Zur Übersicht   Zum vorigen Kapitel   Zum nächsten Kapitel

Kapitel 5

Jetzt geht der Bericht des Apostels Johannes weiter mit äußerst wichtigen Einzelheiten:

Und ich sah in der rechten Hand des, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben inwendig und auswendig, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Engel, der rief aus mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen? Und niemand im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde konnte das Buch auftun und hineinsehen. Und ich weinte sehr, daß niemand würdig erfunden ward, das Buch aufzutun und hineinzusehen. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der da ist vom Geschlecht Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel. (Offb. 5, 1-5).

Gott bedarf keines Buches, um seinen Plan darin niederzuschreiben, denn Gott ist Geist. Jedoch durch dieses Bild eines Schriftstückes können uns die einzelnen Abschnitte gut nahegebracht werden. Es handelt sich ja hierbei auch nicht um ein Buch im heutigen Sinne, das es damals überhaupt noch nicht gab, sondern um eine Buchrolle, wie sie zu der Zeit allerseits gebräuchlich war. Eine solche Pergamentrolle bestand aus einzelnen Blättern oder Streifen, die auf einen Stab aufgerollt und jeweils versiegelt waren. So konnte jedes versiegelte Blatt einzeln abgerollt werden und erlaubte dann nacheinander den Einblick in die einzelnen Abschnitte.

Derartige Schriftrollen waren schon in Israel im Gottesdienst in Gebrauch, wie sie auch unser Herr Jesus damals in seinen Händen hielt: Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen war, und ging in die Synagoge nach seiner Gewohnheit am Sabbattage und stand auf und wollte lesen. Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und da er das Buch auftat, fand er die Stelle, da geschrieben steht (Jes. 61, 1-2): Der Geist des Herrn ist bei mir, darum weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden, daß sie sehend werden, und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn. (Luk. 4, 16-19).

In der Regel waren diese Pergamentrollen nur auf der Innenseite beschrieben; hier ist es auch die Außenseite, mit anderen Worten: das Buch war überreich an Inhalt. Die Schriftzeichen, die im aufgerollten Zustand auswendig sichtbar blieben, waren natürlich nur sehr wenige im Vergleich zu denen, die sich inwendig befanden und von außen nicht zu sehen waren. Das will sagen, daß wir ein klein wenig von dem Plan Gottes mit dieser Welt auch als Menschen mit unseren Augen erkennen können, jedoch der größte Teil davon für uns verhüllt ist und deshalb erst auf besondere Weise enthüllt werden muß.

Das erste jedoch, was dem Apostel Johannes auffällt beim Anblick dessen, der auf dem Thron sitzt, ist also eine von innen und außen beschriebene und siebenfach versiegelte Buchrolle in seiner Rechten. Völlig ist ihre Seitenzahl, völlig ist sie beschrieben, völlig aber auch, nämlich siebenfach, ist sie versiegelt, also alles getreu der göttlichen Vollzahl entsprechend. Diese Rolle liegt in oder, wie Hans Bruns genauer übersetzte, auf der rechten Hand Gottes, gleichsam jedermann zum Öffnen hingehalten. Wir erkennen daran, daß dieses Buch die Ratschlüsse Gottes und seine Gerichte bezüglich dieser Welt enthält. Dem Propheten Daniel wurde schon gesagt: Doch zuvor will ich dir kundtun, was geschrieben ist im Buch der Wahrheit. (Dan. 10, 21). Außerdem wurde noch hinzugefügt: Und du, Daniel, verbirg diese Worte, und versiegle dies Buch bis auf die letzte Zeit. Viele werden es dann durchforschen und große Erkenntnis finden. (Dan. 12, 4). Erst mit der Öffnung der sieben Siegel werden auch diese Gerichtsgeheimnisse für den verständlich, der sie durchforscht.

Die sieben Siegel, mit denen das Schriftstück versiegelt ist, deuten daher unmißverständlich auf ein äußerst wichtiges Dokument. Dieses Bild war übrigens auch für den Apostel Johannes durchaus geläufig, denn zu jener Zeit war das Gesetz für den Rechtsgebrauch im Römischen Reich auch mit sieben Siegeln versehen. Gott ließ ihn also immer Bilder schauen, die er ohne Mühe verstand.

Die Frage des starken Engels, die er mit mächtiger Stimme in das ganze Weltall hinausrief, lautete: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen? Darauf erhielt er keine Antwort. Niemand erachtete sich würdig, diese Ratschlüsse Gottes auszuführen. Niemand im Himmel, also weder der Erzengel Michael, noch der Engel Gabriel oder ein anderer Engel, auch keiner der Cherubim oder Seraphim, selbst ein Mose oder Elia nicht. Auf der Erde, unter den Lebenden, wurde auch kein Mensch gefunden, der dazu würdig gewesen wäre, sicherlich auch nicht in unseren Tagen. Ebenso wurde an die Toten unter der Erde gedacht, wie auch der Apostel Petrus schreibt: Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, auf daß sie zwar nach der Menschen Weise am Fleisch gerichtet werden, aber nach Gottes Weise im Geist das Leben haben. (1. Petr. 4, 6).

Tief ergriffen bricht nun der Apostel Johannes in Tränen aus darüber, daß niemand würdig erfunden wurde, hineinzusehen in die Ratschlüsse Gottes und seine damit verbundenen Gerichte auszuführen. Doch da ist einer von den Ältesten, der ihn tröstet mit den Worten: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der da ist vom Geschlecht Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel. Johannes kann getrost sein, da ist doch jemand gefunden, der würdig ist, den Heilsplan Gottes zu vollenden. Es ist der Löwe aus dem Geschlecht oder dem Stamme Juda, die Wurzel Davids, also einer, der von ihm hervorgegangen ist, ein Nachkomme Davids.

Die zwölf Stämme Israels sind die Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs, der nach dem Kampf am Jabbok, einem linken Nebenfluß des Jordans, den neuen Namen Israel erhielt: Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. Und als er sah, daß er ihn nicht übermochte, schlug er ihn auf das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Jakobs wurde über dem Ringen mit ihm verrenkt. Und er sprach: Laß mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Er sprach: Wie heißest du? Er antwortete: Jakob. Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen. (1. Mose 32, 25-29). Der Name Israel heißt: Gotteskämpfer oder Streiter Gottes und bedeutet, er hat mit Gott gekämpft und für ihn gestritten.

Jakobs Segen über seine Söhne gibt uns noch weitere Hinweise: Und Jakob berief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, daß ich euch verkünde, was euch begegnen wird in künftigen Zeiten. Kommt zuhauf und höret zu, ihr Söhne Jakobs, und höret euren Vater Israel. Ruben, mein erster Sohn bist du, meine Kraft und der Erstling meiner Stärke, der Oberste in der Würde und der Oberste in der Macht. Weil du aufwalltest wie Wasser, sollst du nicht der Oberste sein; denn du bist auf deines Vaters Lager gestiegen, daselbst hast du mein Bett entweiht, das du bestiegst. Die Brüder Simeon und Levi, ihre Schwerter sind mörderische Waffen. Meine Seele komme nicht in ihren Rat, und mein Herz sei nicht in ihrer Versammlung; denn in ihrem Zorn haben sie Männer gemordet, und in ihrem Mutwillen haben sie Stiere gelähmt. Verflucht sei ihr Zorn, daß er so heftig ist, und ihr Grimm, daß er so grausam ist. Ich will sie versprengen in Jakob und zerstreuen in Israel.

Juda, du bist's! Dich werden deine Brüder preisen. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Nacken sein, vor dir werden deines Vaters Söhne sich verneigen. Juda ist ein junger Löwe. Du bist hochgekommen, mein Sohn, vom Raube. Wie ein Löwe hat er sich hingestreckt und wie eine Löwin sich gelagert. Wer will ihn aufstören? Es wird das Zepter von Juda nicht weichen noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen, bis daß der Held komme, und ihm werden die Völker anhangen. Er wird seinen Esel an den Weinstock binden und seiner Eselin Füllen an die edle Rebe. Er wird sein Kleid in Wein waschen und seinen Mantel in Traubenblut. Seine Augen sind dunkel von Wein und seine Zähne weiß von Milch. (1. Mose 49, 1-12).

Eigentlich hatte Ruben das Erstgeburtsrecht, jedoch ging er dessen verlustig. Der Grund wird uns nicht verschwiegen: Und es begab sich, als Israel im Lande wohnte, ging Ruben hin und legte sich zu Bilha, seines Vaters Nebenfrau. Und das kam vor Israel. (1. Mose 35, 22). Die Söhne Rubens, des Erstgeborenen Israels - denn er war zwar der Erstgeborene, aber weil er seines Vaters Bett entweihte, wurde sein Erstgeburtsrecht gegeben den Söhnen Josephs, des Sohnes Israels, doch wurde er nicht in das Geschlechtsregister als Erstgeborener aufgezeichnet; denn Juda war mächtig unter seinen Brüdern, und einem aus seinem Stamm wurde das Fürstentum gegeben, Joseph aber erhielt das Erstgeburtsrecht. (1. Chron. 5, 1-2).

Die dann folgenden Brüder Simeon und Levi waren aber auch ausgeschaltet, und zwar wegen ihrer Bluttat in Sichem: Aber am dritten Tage, als sie Schmerzen hatten, nahmen die zwei Söhne Jakobs Simeon und Levi, die Brüder der Dina, ein jeder sein Schwert und überfielen die friedliche Stadt und erschlugen alles, was männlich war, und erschlugen auch Hemor und seinen Sohn Sichem mit der Schärfe des Schwerts und nahmen ihre Schwester Dina aus dem Hause Sichems und gingen davon. (1. Mose 34, 25-26).

Daher wurde das Erstgeburtsrecht des Ruben folgendermaßen aufgeteilt:
a) Den doppelten Anteil am äußeren Erbbesitz bekamen die Söhne Josephs:
So sollen nun deine beiden Söhne Ephraim und Manasse, die dir geboren sind in Ägyptenland, ehe ich hergekommen bin zu dir, mein sein gleichwie Ruben und Simeon. (1. Mose 48, 5).
b) Die Priesterwürde bekam Levi im Hinblick auf den Gehorsam der Söhne Levi:
Als nun Mose sah, daß das Volk zuchtlos geworden war - denn Aaron hatte sie zuchtlos werden lassen zum Gespött ihrer Widersacher -, trat er in das Tor des Lagers und rief: Her zu mir, wer dem Herrn angehört! Da sammelten sich zu ihm alle Söhne Levi. Und er sprach zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Ein jeder gürte sein Schwert um die Lenden und gehe durch das Lager hin und her von einem Tor zum andern und erschlage seinen Bruder, Freund und Nächsten. Die Söhne Levi taten, wie ihnen Mose gesagt hatte; und es fielen an dem Tage vom Volk dreitausend Mann. Da sprach Mose: Füllet heute eure Hände zum Dienst für den Herrn - denn ein jeder ist wider seinen Sohn und Bruder gewesen -, damit euch heute Segen gegeben werde. (2. Mose 32, 25-29).
c) Die Herrschaftswürde bekam Juda, der vierte Sohn Jakobs. Der Segen über Juda war eine Prophetie über den zukünftigen Herrscher, die über David hinausreicht. Darin wird auf den Einzug Jesu in Jerusalem hingewiesen, ähnlich wie bei Sacharja 9, 9: Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. (vgl. Matth. 21, 5; Mark. 11, 7; Luk. 19, 35; Joh. 12, 15).

Hilfreich ist es sicherlich, die Nachkommen von Juda in Jesu Stammbaum nachzusehen: Juda zeugte Perez und Serach von der Thamar. Perez zeugte Hezron. Hezron zeugte Ram. Ram zeugte Amminadab. Amminadab zeugte Nachschon. Nachschon zeugte Salma. Salma zeugte Boas von der Rahab. Boas zeugte Obed von der Ruth. Obed zeugte Jesse. Jesse zeugte den König David. (Matth. 1, 3-6). Davids Vater war Isai, dessen Name im Neuen Testament mit Jesse wiedergegeben wird.

Ähnlich wird es uns auch im Buch Ruth berichtet: Der Herr macht die Frau, die in dein Haus kommt, wie Rahel und Lea, die beide das Haus Israel gebaut haben; sei stark in Ephratha, und dein Name werde gepriesen zu Bethlehem. Und dein Haus werde wie das Haus des Perez, den Thamar dem Juda gebar, durch die Nachkommen, die dir der Herr geben wird von dieser jungen Frau. Dies ist das Geschlecht des Perez: Perez zeugte Hezron; Hezron zeugte Ram; Ram zeugte Amminadab; Amminadab zeugte Nachschon; Nachschon zeugte Salma; Salma zeugte Boas; Boas zeugte Obed; Obed zeugte Isai; Isai zeugte David. (Ruth 4, 11-12 + 18-22).

David, aus dem Stamme Juda, hatte zwar die Erbfeinde Israels, die Philister, geschlagen, indem er ihren Vorkämpfer Goliath durch einen Wurf hinstreckte und dann enthauptete: Da trat aus den Reihen der Philister ein Riese (wörtlich: Vorkämpfer zwischen den Fronten) heraus mit Namen Goliath aus Gath, sechs Ellen und eine Handbreit groß (etwa drei Meter). Als sich nun der Philister aufmachte und daherging und sich David nahte, lief David eilends von der Schlachtreihe dem Philister entgegen. Und David tat seine Hand in die Hirtentasche und nahm einen Stein daraus und schleuderte ihn und traf den Philister an die Stirn, daß der Stein in seine Stirn fuhr und er zur Erde fiel auf sein Angesicht. So überwand David den Philister mit Schleuder und Stein und traf und tötete ihn. David aber hatte kein Schwert in seiner Hand. Da lief er hin und trat zu dem Philister und nahm dessen Schwert und zog es aus der Scheide und tötete ihn vollends und hieb ihm den Kopf damit ab. Als aber die Philister sahen, daß ihr Stärkster tot war, flohen sie. (1. Sam. 17, 4 + 48-51).

David war jedoch nicht der Löwe aus dem Stamme Juda, der gemeint war, sondern ein Nachkomme Davids sollte es sein. Der Prophet Jesaja, der fast 300 Jahre nach David lebte, bezeugte von dessen Vater Isai: Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist derWeisheit und des Verstandes, der Geist desRates und der Stärke, der Geist derErkenntnis und derFurcht des Herrn. (Jes. 11, 1 + 2). Weiter erklärt er: Und es wird geschehen zu der Zeit, daß das Reis aus der Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Heiden fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein. (Jes. 11, 10).

Ähnlich ist es dann auch im Römer-Brief übersetzt, nach den Worten des Apostels Paulus: Und abermals spricht Jesaja (Jes. 11, 10): "Es wird kommen die Wurzel Jesse und der aufstehen wird, zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen." (Röm. 15, 12).

Der Prophet Jeremia, der etwa 400 Jahre nach David lebte, bezeugte das Wort des Herrn: Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, daß ich dem David einen gerechten Sproß erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: "Der Herr unsere Gerechtigkeit". (Jer. 23, 5-6, ähnlich auch Jer. 33, 15-16).

Der Prophet Sacharja bestätigte diese Verheißung: Höre nun, Josua, du Hoherpriester: Du und deine Brüder, die vor dir sitzen, sind miteinander ein Zeichen; denn siehe, ich will meinen Knecht, "den Sproß", kommen lassen. (Sach. 3, 8). Den Weg Gottes mit seinem Volke erläuterte Paulus in der Synagoge von Antiochia im Lande Pisidien. Nachdem er den König Saul erwähnt hatte, erklärte er, indem er wohl die genannte Bibelstelle aus dem Gedächtnis heraus zitierte: Und als er denselben wegtat, erweckte er ihnen David zum König, von welchem er bezeugte (1. Sam. 13, 14): "Ich habe gefunden David, den Sohn Jesses, einen Mann nach meinem Herzen, der soll tun allen meinen Willen." Aus dessen Geschlecht hat Gott, wie er verheißen hat, kommen lassen Jesus dem Volk Israel zum Heiland. (Apg. 13, 22-23). Im ersten Buch Samuel lauten die Worte des Propheten dann etwas genauer so: Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir geboten hat. Er hätte dein Königtum bestätigt über Israel für und für. Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot des Herrn nicht gehalten. (1. Sam. 13, 13-14).

Am Schluß der Offenbarung bestätigt allerdings der Herr selbst: Ich, Jesus, habe gesandt meinen Engel, solches euch zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern. (Offb. 22, 16).

Jesus Christus ist also ohne Zweifel der Löwe aus dem Stamme Juda, die Wurzel Davids. Er, der Sohn Gottes, hat sterbend am Kreuze auf Golgatha für immer den Fürsten dieser Welt überwunden und seine Macht auf ewig gebrochen. Im scheinbaren Unterliegen hat er den größten Sieg aller Zeiten errungen, wie uns wiederum Paulus in seinem Brief an die Gemeinde zu Kolossä abermals deutlich bestätigte: Er hat die Reiche und die Gewaltigen ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus. (Kol. 2, 15).

Der Apostel Johannes setzt sein Zeugnis fort:

Und ich sah: mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und mitten unter den Ältesten stand ein Lamm, wie wenn es erwürget wäre, und hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande. Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand des, der auf dem Thron saß. Und da es das Buch nahm, da fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeglicher hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen, und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist erwürgt und hast mit deinem Blut für Gott erkauft Menschen aus allen Geschlechtern und Sprachen und Völkern und Nationen und hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden. Und ich sah, und hörte eine Stimme vieler Engel um den Thron und um die Gestalten und um die Ältesten her, und ihre Zahl war vieltausendmal tausend, und sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. Und alle Kreatur, die im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und im Meer, und alles, was darinnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier Gestalten sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an. (Offb. 5, 6-14).

Sobald Johannes von dem mächtigen Löwen aus dem Stamme Juda, die Wurzel Davids, hört, sieht er sich um und hält Ausschau nach ihm, dem großen Überwinder, dem Einzigen im ganzen Weltall, der würdig erfunden wurde, die Buchrolle Gottes zu öffnen und seine Siegel zu brechen. Erstaunlicherweise erblickt er ein Lamm, wie wenn es erwürget wäre. Die Übersetzung im Konkordanten Neuen Testament lautet genauer: ein Lämmlein stehen, wie geschlachtet. Demnach bedeutet das ganz einfach: ein Lämmlein mit den Wundmalen seiner Schlachtung. Das Wörtchen "wie" will sagen, es sieht zwar geschlachtet aus, aber es ist nicht tot. In der Offenbarung steht immer das griechische Wort: arnion = arnion, das eigentlich nur "Lämmlein" heißen kann. Gegen die Ansicht, das Wort bedeute einen starken Widder, spricht sein Gebrauch in der Septuaginta (= LXX), wo es in Jeremia 50, 45 für die geringsten oder jüngsten der Schafe gebraucht wird.

Der Löwe hat sich jedoch seiner Gewalt entäußert und die Seinen in seine Nachfolge gewiesen: Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war: welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, nahm er's nicht als einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein andrer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden. (Phil. 2, 5-7). Das heißt nun: Nicht mit äußerer Macht hat Jesus den Sieg errungen, sondern als Opferlamm. Wer nun Jesus angehört, der muß deshalb auch bereit sein, diesen Weg der Demut in einer beherrschenden Welt zu gehen. Ein Dichter hat es dann mit diesen Worten ausgedrückt:
Durch Leiden und Beugen so kommt man zum Sieg,
Den Thron zu ersteigen, wie Er ihn erstieg.

Der Apostel Johannes berichtete diese prophetischen Aussagen von Johannes, dem Täufer: Des andern Tages sieht Johannes Jesus kommen und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt! Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. (Joh. 1, 29-30). Des andern Tages stand abermals Johannes und zwei seiner Jünger; und als er sah Jesus wandeln, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm! (Joh. 1, 35-36).

Bei der Einsetzung des Passahfestes im zweiten Buch Mose (lateinisch: Exodus = Auszug) heißt es dort sodann u. a.: Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, an dem kein Fehler ist, ein männliches Tier, ein Jahr alt. Von den Schafen und Ziegen sollt ihr's nehmen und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend. (2. Mose 12, 3 + 5-6).

Lukas, der Arzt, berichtete uns in seinem Evangelium: Es war aber nahe das Fest der ungesäuerten Brote, das da Ostern (wörtlich: Passah) heißt. Es kam nun der Tag der ungesäuerten Brote, an welchem man das Osterlamm opfern mußte. Und da die Stunde kam, setzte er sich nieder und die Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. (Luk. 22, 1 + 7 +14-15).

Lukas bezeugte weiter: Und es war schon um die sechste Stunde, und es ward eine Finsternis über das ganze Land bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels zerriß mitten entzwei. Und Jesus rief laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, verschied er. Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an. (Luk. 23, 44-46 + 54).

In der Apostelgeschichte des Lukas heißt es: Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, da man pflegt zu beten. (Apg. 3, 1) Die dazugehörige Erklärung in der Lutherbibel erklärt lautet: neunte Stunde: 15 Uhr, wenn das zweite tägliche Opfer dargebracht wurde. Mit ihm verband sich das Gebet des versammelten Volkes. Damit ist also das Abendopfer im Tempel gemeint.

Johannes ergänzte nun dazu: Die Juden aber, weil es Rüsttag war, damit nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbat über, denn es war ein großer Sabbat, baten sie den Pilatus, daß ihnen die Beine gebrochen und sie abgenommen würden. (Joh. 19, 31). Zu Ostern wird in der Lutherbibel erklärt bei Joh. 12, 1 gesagt: Am "großen Sabbat" (19, 31) fällt der Wochensabbat mit seinem verdoppelten Opfer (4. Mose 28, 9 f) mit der arbeitsfreien "heiligen Festversammlung" der Woche der ungesäuerten Brote (4. Mose 28, 17-25) mit mehrfachen Brand-, Sünd- und Trankopfern zusammen. Ausgehend von dem großen Sabbat wurde mit Hilfe der Astronomie (Sternkunde) und Geschichtsdaten das wahrscheinliche Todesdatum Jesu (7. April 30 n. Chr.) errechnet. Johannes jedenfalls legt größten Wert darauf, daß Jesus selbst als Passahlamm am Rüsttag (Freitag) starb.

Das Fest der ungesäuerten Brote ist immer am 15. Nisan. Wir ersehen aus diesen Bibelstellen, daß Jesus am Vorabend starb, also am 14. Nisan, wie es im Gesetz des Mose von Gott festgelegt war. Er starb um die neunte Stunde, also zur Zeit des Abendopfers im Tempel, da das Osterlamm gegen Abend geschlachtet werden mußte. Mit solcher Genauigkeit hat sich Gottes Wort damals erfüllt, und so zutreffend wird es sich auch in Zukunft erfüllen.

Das Lamm steht hier in der Mitte des Himmels, zwischen dem Throne Gottes und den vier Cherubgestalten und inmitten der vierundzwanzig Ältesten. Dieses Bild will sagen, daß Jesus, das Lamm Gottes, der Mittelpunkt der Ratschlüsse Gottes ist. Er ist auch in der Mitte der Ältesten und somit in der Gemeinschaft der Heiligen. Das Lamm steht, obwohl geschlachtet; es lebt dennoch, obschon es erwürgt wurde um unserer Sünden willen. Jesus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! Insgesamt 28 Mal (also 4 x 7 Mal!) wird Jesus in der Offenbarung als das Lamm bezeichnet.

Die sieben Hörner des Lammes bedeuten, daß Jesus mit der Fülle göttlicher Allmacht ausgerüstet ist. Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. (Matth. 28, 18). Die Zahl sieben kennen wir ja bereits als die Zahl der göttlichen Einheit und Vollkommenheit, oft verbunden mit Mannigfaltigkeit, Allseitigkeit und Vielfältigkeit. Das Horn ist in der Offenbarung allgemein das Sinnbild der Macht. Die sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande bzw. über die ganze Erde. Damit wird die vollkommene Einsicht und Weisheit im Heiligen Geist ausgedrückt, um die ganze Welt zu regieren.

Bei der Betrachtung von Kapitel 1 (Offb. 1, 5) und Kapitel 3 (Offb. 3, 1) wurde in einem anderen Zusammenhang bereits festgestellt, wie der Prophet Sacharja die Worte des Herrn wiedergibt und dann erklärt: Höre nun, Josua, du Hoherpriester: Du und deine Brüder, die vor dir sitzen, sind miteinander ein Zeichen; denn siehe, ich will meinen Knecht, "den Sproß", kommen lassen. Siehe, auf dem einen Stein, den ich vor Josua hingelegt habe, sind sieben Augen. Siehe, ich will auf ihm eine Inschrift eingraben, spricht der Herr Zebaoth, und will die Sünde des Landes wegnehmen an einem einzigen Tag.(Sach. 3, 8-9) Jene sieben sind des Herrn Augen, die alle Lande durchziehen. (Sach. 4, 10).

Der Prophet Jesaja ergänzt das, indem er dann dazu weissagt: Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der (1) Geist des Herrn, der Geist der (2) Weisheit und des (3) Verstandes, der Geist des (4) Rates und der (5) Stärke, der Geist der (6) Erkenntnis und der (7) Furcht des Herrn. (Jes. 11, 1 + 2). Weiter spricht er von dem kommenden Gesalbten Gottes, dem Christus, wiederum voraussagend: Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, (1) den Elenden gute Botschaft zu bringen, (2) die zerbrochenen Herzen zu verbinden, (3) zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, (4) den Gebundenen, daß sie frei und ledig sein sollen; (5) zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und (6) einen Tag der Vergeltung unseres Gottes, (7) zu trösten alle Trauernden. (Jes. 61, 1-2).

Der Bericht des Apostels Johannes geht weiter, indem er diese Handlung bezeugte: Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand des, der auf dem Thron saß. Und da es das Buch nahm, da fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeglicher hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen, und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist erwürgt und hast mit deinem Blut für Gott erkauft Menschen aus allen Geschlechtern und Sprachen und Völkern und Nationen und hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.

Jesus, der alle Macht und Weisheit hat, um das Gericht über die ganze Welt auszuüben, empfängt nun die Buchrolle aus der Hand Gottes, der auf dem Thron sitzt. Dadurch wird die Vollendung des Heilsplanes Gottes eingeleitet, worauf die ganze Schöpfung seit Adam sehnsüchtig wartet. So, wie auch der Apostel Paulus im Römer-Brief geschrieben hat: Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet, daß Gottes Kinder offenbar werden. Es ist ja die Kreatur unterworfen der Vergänglichkeit - ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat - auf Hoffnung; denn auch die Kreatur wird frei werden von der Knechtschaft des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlingsgabe, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung. (Röm. 8, 19-23).

Viele bekannte Bibelausleger sehen deshalb in dieser Buchrolle auch ein Dokument, mit dem Jesus den Loskauf der gesamten gefallenen Schöpfung von Gott bestätigt bekommt. Wie die genaue Rechtslage in Israel war, kann man in 3. Mose 25, 23 ff. und in Ruth 4, 1 ff. nachlesen. Wie jedoch so ein Loskauf dort vonstatten ging, beschreibt uns der Prophet Jeremia: Und Jeremia sprach: Es ist des Herrn Wort zu mir geschehen: Siehe, Hanamel, der Sohn Schallums, deines Oheims, wird zu dir kommen und sagen: Kaufe du meinen Acker in Anathoth; denn dir kommt es als Erstem zu, ihn einzulösen und zu kaufen. Da kam Hanamel, meines Oheims Sohn, wie der Herr gesagt hatte, zu mir in den Wachthof und sprach zu mir: Kaufe doch meinen Acker in Anathoth, der im Lande Benjamin liegt; denn dir kommt es zu, ihn zu erwerben und einzulösen; kaufe du ihn!

Da merkte ich, daß es des Herrn Wort war, und kaufte den Acker von Hanamel, meines Oheims Sohn, in Anathoth, und wog ihm das Geld dar, siebzehn Lot Silber. Und ich schrieb einen Kaufbrief und versiegelte ihn und nahm Zeugen dazu und wog das Geld dar auf der Waage nach Recht und Gewohnheit. Und ich nahm den versiegelten Kaufbrief und die offene Abschrift und gab beides Baruch, dem Sohn Nerias, des Sohnes Machsejas, in Gegenwart Hanamels, meines Vetters, und der Zeugen, die unter dem Kaufbrief geschrieben standen, und aller Judäer, die im Wachthof sich aufhielten, und befahl Baruch vor ihren Augen: So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Nimm diese Brief, den versiegelten Kaufbrief samt dieser offenen Abschrift, und lege sie in ein irdenes Gefäß, daß sie lange erhalten bleiben. Denn so spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Man wird wieder Häuser, Äcker und Weinberge kaufen in diesem Lande. (Jer. 32, 6-15).

Bei einem Loskauf wurde die Urschrift versiegelt und noch zusätzlich eine offene Abschrift ausgestellt, "auf stempelfreiem Papier", wie man heute sagen würde. Diese Dokumente bewahrte man damals in tönernen Krügen auf, wie wir sie auch von den Schriftrollen her kennen, die am Toten Meer gefunden wurden. Wenn heutzutage ein Grundstück oder Haus gekauft wird, stellt ein Notar einen solchen Kaufbrief aus, wobei der Vorgang ganz ähnlich ist.

Da Jesus, der Sohn Gottes, durch seinen Kreuzestod auf Golgatha für die Sünden der Welt bezahlt hat, wurde ihm, nach seiner Rückkehr zum himmlischen Vater, nun dieses Loskauf-Dokument ausgehändigt. Damit kann er seine Besitzansprüche an der gesamten Schöpfung gegenüber Satan geltend machen, was sich dann an den Gerichten über dieser Welt äußert. In mehreren Etappen werden dabei die Werke des Teufels zerstört und der ursprüngliche Zustand, wie er im Paradies vorhanden war, zunächst wiederhergestellt und später weiterentwickelt. In seinem ersten Brief schreibt Johannes: Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Joh. 3, 8).

Der biblische Bericht über den Sündenfall endet mit: Da wies ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden, daß er die Erde bebaute, von der er genommen war. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens. (1. Mose 3, 23-24). Durch den Sündenfall sind wir Außenstehende geworden, standen also draußen vor der Tür zu Gott. Durch den Kreuzestod Jesu draußen vor dem Tor seiner Stadt hat er uns den Weg zu dem Baum des Lebens wieder frei gemacht: Darum hat auch Jesus, damit er heiligte das Volk durch sein eigen Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasset uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. (Hebr. 13, 12-14).

Am Morgen des dritten Tages nach seiner Kreuzigung ist Jesus auferstanden von den Toten, womit diese neue Heilszeit anbrach, zunächst allerdings nur inwendig in den Gläubigen. Zu Beginn des dritten Jahrtausends nach Christus wird er jedoch durch sein Tausendjähriges Friedensreich diese neue Heilszeit sichtbar auf Erden anbrechen lassen. Deshalb erklärte Paulus schon damals: Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. (1. Kor. 15, 14).

Allem anderen Anschein zum Trotz dürfen wir jedoch den Heilsplan Gottes und damit die Zukunft dieser Welt in Jesu Händen wissen. Die Bedeutung seines Kreuzestodes auf Golgatha wird erkennbar an dem Geschehen vor dem Throne Gottes. Voller Ehrfurcht fielen die vier Cherubgestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeglicher hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen. Wie wir in Kapitel 8 (Offb. 8, 3) sehen werden, wird das Gebet aller Heiligen auf den goldenen Altar vor dem Throne Gottes gegeben. Dort wird es gereinigt durch das Feuer vom Altar und verstärkt durch die Fürbitten Jesu für seine Gemeinde, die Gemeinschaft der Heiligen auf dieser Erde.

Ohne die geringste Aufforderung sangen die Cherubim und die vollendeten Heiligen ein neues Lied und sprachen: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist erwürgt und hast mit deinem Blut für Gott erkauft Menschen aus allen Geschlechtern und Sprachen und Völkern und Nationen und hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden. In dem Textus receptus lauten diese Verse allerdings dann folgendermaßen: Uns sie sangen ein neues Lied, und sprachen: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und zu öffnen seine Siegel, denn du wurdest geschlachtet und hast uns Gott erkauft durch dein Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen und hast uns unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und wir werden auf Erden herrschen.

Der Textus receptus ist der griechische Text des Neuen Testamentes, der vom 16. bis 19. Jahrhundert als Übersetzungsvorlage herangezogen wurde. Er stellte die Arbeitsgrundlage der Reformatoren dar, daher heißt es auch im Luthertext von 1914: ... und hast uns Gott erkauft mit deinem Blut aus allerlei Geschlecht und Zunge und Volk und Heiden. Deshalb lautet auch die englische Übersetzung so, die King James Version: ... and hast redeemed us to God by thy blood out of every kindred, and tongue, and people, and nation. Für mich ist es einfach wieder ein Beweis dafür, daß der Textus receptus die zuverlässigste Handschrift ist. Leider wird er aber heute nicht mehr benutzt, sondern mit textkritischen Methoden wird der ursprüngliche Text verfälscht. Inzwischen wird gar behauptet, das Wörtchen "uns" fehle in den ältesten Handschriften und sei erst später eingefügt worden.

Nach meiner Erkenntnis bestätigt diese Stelle ebenfalls, daß die vierundzwanzig Ältesten vollendete Heilige sind, wahrscheinlich die Stammväter der zwölf Stämme Israels und die zwölf Apostel, die eine Vorausauferstehung erfahren durften, wie wir schon in Kapitel 4 (Offb. 4, 4) gesehen haben. Es ist jedoch dadurch keinesfalls erwiesen, daß die gesamte Gemeinde Jesu Christi zu diesem Zeitpunkt schon in den Himmel entrückt ist. Es werden nur die vierundzwanzig Ältesten erwähnt, die wir aber trotzdem als stellvertretend für alle erretteten Heiligen aller Zeiten betrachten können.

Das ist nicht unwichtig, um wiederum die Lehre von der Entrückung vor allen Gerichten als unhaltbar zurückzuweisen. Wie wir jedoch bereits bei der Betrachtung von Kapitel 3 (Offb. 3, 10) und ebenfalls bei Kapitel 4 (Offb. 4, 1) gesehen haben und auch später abermals feststellen werden, gilt daher für die Gemeinde Jesu Christi ein Zwiefaches: Erstens, daß die zu der Zeit lebenden wahren Christen zwar zunächst in die Stunde der Versuchung (= Posaunengerichte, Offb., Kap. 8 + 9) hineinkommen, dann jedoch darin bewahrt bleiben und am Ende durch die verheißene Entrückung herausgerettet werden. Zweitens, daß sie so nicht in die große Trübsal der Zornesschalengerichte hineinkommen werden.

Weder in Kapitel 4, noch hier in Kapitel 5, tritt die Gemeinde Jesu Christi in Erscheinung. Sie ist einfach bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht entrückt in den Himmel, daher kann sie dort vorläufig auch noch nicht gesehen werden. Wie nun an anderer Stelle schon gesagt, bringen manche das überaus schwache Argument vor, ab Kapitel 4 werde die Gemeinde nicht mehr erwähnt, weil sie schon von der Erde entrückt sei. Das ist jedoch absolut kein Beweis für eine Hinwegnahme derselben in den Himmel, denn dort ist sie ja ebenfalls nicht zu sehen. Deshalb könnte man dann sicherlich genauso gut die berechtigte Frage stellen: Warum schreibt Johannes hier eigentlich von mancherlei seligen Lebewesen aber nichts von den entrückten Gläubigen? Wie wir allerdings bei der Betrachtung späterer Kapitel sicherlich erkennen werden, wird die Gemeinde in diesen wohl noch indirekt erwähnt.

Bei der Betrachtung von Kapitel 1 (Offb. 1, 5-6) haben wir einen Lobpreis des Johannes in seinem Gruß an die sieben Gemeinden in der Landschaft Asien feststellen können, also an die damals lebenden Gläubigen in deren zu der Zeit noch bestehenden Gemeinschaften: Dem, der uns liebt und erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und hat uns zu Königen und Priestern gemacht vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Diese Gläubigen befanden sich noch nicht im Himmel, ebensowenig wie Johannes, der sich mit zu diesen Erlösten zählt, die durch Jesus Christus zu Königen und Priestern vor Gott gemacht worden sind.

Petrus schreibt dazu: ... und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem eitlen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. (1. Petr. 1, 18-19). Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht. (1. Petr. 2, 9).

Auf diese lebenden, noch mit beiden Füßen auf der Erde stehenden Gläubigen, zu denen auch wir heute zählen, beziehen sich die vierundzwanzig Ältesten, von denen ein jeglicher eine Harfe hatte. So wie es im Tempeldienst vierundzwanzig Abteilungen der Priester gab, wie wir in Kapitel 4 (Offb. 4, 4) gesehen haben, wird uns ebenfalls von vierundzwanzig Abteilungen der Sänger berichtet, die auch Leviten waren und deshalb Dienste im Tempel verrichten durften: Und David und die Feldhauptleute sonderten aus zum Dienst die Söhne Asaphs, Hemans und Jeduthuns, prophetische Männer, die auf Harfen, Psaltern und Zimbeln spielen sollten. Und es war die Zahl derer, die Dienst taten in ihrem Amt: Von den Söhnen Asaphs: Sakkur, Joseph, Nethanja, Asarela, Söhne Asaphs, unter der Leitung Asaphs, der als prophetischer Mann nach Anweisung des Königs spielte. Von Jeduthun: Jeduthuns Söhne: Gedalja, Zeri, Jesaja, Haschabja, Mattithja, Semeï, diese sechs, unter der Leitung ihres Vaters Jeduthun, der als prophetischer Mann auf der Harfe spielte, dem Herrn zu danken und ihn zu loben. Von Heman: Hemans Söhne: Bukkia, Mattanja, Usiël, Schubaël, Jerimoth, Hananja, Hanani, Eliatha, Giddalti, Romamti-Eser, Joschbekasa, Mallothi, Hothir und Mahasioth. Diese alle waren die Söhne Hemans, des Sehers des Königs nach der Zusage Gottes, sein Haupt zu erhöhen; denn Gott hatte Heman vierzehn Söhne und drei Töchter gegeben. (1. Chron. 25, 1-5). Also die vier Söhne Asaphs, sechs Söhne Jeduthuns und vierzehn Söhne Hemans waren zum Dienst als Sänger ausgesondert, somit insgesamt vierundzwanzig.

Ähnlich ist es hier im Himmel, vor dem Throne Gottes, wo die vierundzwanzig Ältesten ihren Gesang mit den Harfen begleiteten, die ein jeglicher von ihnen bekommen hatte. Diese vollendeten Heiligen (Dächsel: die Repräsentanten der erlösten Menschheit) hatten außerdem goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen, der noch nicht vollendeten, also der noch nicht in den Himmel entrückten Gläubigen. Hierbei fällt besonders auf, daß diese Ältesten nicht "bitten" für die Heiligen auf Erden, sondern sie übermitteln nur deren Gebete in den goldenen Schalen an das Lamm Gottes. Das bestätigt wiederum, daß die verstorbenen Heiligen keine Fürbitte tun für die Lebenden, ob heilig oder nicht!

Diese für Gott erkauften Menschen aus allen Geschlechtern und Sprachen und Völkern und Nationen werden herrschen auf Erden. Der Apostel Paulus schrieb in seinem ersten Brief an die Korinther: Wisset ihr nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden? Wenn nun die Welt soll von euch gerichtet werden, seid ihr dann nicht gut genug, geringe Sachen zu richten? Wisset ihr nicht, daß wir über Engel richten werden? Wieviel mehr über die zeitlichen Güter. (1. Kor. 6, 2-3). Herrschen ist bekanntlich immer untrennbar mit richten verbunden. Der Herrscher erläßt die Gesetze, zumindest unterschreibt er sie, wie das in den heutigen Demokratien üblich ist. Dann hat er andere dazu bestimmt, die Einhaltung der Gesetze zu überwachen und notfalls durchzusetzen.

Ähnlich hat Gott es auch für sein Reich vorgesehen, denn das Gesetzbuch ist uns schon gegeben, das Wort Gottes. Wer danach gelebt hat, der ist berufen, dereinst zu herrschen auf Erden. Jesus erklärte damals: Da sprach sein Herr zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude! (Matth. 25, 21 oder auch 23).

Jetzt wird der Gesichtskreis des Johannes wiederum etwas erweitert:Und ich sah, und hörte eine Stimme vieler Engel um den Thron und um die Gestalten und um die Ältesten her, und ihre Zahl war vieltausendmal tausend, und sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.

Die konkordante Übersetzung lautet, wiederum zum genauen Vergleich: Dann gewahrte ich und hörte: Es war wie eine Stimme vieler Boten rings um den Thron und die Tiere und die Ältesten; ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und tausendmal tausend, die mit lauter Stimme sagten: Würdig ist das Lämmlein, das geschlachtet wurde, Macht und Reichtum, Weisheit und Stärke, Ehre, Verherrlichung und die Segnung zu erhalten!Daraus ergibt sich dann folgende Rechnung: 10 000 x 10 000 = 100 000 000 + 1 000 x 1 000 = 1 000 000, wobei man sogar beide Ergebnisse danach nochmal miteinander multiplizieren kann. In der Elberfelder Übersetzung heißt es hier gar: Zehntausende mal Zehntausende und Tausende mal Tausende. Es sei hierzu noch bemerkt, daß das griechische Wort für "zehntausend" muriaV = myrias, von dem unser Begriff "Myriade" abgeleitet ist, in der Bibel das größte einzelne Zahlwort ist. Diese himmlischen Wesen alle zusammen hörte nun Johannes wie mit einer Stimme genau dasselbe sprechen. In der Tat, da war kein heilloses Durcheinander, wie in gewissen extasischen, charismatischen Kreisen, wo eine sogenannte Anbetung oft mit einem unerhörten Stimmengewirr einhergeht.

Der Lobpreis ist wieder siebenfach: Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig, zu nehmen (1) Kraft und (2) Reichtum und (3) Weisheit und (4) Stärke und (5) Ehre und (6) Preis und (7) Lob.Nach der zweiten Huldigung folgt jetzt eine dritte durch die ganze Schöpfung: Und alle Kreatur, die im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und im Meer, und alles, was darinnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier Gestalten sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.

Auch daran erkennen wir, daß die Hinwegnahme der Gläubigen noch nicht stattgefunden hat. Wie wir bereits bei der Betrachtung von Vers 3 feststellen konnten, so wurden auch hier wiederum die Toten unter der Erde nicht ausgeschlossen. Diese sind keinesfalls schon auferstanden und entrückt, sondern nur deren Geist und Seelen befinden sich im Paradies und warten auf die Verklärung ihres Leibes und die Wiedervereinigung mit ihm. Deshalb heißt es wohl auch im Hebräer-Brief: Sondern ihr seid gekommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und den vielen tausend Engeln und zu der Versammlung und Gemeinde der Erstgebornen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu dem Mittler des neuen Bundes, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das da besser redet als Abels Blut. (Hebr. 12, 22-24).

Bei diesen vielen tausend Engeln ist die Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen, die schon durch die Vorausauferstehung zum himmlischen Jerusalem entrückt worden sind. Des weiteren findet sich in obigem Text jedoch noch eine Unterscheidung: ... und zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu dem Mittler des neuen Bundes, Jesus. (Hebr. 12, 23-24). Damit wird nun eine weitere Gruppe im Himmel bezeichnet, die noch auf die Verklärung ihres Leibes und die Wiedervereinigung mit ihm wartet.

Nur diese Gerechten stimmen in diesen Lobpreis ein, die durch die Vorausauferstehung bereits im Himmel sind und die anderen in Christus Entschlafenen, die in der Erde, unter der Erde, im Meer und darinnen sind. Bei der Entrückung der Gläubigen wird auch das Meer die Toten hergeben, wie später auch die Ungläubigen beim Weltgericht am Jüngsten Tage: Und das Meer gab die Toten, die darin waren, und der Tod und sein Reich gaben die Toten, die darin waren; und sie wurden gerichtet, ein jeglicher nach seinen Werken. (Offb. 20, 13).

Nach der Hinwegnahme der Gläubigen befinden sich diese alle im Himmel und nur die anderen warten dann noch auf das Gericht, bis sie danach allesamt in den feurigen Pfuhl geworfen werden. Diese gottlosen und gottfernen Menschen nehmen nicht teil an der Anbetung im Himmel vor dem Throne Gottes. Manche Ausleger meinen das zwar, aber das wäre ein Unding, denn sie können doch nicht vom Himmel in die Hölle befördert werden! Einzig und allein die Engel und die Heiligen im Himmel und auf Erden bringen dem Mittler und dem Urheber der Heilsvollendung die gebührende Ehre dar. Die Anbetung erfolgt nur durch die Menschenseelen, die sich bereits im Himmel befinden, wie auch durch die noch auf Erden wandelnden, die ihre Gebete zum Throne Gottes hinaufsteigen lassen.

Zum Vergleich dazu nunmehr die Elberfelder Übersetzung: Und jedes Geschöpf, das in dem Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meere ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Throne sitzt, und dem Lamme die Segnung und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier lebendigen Wesen sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.

Hier soll auch noch klargestellt werden, daß mit "Geschöpfen" keine Tiere gemeint sind, denn nur die Menschen sind geschaffen nach dem Bilde Gottes: Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib. (1. Mose 1, 27). Dann heißt es noch genauer: Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen. (1. Mose 2, 7). Nur die Menschen haben eine lebendige Seele und nach der Wiedergeburt auch Gottes Geist: Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, wenn anders Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. (Röm. 8, 9).

Die Tiere werden jedoch mit den Menschen erlöst werden: Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet, daß Gottes Kinder offenbar werden. (Röm. 8, 19). Wie schon an anderer Stelle erwähnt, werden im Tausendjährigen Friedensreich Jesu Christi die Tiere wieder friedlich hier auf Erden beieinander leben. Nirgendwo steht in der Bibel, daß Tiere in den Himmel kommen werden, deshalb bedürfen sie auch keiner besonderen Erlösung. Alle Tiergottesdienste sind aus diesem Grunde nicht nur ein großer Unsinn, sondern dazu auch noch eine greuliche Gotteslästerung, die Gott schon allein durch die Verwirrung der Geister eindeutig bestraft.

Ähnlich wie in Kapitel 4 (Offb. 4, 9-10) stehen nun am Schluß dieses Kapitels im Luthertext von 1914 noch die Worte: und beteten an den, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Mit den Ältesten können auch wir nochmals niederfallen und an dem ewigen Lobgesang teilnehmen:

Und wir stimmen freudig ein:
"Du bist würdig, Du allein."
 

Zur Übersicht   Zum vorigen Kapitel   Zum nächsten Kapitel