist: Und sie werden sieben Jahre lang Feuer damit machen; sie brauchen kein Holz auf dem Felde zu holen oder im Walde zu schlagen, sondern von den Waffen werden sie Feuer machen. Inwieweit diese Waffen an sich überhaupt brennbar sein werden oder ob vielleicht nur der Diesel-Treibstoff der Fahrzeuge als Heizöl verbrannt wird, muß sich später herausstellen. Wir können diesen Vers nur wörtlich nehmen, auch wenn er uns noch nicht ganz verständlich ist. Nach meiner Erkenntnis entsprechen diese sieben Jahre allerdings der 70. Jahrwoche nach Daniel 9, 27, die kurz nach der Vernichtung dieser Angreifer beginnen müßte. Hesekiel 39, 25-29 wird dann erst am Ende dieser sieben Jahre in Erfüllung gehen, was aber in der prophetischen Perspektive durchaus nicht ungewöhnlich ist.

Der Prophet Joel bezeugte alsdann diese Worte des Herrn: Und ich will den Feind aus Norden von euch wegtreiben und ihn in ein dürres und wüstes Land verstoßen, seine Spitze in das östliche Meer und sein Ende in das westliche Meer; er soll verfaulen und stinken, denn er hat Gewaltiges getan. (Joel 2, 20). Das östliche Meer ist das Tote Meer, das westliche Meer das Mittelmeer. Das paßt sicherlich zu diesem von Hesekiel berichteten Geschehen, wie auch das ganze Kapitel 2 von Joel. Beim Betrachten des prophetischen Wortes der Bibel sollte man immer bedenken: Weissagungen sind im voraus geschriebene Geschichte.

Wie wir bereits gesehen haben, ist die sichtbare Weltgeschichte nur ein Spiegelbild der unsichtbaren. Die Zerstörungsmächte der modernen Kriege haben demnach ihre geistige Ursache in dem Todeswesen ihrer Verursacher. Jede von Menschen irgendwie bewirkte Zerstörung wird von dem Mörder von Anfang (Joh. 8, 44) und seinen höllischen Dämonen beeinflußt. Diesem bösen Einfluß kann man sich nur in dem Maße entziehen, wie man sich dem Willen des Friedensfürsten ausliefert. Nur eine persönliche Hingabe an Jesus Christus und ein Leben nach seinen Geboten bewahrt vor dem Verderben.

Es ist geradezu überwältigend, wie Johannes schon vor fast zweitausend Jahren in prophetischer Schau die modernen Kriegswaffen sieht und ihre verheerenden und zerstörerischen Wirkungen schildert. Die Beschreibung läßt erkennen, daß es sich hier nicht buchstäblich um Rosse handelt, während die Zahl des reitenden Volkes jedoch keinesfalls symbolisch ist. Aus den Mäulern dieser eigenartigen Rosse ging nämlich Feuer und Rauch und Schwefel hervor. Das wird sodann im nächsten Vers auch ausdrücklich noch einmal bestätigt: Von diesen drei Plagen ward getötet der dritte Teil der Menschen, von dem Feuer und Rauch und Schwefel, der aus ihren Mäulern ging. Wiederum ist das nicht sinnbildlich zu verstehen, sondern durchaus wörtlich zu nehmen. Darunter könnte man sich doch sicherlich eine Panzerwaffe vorstellen, die notwendigerweise mit besonders tödlicher Munition ausgerüstet ist.

Nach meiner Erkenntnis werden die Posaunengerichte das nächste größere Ereignis sein, das nun bald auf uns zukommt in dieser Spätstunde unseres zu Ende gehenden Zeitalters. Aus diesem Grunde habe ich auch als den Titel dieses Buches die obigen Plagen ausgewählt: Die Zukunft der Welt: Feuer und Rauch und Schwefel. Alsdann habe ich versucht, das ganze Evangelium, also die frohe Botschaft von der Gnade Gottes, in den angefügten zwei Versen von diesem Kapitel 9 der Offenbarung auszudrücken. Mögen deshalb möglichst viele Menschen schon allein durch den Titel dieses Buches angesprochen werden, um den Willen Gottes auch für ihre persönliche Zukunft zu erfahren. Noch ist Gnadenzeit, noch bietet Gott seine Gnade an, ehe es zu spät ist und die vorhergesagten Gerichte über diese verderbte Welt kommen.

Hellmuth Frey, ein Mann Gottes aus unseren Tagen, erklärte mit einfachen Worten: Wollen wir uns in Todesangst an das Vergehende anklammern?
Oder wollen wir uns jetzt schon dem kommenden Herrn übergeben?
Dann werden für uns die Posaunenstöße des Gerichts zu Fanfaren des Sieges!

Zusammenfassend kann man zweifelsfrei festhalten, daß der Apostel Johannes vor fast 2000 Jahren doch wohl kaum passendere und packendere Bilder dafür hätte finden können, um a) die Atombombe, b) die Flugzeuge und c) die hochmodernen Panzer im voraus zu beschreiben. Wie dem auch sei, Gott wird uns vielleicht schon bald zeigen, was diese feurigen Berge, Heuschrecken und Rosse in Wirklichkeit eigentlich sein sollen. Möglicherweise werden wir dann gar nicht sonderlich überrascht sein, weil die Beschreibung von Johannes so präzise und einleuchtend ist.

Die Zahl drei ist auch in diesen Versen augenfällig. So gibt es, drei Kampffarben: feurige und hyazinthene und schwefelgelbe Panzer. Dann die drei Plagen: Feuer und Rauch und Schwefel. Die Zahl der Opfer: der dritte Teil der Menschen wird getötet. Dazu paßt dann noch, daß beim ersten Versuch einer Atombombe diese den Namen "Trinity" bekam, übersetzt: Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit. Das erwähnte Feuer auf Magog und auf die Inseln könnte auf den Einsatz von Atombomben hindeuten. Die Entscheidung dazu wird zwar vordergründig durch Menschen bewirkt, aber nur soweit Gott das zuläßt: Und ich will Feuer werfen ... (Hes. 39, 6).

Es sei an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bemerkt, daß von den Posaunengerichten nur die Menschen betroffen sein werden, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen. Nach meiner Erkenntnis wird Gott dann wohl einen Unterschied machen zwischen den Gläubigen und den Ungläubigen. So wie ich die angegebene Bibelstelle verstehe, werden alle wahren Gläubigen auf wunderbare Weise bewahrt bleiben. Wie Gott das allerdings bei dem hier möglichen Einsatz von Atombomben und anderen verheerenden Waffen tun wird, weiß ich jedenfalls nicht. Trotz allem habe ich absolut keine Zweifel daran, daß er es tun kann und sicherlich auch wird.

In diesem Zusammenhang wird berichtet, daß die Soldaten der 91. Brigade der U.S. Armee im Ersten Weltkrieg vereinbarten, jeden Tag den Psalm 91, Soldaten-Psalm, zu rezitieren. Dieser ist überschrieben: In God We Trust oder Unter Gottes Schutz. Darin heißt es z. B.: Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. (Vers 7). Die 91. Brigade nahm teil an den drei blutigsten Schlachten des Ersten Weltkrieges, nämlich bei Château-Thierry (Aisne), Belleau Wood (Bois de Belleau) an der Marne, und die Argonne. Während andere Einheiten, die ganz ähnlich zusammengestellt und ausgerüstet waren, bis zu 90 % Tote und Verwundete erlitten, so hatte die 91. Brigade nicht einen einzigen Toten oder Verwundeten zu beklagen. Zur Information: Diese Schlachten fanden zwischen dem 6. Juni und dem 11. November 1918 statt. In der Nähe von Château-Thierry bzw. bei Belleau (15 km entfernt) gibt es einen American Military Cemetery (Soldatenfriedhof), der im Jahre 1923 eingeweiht wurde. Dort befindet sich, nach meiner Kenntnis, kein Grab von einem Soldaten der 91. Brigade. Wenn das richtig ist, dann kann jeder dort hinfahren und diese Angaben selbst überprüfen.

Nach meiner Erkenntnis werden alle sieben Posaunengerichte so ziemlich Schlag auf Schlag erfolgen, so daß sie insgesamt vielleicht auch nicht viel länger als fünf Monate dauern werden, wie in den Versen 4 und 10 dieses Kapitels angegeben. Da die Heuschrecken in der Natur nur von Mai bis einschließlich September auftreten, könnte dieser Dritte Weltkrieg auch genau in diesen fünf Monaten stattfinden. Das ist jedoch nur eine unsichere Möglichkeit, die sich anhand der Bibel nicht beweisen läßt. Ich möchte noch einmal ausdrücklich betonen, daß meine Erkenntnisse nicht unbedingt richtig sein müssen. Jeder möge selbst seine eigenen Schlußfolgerungen ziehen und sie dann betend im Lichte des Gesamtzeugnisses der Bibel betrachten.

Die Posaunengerichte, dieser grauenvolle Dritte Weltkrieg, dessen unbestreitbarer Höhepunkt die sechste Posaune ist, stellen trotz allem einen gewaltigen Aufruf zur Buße dar. Leider scheint dieser oft ungehört zu verhallen, obwohl möglicherweise dabei auch Atombomben zur Explosion gebracht werden. Die Menschheit scheint größtenteils taub geworden zu sein, vielleicht sogar ohne Ausnahme, denn es wird hier nichts darüber gesagt. An dieser Stelle heißt es, für uns unbegreiflich: Und die übrigen Leute, die nicht getötet wurden von diesen Plagen, taten doch nicht Buße für die Werke ihrer Hände, daß sie nicht mehr anbeteten die bösen Geister und die goldenen, silbernen, ehernen, steinernen und hölzernen Götzen, welche weder sehen noch hören noch wandeln können, und taten auch nicht Buße für ihre Morde, Zauberei, Unzucht und Dieberei. Das ist für jeden Gläubigen dann einfach erschütternd, mit anzusehen, wie verhärtet und verstockt die Menschen geworden sind, leider auch heute schon.

Im griechischen Text steht hier: daimwnion = daimonion = Dämon, desgleichen wird dann: jarmakon = pharmakon = Zauberei, eigentlich Zaubermittel, verwendet. Der Neue Duden, Dudenverlag des Bibliographischen Instituts, Mannheim, 15. Auflage, Band 1, Seite 519 erklärt zu Pharmakon: Arzneimittel, Gift. Ebenso steht es auch in Knaurs Rechtschreibung, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München/Zürich. Zu diesen gehören dann selbstverständlich ebenfalls Drogen, die schon vielen Rauschgiftsüchtigen das meistens noch junge Leben gekostet haben. Dazu zählen aber auch viele der heutigen "alternativen" (in Wirklichkeit okkulten) Heilmethoden.

Viele Menschen benutzen Amulette und Talismane als zweifelhafte Glücksbringer. Anstatt die täglichen Losungen, lesen so manche lieber die lügenhaften Horoskope. Inzwischen wird Parapsychologie (= übersinnliche Bereiche) bereits offiziell gelehrt und studiert, z. B. bei Prof. Bender an der Universität in Freiburg im Breisgau. Jemand berichtete, daß das Horoskop-Lesen für 53 % aller Schweizer zur täglichen Pflicht gehören würde, in Deutschland für wohl eher noch mehr Menschen. Gleichfalls hat das Glücksspiel, wie Lotto, Toto, Rennquintett und Automatenspiele, oftmals erschreckende Ausmaße angenommen, die zum finanziellen Ruin vieler Menschen geführt haben. Der Besuch von Spielbanken endete schon sehr oft mit Selbstmord des glücklosen und daher unglücklichen Spielers.

Mit Unzucht oder Hurerei, so der Luthertext von 1912, beschreibt die Bibel nun die heute üblichen "Ehen ohne Trauschein" und alle außerehelichen Geschlechtsbeziehungen. Dazu gehören auch homosexuelle und lesbische Beziehungen, die bald als eine andere Form der Ehe betrachtet werden. Zu Mord gehört auch die Abtreibung ungeborenen Lebens, meistens verharmlost mit "Schwangerschaftsunterbrechung" bezeichnet. Ein vollständiger Abbruch ist jedoch keine zeitweilige Unterbrechung. In diesem Zusammenhang wird besonders auf nachstehenden Bericht hingewiesen:

Ein Professor fragte seine Medizinstudenten, was man in dem folgenden Falle wohl am besten tun solle: abtreiben oder nicht abtreiben? Er schilderte alsdann die Familiengeschichte: Der Vater Syphilis, die Mutter Tuberkulose. Sie haben bereits vier Kinder gehabt. Das erste ist blind, das zweite starb, das dritte ist taub und das vierte ist tuberkulös. Die Mutter erwartet das fünfte Kind. Die Eltern sind demzufolge zu einer Schwangerschaftsunterbrechung bereit. "Wenn Sie entscheiden müßten", so fragte der Professor seine Studenten, "würden Sie eine Abtreibung vornehmen?". Die meisten der Studenten entschieden sich dafür, daß die Mutter die Abtreibung machen lassen sollte. "Ich gratuliere Ihnen", entgegnete daraufhin der Professor, "Sie haben nämlich soeben Beethoven ermordet".

Unter Dieberei fallen natürlich die Ladendiebstähle und andere Eigentumsdelikte, wie Steuerhinterziehungen, Versicherungsbetrug etwa bei Autounfällen und Feuerschäden, aber auch falsche Spesenabrechnungen, unberechtigte Telephongespräche und "Mitgehen-lassen" von kleineren Gegenständen auf der Arbeitsstelle und sonstwo. Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen, doch möge nun jeder selbst sein eigenes Gewissen erforschen.

Mit dem sechsten Posaunengericht ist auch die Beschreibung des zweiten "Wehe!" beendet; doch erst in Kapitel 11 (Offb. 11, 14) wird dessen Ende wirklich bestätigt. Das dritte "Wehe" entspricht der siebten und letzten Posaune, die in dem nächsten Kapitel behandelt wird.
 

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